„Unser Dorf hat Zukunft“: Linden-Neusen ist vielfältig und bunt

Von: Christoph Hahn
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Kreisverkehr als „Visitenkarte“ am Ortseingang aufwerten: Lea Daniels, Svenja Carduck, Paul Thelen und Friedbert Carduck präsentieren Ideen. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Was könnte ein Ort bessere Botschafter haben als seine Bewohner? Zumindest in Linden-Neusen ist das so. Ganz gewaltig legten sich die Bürger ins Zeug, um die aus Aachen angereiste Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ zu beeindrucken.

Dabei hätten die Linden-Neusener gar nicht so viel Einsatz an den Tag legen müssen: Da sie bei der vorangegangenen Austragung vor drei Jahren Gold errungen haben, konnten sie 2017 nur außer Konkurrenz mitmachen – so steht es nun mal in den Regeln.

Eine starke Gemeinschaft

Früher hieß der Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und hat junge wie alte Einwohner auf die Beine gebracht. In dem zu Würselen zählenden Linden-Neusen ist das noch immer so. Als die Delegation im Kindergarten dem dort alljährlich gefeierten Apfelfest auf die Spur kommt, sind wie selbstverständlich auch die beiden kleinen Söhne der Fördervereinsvorsitzenden Janine Püttmann zur Stelle.

Und am Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Weiden her zeigen mit Lea Daniels und Svenja Carduck zwei junge Frauen aus dem Dorf, wie sie die Fläche durch ein Kunstwerk zum Blickfang aufwerten wollen. Steppkes und Künstlerinnen – sie geben ihr Gesicht, der Zukunft von Linden-Neusen.

Das Dorf ist vielfältig; das Dorf ist bunt – und seine Bewohner halten zusammen: Auf diese durchaus sympathische Grundformel bringen die Mitglieder der Projektgruppe „Unser Linden-Neusen“ ihre Botschaft schon bei ersten Treff mit den Mitgliedern der Kommission im Pfarrheim. Sprecher ist Guido Wirtz, der unter anderem in der Pfarre und im Jungenspiel aktiv ist. Andrea Deserno, die beim Amt für Regionalentwicklung und Europa der Städteregion den Dorf-Wettbewerb betreut, quittiert die Vorstellung mit einem dicken Kompliment: „Das spürt man direkt, dass sie als Gemeinschaft gut funktionieren.“

Und dann stellt sie die Mitglieder der Kommission vor: Bernd Billion beurteilt ganz generell die Konzeption, Gerti Steffens interessiert sich für die wirtschaftlichen Aspekte, Edith Hamacher vom Rheinischen Landfrauenverband (nicht alle Juroren arbeiten bei der Städteregion) hat – nicht weiter verwunderlich – die Landwirtschaft im Auge, Gerrit Köster war bis zur Pensionierung als Sozialplaner bei der Stadt Aachen, Nicole Hames-Haas kennt sich mit allem rund ums Bauen bestens aus und Harald Thyssen ist fürs Grün zuständig.

Während der Bus der Kommission weiter vor dem Pfarrheim parkt, machen sich Gäste und Gastgeber gemeinsam zu Fuß auf den Weg. Derweil haben im Kindergarten viele fleißige Menschen schon Apfelkuchen auf Tabletts aufgeschichtet und Apfelsaft in Gläser gefüllt. Denn der Ort der Kleinen ist Dreh- und Angelpunkt des Apfelfestes.

Das gibt es nicht nur, um den Jüngsten ihre Umgebung mit den Streuobstwiesen in Kontakt zu bringen – es geht auch darum, den Aspekt des nachhaltigen Umgangs im wahrsten Sinne unters Volk zu bringen. Stolze 2000 Liter Saft wurden beim Fest, Ausgabe 2016, gekeltert – mit Hilfe einer Presse aus Kreuzau in der Rureifel. Friedbert Carduck, der Initiator des Festes, stellt es vor und erinnert sich beredt an den Erfolg: „Gegen 16 Uhr waren wir schon ausverkauft.“

Bei allen Stolz auf das Dorf und die Liebe zu den Menschen, die dort wohnen, bleiben die kritischen und (selbst)ironischen Akzente nicht aus. Lea Daniels, die zusammen mit Svenja Carduck das Kunstwerk für den Kreisverkehr entworfen hat, kommentiert die gegenwärtige Situation: „Der Kreisverkehr soll unsere Visitenkarte sein – im Moment ist das nicht so der Fall.“ Auf jeden Fall kann sie ihr Projekt mit Witz und Pfiff präsentieren – selbst wenn sie wegen des aufbrausenden Windes mit ihren Modellen, mitgebrachten Tischen und allen Zuschauern ins nahe Bus-Wartehäuschen fliehen muss.

Ehemalige Ziegelei Kappertz und Dorfplatz – an diesem Nachmittag, der bald in den frühen Abend übergeht, verweben sich die Vergangenheit und die Gegenwart von Linden-Neusen. Es entsteht eine spannende Synthese, die auch die Mitglieder der Kommission in ihren Bann zieht. Die ist dann auch ganz baff und verzaubert von all der Mühe um sie herum und den Botschaftern dieses Gemeinwesens, die sich sehr engagieren und regelrecht brennen für ihren Ort, obwohl ihnen nicht die geringste Aussicht auf einen Preis winkt.

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