Baesweiler - Ulla Schmidt lobt die jungen Verkehrszähmer

Ulla Schmidt lobt die jungen Verkehrszähmer

Von: fenja
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Bundesgesundheitsministerin ist erfreut über die Baesweiler Intitiative: Beinahe einhundert kleine Bodyguards hatte Ulla Schmidt (4.v.r. im Hintergrund) um sich versammelt, als sie einen Teil des - dank Verkehrszähmer-Programms - sicheren Schulwegs mitging. Foto: fenja

Baesweiler. Sie hatte ihre schwarzen Pumps nicht ausgezogen, als Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) in einer Traube von Grundschülern die Aula der Grengrachtschule betrat. Das mussten nur die Kleinen, wie sie es gewohnt sind.

Der hohe Besuch aus Berlin war extra früh aufgestanden, um sich das „Verkehrszähmer”-Programm vor Ort anzusehen. Dazu machte sich die Ministerin mit knapp 100 Schülern auf den Schulweg.

„Bewegung ist nicht nur wichtig, sie macht auch Spaß”, sagt Schmidt. Sie bemängelt, dass in der Schulpolitik der vergangenen Jahre der Sportunterricht wesentlich zu kurz gekommen ist. So ein Programm, wie das der Verkehrszähmer, sei da genau richtig. Seit Beginn des Schuljahres motiviert die Lehrerschaft ihre Schützlinge, den Schulweg zu Fuß zurückzulegen. Die Hürde, die meist ängstlichen und beschützenden Eltern davon zu überzeugen, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu fahren, ist mittlerweile beinahe gänzlich genommen.

Auch die achtjährige Celestina hatte Angst, zu Fuß zur Schule zu gehen. Die vielen Autos verstopften die Straße vor der Schule und parkten den Bürgersteig zu. Zu allem Überfluss wurden Fußgänger beschimpft, wenn sie versuchten, die Straße zu überqueren. Doch diese Szenen gehören der Vergangenheit an.

Ulla Schmidt weiß außerdem noch einen guten Grund, warum die Bewegung morgens gut ist: „Die Kinder, die viel laufen, können besser lernen.” Sie selbst habe in ihrer Schulzeit einen Fußweg von sieben Kilometern pro Strecke zurück gelegt, „danach konnte ich mich immer super konzentrieren und lernen. Und jetzt bin ich Bundesgesundheitsministerin!”

Umlagert wie ein Pop-Star

Der Besuch in Baesweiler macht der gelernten Lehrerin sichtlich Spaß. Da wird umarmt, gelacht und natürlich Autogramme geschrieben. Dafür müssen die bunten Fähnchen herhalten, die die Initiatorin des Verkehrszähmer-Projekts, Angela Baker-Price, mitgebracht hatte. Von den Kindern wird die Bundesministerin umlagert wie ein Pop-Star. Gegenseitig erzählen sie sich stolz, wer an diesem Tag mit in die Aula darf - für alle Schüler wäre kein Platz gewesen. So einigte man sich auf die Klassensprecher, die auch vertretend für ihre Klassenkameraden die von Ulla Schmidt mitgebrachten Schritt-Zähler in Empfang nahmen.

Die achtjährige Sarah ist eine von ihnen. Sie hatte extra ihre besten Sachen angezogen. Ein rosafarbener Rock, die Haare mit einem silbernen Band zusammengehalten und dazu schwarze Lackschuhe - beinahe passend zu den der Ministerin. „Sie ist so nett”, findet sie und erzählt weiter: „Ich habe vor Aufregung letzte Nacht kaum geschlafen.” Weniger Schlaf als sonst hatten auch einige andere Schüler, auch wenn sie es nicht zugeben wollten. Doch schließlich besucht nicht jeden Tag eine Ministerin die eigene Schule.

Viel Aufmerksamkeit bekamen auch die Bodyguards der gebürtigen Aachenerin. Schließlich sind die Grundschüler dank des Verkehrszähmer-Programms selbst zu kleinen - im wahrsten Sinne des Wortes - Leibwächtern geworden und vielleicht konnte man sich da noch ein bisschen was abgucken.

Lehrerin Angela Baker-Price erhofft sich nach dem Minister-Besuch nun noch einmal einen Motivationsschub für die Schülerinnen und Schüler. Sie ist sich aber ganz sicher: „Die Belohnungen, die es für die Kinder im Rahmen des Verkehrszähmer-Projekts gibt, sind mittlerweile in den Hintergrund gerückt. Sie werden dadurch wesentlich selbstständiger und reifer. Aber der Besuch hat ihnen gezeigt, wie wichtig die Umsetzung des Programms tatsächlich ist.”
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