Umweltpreis für Stromsparprojekt und Taubenbetreuung

Von: ehg
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Nahmen den Umweltpreis der Grünen in Form einer Urkunde entgegen: Heike Haselmayr und Walter Moede. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Alle zwei Jahre verleiht der Ortsverband Würselen von Bündnis 90/Die Grünen seinen Umweltpreis für besondere Verdienste im Umwelt- und/oder Sozialbereich. In 2011 bedachte er das Stromspar-Check-Projekt des Rheinischen Vereins für Katholische Arbeiterkolonien und Heike Haselmayr, die ehrenamtlich den kommunalen Taubenschlag im Dachstuhl des Alten Rathaus betreut, mit diesem Preis.

Die Verleihung fand innerhalb einer von dem Sänger und Gitarristen Renoaud Marquart musikalisch umrahmten Feierstunde an der Kaiserstraße 36 statt. In Empfang nahm den Preis für den Rheinischen Verein im Beisein des stellvertretenden Geschäftsführer Frank Brünker (Aachen) der Koordinator des Stromspar-Checks, Walter Moede.

In seiner Laudatio auf den zu ehrenden Verein beleuchtete Ortsverbandssprecher Bernd Parschmann, wie in seinem Umweltprojekt der soziale Faktor und bei seinem Sozialprojekt der Umweltfaktor miteinander verknüpft werden. Zunächst einmal würden durch das Qualifizierungsprojekt Spectrum Langzeitarbeitslose zu Stromsparhelfern ausgebildet. Aufgrund dieser Ausbildung und der anschließenden Tätigkeit beim Stromspar-Check bekommen sie eine Chance, ins Berufsleben zurückzufinden, zumal in vielen Berufsfeldern Energiesparen immer aktueller werde. So weit die soziale Komponente.

Parschmann zum Umweltschutz: „Bei diesem Projekt ist es gelungen, die Menschen über ein sehr sensibles Organ - ich meine nicht die Nase, sondern das Portemonnaie - zu bewegen, etwas für die Umwelt zu tun.” Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld erhielten nämlich kostenlos die zum Energiesparen benötigten Utensilien, wie Sparlampen, schaltbare Steckdosenleisten und andere Vorrichtungen. „Die eingesparten Energiekosten kommen anschließend dem Beratenen zugute, die eingesparte Energie der Umwelt.” Auch für die Kommune zahle sich der Energiesparscheck aus. Neben dem Strom- würden auch Wasserverbrauch und Heizenergie reduziert, was beispielsweise die Zuzahlungen beim Wohngeld reduziere.

Parschmann ließ nicht unerwähnt, dass das Projekt aktuell sehr viel Unterstützung benötigt. Ist doch in der letzten Woche die Ausbildungswerkstatt des Weiterbildungsprojekts Spectrum einem Großbrand zum Opfer gefallen. Da darüber hinaus ab dem nächsten Jahr etliche Fördermittel entfallen, appellierte Parschmann an alle, die entsprechende Möglichkeiten haben, über mögliche Unterstützung des Projekts nachzudenken.

Die Laudatio auf die Preisträgerin Heike Haselmayr hielt die Bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt, Renate Knauf. Zunächst erläuterte sie das Stadttaubenprojekt und seine Funktion. Da die Tauben die meiste Zeit des Tages die Annehmlichkeiten des kommunalen Taubenschlags nutzten, verbleibe auch der größte Anteil ihrer Hinterlassenschaften im Schlag. „Die Öffentlichkeit - im Umkreis von etwa 500 Meter um den Schlag - bleibt von den meisten Verunreinigungen verschont”, legte Knauf dar. Ein weitere Clou bei diesem Projekt sei, dass die gelegten Taubeneier regelmäßig gegen Gipsattrappen ausgetauscht würden. Somit werde der Nachwuchs auf Null reduziert und die Population langfristig deutlich verringert.

Viel Überzeugungsarbeit und ein langer Atem hätten dazu geführt, dass endlich 2008 ein kommunaler Taubenschlag auf dem Dachboden des Alten Rathauses eingerichtet werden konnte. Bereits wenige Tage nach seiner Fertigstellung konnten ihn die ersten Tauben beziehen. Es habe nur kurze Zeit gedauert, bis sich unter ihnen „herumgesprochen” hatte, dass man auf dem Dachboden des Alten Rathauses „eine Luxusunterkunft mit Vollverpflegung” geboten bekomme. Der Schlag war - so Renate Knauf - innerhalb weniger Wochen voll besetzt. „Seitdem können wir fast täglich Eier austauschen und wöchentlich Kot, der sonst auf dem Morlaixplatz und der Kaiserstraße gelandet wäre, entsorgen.” Dann zu der zu Ehrenden: „Sie, liebe Frau Haselmayr, machen sich nun schon zwei Jahre lang jede Woche von Eschweiler auf den Weg, um in Würselen den Taubenschlag zu reinigen, die Tiere mit Futter und Wasser zu versorgen und ihre Gelege auszutauschen.” Der guten Fee des Taubenschlags galten Dank und Anerkennung für ihr außergewöhnliches Engagement. „Sie sorgen nicht nur für eine saubere Stadt, sie engagieren sich auch für ein außergewöhnliches Tierschutzprojekt.” Und: „Solche Menschen wie Sie machen durch ihre Arbeit und ihr Engagement die Welt ein kleines Stückchen besser.”
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