Und am Ende winkt das Babysitter-Diplom

Von: Stefan Schaum
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Auch diese Handgriffe wollen geübt sein: Die angehenden Babysitterinnen trainieren den Windelwechsel mit Babypuppen. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. „Und nach dem Fläschchengeben klopfe ich dem Baby so lange auf den Rücken, bis es rülpst.” Alles kichert, die junge Sprecherin errötet leicht. „Ich meine: bis es dann sein Bäuerchen macht!” So ists richtig - und Spaß macht es auch.

In einer munteren Runde machen sich jüngst 20 Jugendliche mit den Aufgaben vertraut, die sie bei ihren künftigen Babysitter-Jobs erwarten. Auch zwei Jungs wollen diese Herausforderung wagen.

Kein reines „Mädchending”

Der 20-jährige Nico Fara hat kein Problem damit, hier „so ein Mädchending” zu machen. Das Soziale liegt ihm ohnehin, im Winter will er ein Studium in Sozialer Arbeit beginnen. „Ich fände es schon prima, wenn ich mein Taschengeld dann auch mit Babysitterjobs aufbessern könnte.”

Und die Freunde? „Haben kein Problem damit, ich hab mir noch keinen einzigen blöden Spruch anhören müssen.” Dass die Kasse durchs Babysitten nicht allzu heftig klingeln wird, weiß er. „Mehr als acht Euro pro Stunde sind wohl nicht drin”, sagt er, „aber das sind ja wertvolle Erfahrungen, die man bei so einer Betreuung von Kindern mitnimmt.”

Fünf bis acht Euro für die Stunde zu fordern - diese Empfehlung gibt den angehenden Babysittern auch Susanne Schoenen vom Helene-Weber-Haus mit, die den sechsstündigen Kurs im Alsdorfer Familienzentrum Florianstraße leitet. Solch eine große Resonanz auf das Angebot hatte sie noch nie, doch ist es auch das erste Mal, dass sie einen Babysitter-Kurs während der Osterferien anbietet.

„Sonst sitzen oft nur drei, vier Teilnehmer vor mir”, sagt sie. Die schulfreie Zeit für diese Vorbereitung zu nutzen, kommt bei den Teilnehmern gut an. „In den Ferien passt das prima”, sagt die 13-jährige Baesweiler Gymnasiastin Laura Schwan.

Sie weiß schon ganz gut, wie man mit den Kleinen hantiert. „Ich hab zwei kleine Nichten, daher kann ich auch Windeln wechseln.” Andere können das noch nicht und deshalb wird es im Kurs geübt. Gut acht lebensnahe Kilo wiegen die Puppen, denen die Teilnehmer frische Pampers verpassen.

„Vorsichtig den Po anheben und die Windel drunterschieben”, sagt die Kursleiterin. Handgriff um Handgriff wird das geübt, bis alles sitzt. Auch ein Crashkurs in Ersthilfe, rechtliche Grundlagen und typische Fragen rund um den Babysitteralltag gehören zu diesem Kurs. Wo stehen Medikamente für den Notfall, welche Telefonnummer hat der Kinderarzt, wie erreiche ich die Eltern?

Zum Schluss des Ganzen gibt es dann etwas eigenes für die Teilnehmer: Ein Babysitterdiplom. Ob sie das ihren künftigen Auftraggebern vorzeigen, wissen die Teilnehmer zwar noch nicht. „Doch so was macht sich auch in jeder Bewerbungsmappe gut”, sagt Kursleiterin Susanne Schoenen. Nach dem Motto: Wer mit Babys klarkommt, der packt sicher auch noch ganz andere Dinge.
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