Würselen - „Unser Dorf hat Zukunft“: Starkes Wir-Gefühl sorgt für den Sieg

„Unser Dorf hat Zukunft“: Starkes Wir-Gefühl sorgt für den Sieg

Von: Stefan Schaum
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Kräftig gejubelt wurde bei der Feierstunde: Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, gratulierten der Projektgruppe mit Josefine Lohmann, Paul Thelen, Nils Lenzen, Joachim Jagow, Franz-Peter Schwartz, Hans Maaßen und José Gabrisch. Foto: Nina Krüsmann
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Nachwuchs für das Dorf mit Zukunft: Die Kita In der Dell ist ein Angelpunkt der Gemeinschaft in Linden-Neusen, der Verkehr bereitet den Einwohnern allerdings Sorgen. Foto: Stefan Schaum
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Nachwuchs für das Dorf mit Zukunft: Die Kita In der Dell ist ein Angelpunkt der Gemeinschaft in Linden-Neusen, der Verkehr bereitet den Einwohnern allerdings Sorgen. Foto: Stefan Schaum

Würselen. Am Ende haben wohl die inneren Werte gezählt. Die Dinge, die in den Linden-Neusenern stecken. Ihr Wir-Gefühl, ihr Engagement. Dass es im Dorf noch etliche gibt, die gern die Ärmel hochkrempeln und anpacken, damit ihr Ort vorwärts kommt. All das hat die Jury des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ so nachhaltig beeindruckt, dass der erste Preis an den Rand von Würselen ging.

524 von 600 möglichen Punkten hatte das vorgelegte Konzept der Linden-Neusener Projektgruppe erreicht. Ein mehr als ordentliches Ergebnis, nach dessen Verkündung im Städteregionshaus der Jubel gewaltig war. Bronze haben die Linden-Neusener ja schon mal geholt, das war 2011. „Aber jetzt Gold? Damit hätten wir nie gerechnet, ein Riesenerfolg“, kommentiert Guido Wirtz vom Arbeitskreis „Unser Dorf“ am Montag den Triumph.

Es gibt schönere Orte

23 Mitbewerber hat Linden-Neusen hinter sich gelassen – und es waren einige schmuckere Orte dabei. Mit seiner Optik kann das Dorf nur schwerlich punkten, und dicke Probleme hat es obendrein. Gut 10.000 Autos rauschen pro Tag durch die lange Durchfahrtstraße, die den Großteil des Ortes ausmacht. Das nervt gewaltig und ist beileibe nicht ungefährlich.

Den Verkehr will die Projektgruppe deshalb reduzieren und dazu weiterhin Druck auf die Politik ausüben. Solche Hartnäckigkeit floss ebenfalls in die Wertung ein. „Für uns ist diese Urkunde ein Ansporn und zugleich der äußere Beweis dafür, dass wir es ernst meinen“, sagt Paul Thelen, der sich in der Projektgruppe um das Thema Infrastruktur kümmert.

Entweder wird die Osttangente um Linden-Neusen herum weitergeführt oder es kommt eine Autobahnabfahrt in Alsdorf-Begau – diese beiden Forderungen hat die Gruppe, und der Sieg soll diese jetzt noch mal ganz dick unterstreichen.

Zwei Stunden lang war die Wertungskommission in Linden-Neusen unterwegs und dabei unter anderem zu Gast in der Kita In der Dell. Die ist zwar kein Familienzentrum, „aber trotzdem ein Mittelpunkt im Dorf“, sagt Leiterin Elisabeth Doum.

„Wir sind eine wichtige Kontaktstelle. Hier werden gemeinsam so einige Feiern für das ganze Dorf geplant.“ Und der Förderverein, den es seit 2009 gibt, hat dafür gesorgt, dass es etliche Spielgeräte auf dem Außengelände gibt. „In Linden-Neusen unterstützt man einander eben“, sagt Doum und spricht es damit wieder an: das Wir-Gefühl in diesem Dorf.

Auch bei Franz-Hubert Dohmen war die Jury. Der Milchbauer und seine vielen Kühe gehören ebenfalls zur Dorfgemeinschaft, der Hof liegt mitten drin im Ort. „Auch wenn es bei uns schon mal strenger riecht, sind wir voll akzeptiert“, sagt Dohmen. Und das sei keine Selbstverständlichkeit bei einem Betrieb wie seinem. Ein weiteres Stück im Mosaik des Zusammenhalts. Ein Stück zum Sieg.

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