Überwältigter Mann in psychiatrischer Behandlung

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
SEK Herzogenrath
Foto: dpa

Herzogenrath. Schon bei seiner Festnahme und der ersten Vernehmung hätten die Beamten den Eindruck gehabt, der 50-jährige Mann, der sich am Dienstag mit Sprengstoff in seiner Wohnung verschanzt hatte, sei nicht voll zurechnungsfähig. Eine deswegen hinzugezogene psychiatrische Sachverständige hat diese Wahrnehmung nunmehr untermauert, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Robert Deller auf Anfrage darlegt.

„Festgestellt wurde, dass die Voraussetzungen für eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit bestehen.“ In Folge ist die vorläufige Einweisung in die Forensik verfügt worden. Der Landschaftsverband Rheinland prüft in solchen Fällen, in welcher Einrichtung des Landes ein freier Platz zur Verfügung steht. Am Donerstag sollte der Mann dorthin überführt werden.

„Dabei ist natürlich Vorsorge getroffen, was seine medizinische Versorgung angeht", sagt Deller. „Sein Zustand war aber ohnehin stabil.“ Wie berichtet, war der 50-Jährige bei der Stürmung seiner Wohnung im Hüftbereich angeschossen worden, als ein SEK-Beamter den Eindruck hatte, er greife nach einem Messer.

Diese einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt ist als vorläufige Sicherungsmaßnahme vergleichbar mit einem Haftbefehl. Ausführliche psychiatrische Gutachten werden in den kommenden Wochen letztlich über die Schuldfähigkeit des Mannes aus Herzogenrath gemäß Paragraph 20 (Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen) oder 21 (verminderte Schuldfähigkeit) Strafgesetzbuch befinden.

Deller: „Erst dann entscheidet sich, ob es zu einer Anklage- oder einer Antragsschrift kommt.“ Im letzteren Fall wird eine öffentliche Hauptverhandlung lediglich über seine weitere Unterbringung bescheiden.

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