Umfangreicher Wegweiser für Flüchtlinge

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
13218326.jpg
Leisteten monatelange Recherchearbeit: (v.r.) Kerstin Harings, Manfred Borgs, Mamdoh Sattouf und Peter Haselier.

Herzogenrath. Wenn das rote Männchen auf der Ampel leuchtet, muss man auf alle Fälle stehen bleiben, sonst begeht man eine Ordnungswidrigkeit. Eine klare Regel, doch für viele Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ist das nicht unbedingt plausibel.

Genauso wenig wie die Tatsache, dass eine vom Sachbearbeiter im Rathaus überreichte „Kundenkarte“, auf der zwar auch „Mobilticket“ und „Aseag“ steht, trotzdem noch nicht das eigentliche Ticket ist, sondern dieses erst beim Busfahrer erworben werden muss.

Wer eine Flucht überstanden hat, muss nicht nur oft traumatische Erlebnisse verarbeiten, sondern auch lernen, im neuen Land möglichst schnell gut zurechtzukommen. Dazu gehören neben der Bewältigung bürokratischer Hürden in Bezug auf Asylverfahren und Lebensunterhalt auch Kenntnisse über Gesetze, Sitten und Gepflogenheiten der neuen Gesellschaft, die es im Sinne eines harmonischen Miteinanders einzuhalten gilt.

In fünfmonatiger Kärrnerarbeit hat in Herzogenrath ein siebenköpfiger Arbeitskreis die essenziellen Informationen zum Aufenthaltsstatus und viel Wissenswertes über Themenbereiche wie Gesundheit, Integration und Freizeitgestaltung zusammengetragen. Neben wichtigen Adressen, Kontakten und Notfallnummern wird unter anderem unmissverständlich dargelegt: Frauen und Männer sind absolut gleichberechtigt. Gewalt gegen Kinder ist eine Straftat und keinesfalls ein Erziehungsmittel. Und die freie Religionsausübung ohne Einschränkung anderer ist ein Grundrecht.

„Ganz gleich, welches Schicksal Sie bewegte, nach Deutschland zu kommen, gehe ich davon aus, dass Sie sich trotz der oft großen Umstellung in die hiesigen Lebensverhältnisse einfügen werden“, äußert im Vorwort denn auch Bürgermeister Christoph von den Driesch unmissverständlich seine Erwartungshaltung, „mit den besten Wünschen für Ihr Leben in Herzogenrath“. Ausdrücklich dankte der Verwaltungschef der Arbeitsgruppe.

Koordiniert von Kerstin Harings, die anfangs seitens der Stadtverwaltung für die Flüchtlingsarbeit in dem mittlerweile aufgelösten Erstaufnahmezentrum in der Turnhalle Waidmühl zuständig war, haben sich der pensionierte Lehrer Peter Haselier, Dagmar Wehr, Benedikt Kownatzki, Argjend Ademaj und Mamdoh Sattouf ehrenamtlich engagiert. Mit im Team war auch Manfred Borgs, Geschäftsführer des Stadtsportverbands, der unter anderem für ein ansprechendes und mit eingängigen Logos und Symbolen gespicktes Layout der 45 Seiten starken Broschüre sorgte, die in der städtischen Druckerei aufgelegt und vom Landesprogramm „Komm-an NRW“ gefördert wurde.

Mamdoh Sattouf, der einst in Deutschland studierte und promovierte, 2007 nach Syrien zurückkehrte und im vergangenen Jahr von dort wieder flüchten musste, arbeitet zurzeit zudem an der Übersetzung ins Arabische. Auch eine englische und eine französische Version sollen folgen. Erhältlich ist die Broschüre im Rathaus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert