Ulrich Bergmann: Das Gesicht der Stadt maßgeblich mitgeprägt

Von: vm/bea
Letzte Aktualisierung:
12156608.jpg
Setzte sich vielfältig ein: Der ehemalige Erste Beigeordnete Ulrich Bergmann. Foto: Archiv/(sev)

Würselen. In der Nacht zum Freitag ist der langjährige Erste und Technische Beigeordnete der Stadt Würselen, Ulrich Bergmann, im Alter von 68 Jahren gestorben. Bergmann hat die Stadt wie kein anderer Technischer Beigeordneter geprägt.

Großprojekte wie etwa die Ortsumgehung Willy-Brandt-Ring mit der Unterführung in Broichweiden oder der Gewerbepark Aachener Kreuz tragen seine Handschrift.

Aber auch die scheinbar kleinen Dinge sind ihm zu verdanken. Etwa, dass Würselen auch eine Fußgängerstadt ist, mit Gässchen und Abkürzungen. Oder, im Tiefbau, dass die Stadt die unter anderem durch unterschiedliche Höhenlagen verursachten Kanalprobleme umfassend gelöst hat.

Zuletzt hat er sich für den Erhalt der beiden Singer-Gebäude eingesetzt, trotz seines fortgeschrittenen Krebsleidens. „Ich habe selten jemanden kennengelernt, der so gefasst damit umgegangen ist“, sagt sein langjähriger Weggefährte, der ehemalige Bundestagabgeordnete und heutige Vorsitzende der Kulturstiftung Würselen, Achim Großmann (SPD). Seit Anfang der 70er habe er mit Bergmann zusammengearbeitet, damals bei den Jusos des Unterbezirks Aachen. „Uli war sehr durchsetzungsstark. Ein super Typ und ein guter Freund – neben meiner hohen Achtung vor seiner beruflichen Leistung.“ Es sei eine gute Entscheidung gewesen, ihn zum Technischen Beigeordneten zu machen, „ein Gewinn für Würselen“, so Großmann.

Als Mann durchaus „mit Ecken und Kanten auf den aber immer Verlass war“, kennzeichnet Würselens Bürgermeister Arno Nelles den früheren Technischen Beigeordneten: „Wir verlieren jemanden, der das Gesicht der Stadt maßgeblich mitgestaltet hat.“ Bergmann hatte zwei Ausbildungen abgeschlossen: ein Bauingenieurstudium an der RWTH und eine Verwaltungslehre, war also für Bau und Bauverwaltung prädestiniert.

Großer Einsatz im Ehrenamt

Im Abschiedsinterview mit unserer Zeitung äußerte Bergmann im Dezember 2000 Freude darüber, dass Würselen von einer Auspendler- zu einer Einpendler-Stadt geworden war, auch indem die Chance genutzt wurde, am Aachener Kreuz einen Branchenmix aus klassischen Dienstleistern und High-Tech-Unternehmen anzusiedeln. „Ich werde in Pension geschickt“, stellte er im Gespräch mit unserer Zeitung mit Blick auf noch nicht zu Ende gebrachte Projekte aber auch noch fest. Denn die damals neue schwarz-grüne Mehrheit hatte sich gegen eine weitere Amtszeit des SPD-Mannes Bergmann entschieden. Dass sie weiter in der Lage sind, „kreativ zum Wohle der Stadt zu arbeiten“, wünschte er seinen Kollegen damals zum Abschied. Und wurde dann in der SPD Würselen-Mitte aktiv, deren Vorsitz er bis März 2010 innehatte. Unter anderem leitete er im Juni 2013 auch eine Podiumsdiskussion zur „Zukunft des Medizinischen Zentrums der Städteregion Aachen“ – ein Thema, das von höherer Aktualität denn je geprägt ist.

Auch im Vereinswesen brachte Bergmann sich ein, war Vorsitzender der Behindertensportgemeinschaft Würselen, deren Herzsportabteilung er leitete. Und er war Beisitzer im Vorstand des Vereins für Rasenspiele (VfR) Würselen. Anfang 2004 wurde er bei der städtischen Sportlermatinee geehrt, weil er viele Jahre im Jugendvorstand des VfR tätig war – als Pressesprecher, Turnierorganisator, Kassierer und Jugendleiter, und zudem lange Zeit die Jugendferienlager organisierte sowie großen Einsatz fürs Ehrenamt zeigte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert