„Urbane Landwirtschaft”: Griffige Ideen für die Zukunft

Von: Christoph Hahn
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Engagierte Zukunft über Obst
Engagierte Zukunft über Obst und Gemüse in der Stadt: Wolf Lorleberg (FH Soest), Ulrich Carow, Bereichsleiter beim Regionalverband Ruhr, Jörg Schröder (TU München), Frank Lohrberg (TH Aachen), Leo Schauten (Stadt Venlo), Ministerialdirigent a.D. Hans-Dieter Collinet und der Kölner Landschaftsarchitekt Dirk Melzer erörterten bei der von Museumschefin Ursula Kleefisch-Jobst (von links) moderierten Abschlussdiskussion in der Alsdorfer Kraftzentrale ihre Sicht der Dinge. Foto: Christoph Hahn

Alsdorf. Häuser, Fabriken und dazwischen Felder mit Rüben, Kartoffeln oder anderen Nutzpflanzen: Für die Menschen im Nordkreis ereignet sich diese Gemengelage, diese Begegnung von Stadt und Dorf oft vor ihrer Haustür. Nichts Neues im Westen also?

Nicht für die Architekten und Planer, die sich jetzt im Rahmen der Ausstellung „Post Oil City” (bis 19. Juni) in der Kraftzentrale des Energeticon an der Carl-von-Ossietzky-Straße in Alsdorf getroffen haben: Im Rahmen einer Veranstaltung für Fachleute, eines so genannten Symposiums, beleuchteten rund zwei Dutzend Expertinnen und Experten von der Studentin bis zum Hochschulprofessor das Thema „Urbane Landwirtschaft” von allen Ecken und Kanten.

Wenn es nach dem Abschlussgespräch geht, dann gab es bei dieser eintägigen Veranstaltung nicht nur frei schwebende Fachdiskussionen im luftleeren Raum. Viele der Podiumsteilnehmer, die in der von Dr. Ursula Kleefisch-Jobst, der Leiterin des in Essen angesiedelten Museums für Architektur und Ingenieurkunst (das auch die Ausstellung in Alsdorf organisiert hat), moderierten Runde das Wort ergriffen, präsentierten für Außenstehende überraschend griffige Statements. So sagte zum Beispiel der Kölner Landschaftsarchitekt Dirk Melzer voraus: „Urbanes Gartenland wird in absehbarer Zeit ein Mittel zur Gestaltung des städtischen Raumes werden.” Dass der Weg dahin schwierig werden könnte, ahnt Leo Schouten, ein Mitarbeiter der Stadt Venlo: „Visionäre mögen Recht haben - aber sie bekommen nicht Recht.”

Verantwortung des Staates

Hans-Dieter Collinet, als - inzwischen pensionierter - Ministerialdirigent im Ressort Städtebau der nordrhein-westfälischen Landesregierung einer der Väter des Annaparks und somit prägender Gestalter des neuen Alsdorfs, wahrte bei allen Gedanken an Möhren, Tomaten und Obst den Blick fürs Grundsätzliche: „Lokales Engagement und globales Denken verbinden” lautet seine Devise. Leo Schouten, der Gast aus der nahen niederländischen Provinz Limburg, ironisierte eine verbreitete Haltung: „Wir wollen die höchste Qualität - aber es darf nichts kosten.” Frank Lohrberg, Professor an der TH Aachen und Landschaftsplaner, sieht bei der Diskussion über den Anbau von Obst und Gemüse im städtischen Raum staatliche Instanzen gefordert: „Wir brauchen Strategiepapiere von ministerialer Seite”
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