Überwachungskameras: Privatsphäre Unbeteiligter muss ausgeblendet sein

Von: bea
Letzte Aktualisierung:
13721625.jpg
Seit 21 Jahren: Herbert Meys aus Würselen ist gefragter Partner auch der öffentlichen Hand. Foto: Oprée

Würselen. „Wir stehen eigentlich im Hintergrund“, sagt Herbert Meys bescheiden. Doch der 57-jährige Elektromeister ist Vollprofi und seit 21 Jahren vielfach gefragt, wenn es um die Installation von Videoüberwachungsanlagen geht.

Sein am Aachener Kreuz ansässiges Unternehmen ist bundesweit tätig, stattet in der Region unter anderem APAG-Parkhäuser aus, sichert Haltepunkte der Euregiobahn, liefert Bilder über den Baufortschritt am Autobahnkreuz und war erneut Partner von Polizei und Feuerwehr im Zuge des Sicherheitskonzepts für den Aachener Weihnachtsmarkt. Seit den Terroranschlägen, so berichtet er, ist auch im privaten und gewerblichen Bereich die Nachfrage nach optisch-elektronischen Einrichtungen immens gestiegen.

Doch einfach so eine Kamera aufhängen geht in keinem Fall, erklärt Meys, wie eng die gesetzlichen Grenzen des Datenschutzes gesteckt sind – für den Privatmann genauso wie für die Ordnungsbehörden. Will heißen: Alles, was die Privatzone Unbeteiligter angeht, muss mittels schwarzer Balken ausgeblendet werden.

Das gilt gleichermaßen für mögliche Einblicke in Wohnungen wie für angrenzende Grundstücke und sogar Laufwege eines Nachbarn, der ein gemeinsames Grundstück nutzt. Letzteres ist auf Meys‘ Parkplatz der Fall, der Nachbar kann sich gemäß von beiden Seiten unterzeichneter Nutzungsvereinbarung jederzeit davon überzeugen, wie Meys versichert.

Um alle Auflagen zu erfüllen, müssen die eingesetzten Kameras genau justiert werden. Dreiviertel eines jeden Auftrags nimmt die Planung dazu in Anspruch, mit Probeaufnahmen bei Tag und Nacht. „Für ein Firmengelände kann es mitunter ein Jahr dauern, um alle Denkmodelle und Konsequenzen der Kamerareichweiten zu erfassen.“ Nur dann könne man sicher sein, kein Gesetz zu verletzen und trotzdem Erfolge zu zeitigen. Nachtaufnahmen seien die größte Herausforderung, die nötige Infrarottechnik dazu auch noch preislich aufwendig.

Der Preis ist es, der viele Privatleute abschrecke – und stattdessen zu Anlagen vom Discounter greifen lässt. Bei aller Unsicherheit hinsichtlich der Datenschutzauflagen. „Würden diese gründlicher überprüft“, sagt Meys, „würden viele selbsteingebaute Anlagen durchfallen.“ Die überdies Gefahr laufen, durch ungewollte Hacker das eigentlich zu schützende Privatleben erst recht offenzulegen. „Wir nutzen hingegen ein eigenes Netzwerk, das vor Angriffen von außen geschützt ist“, sagt Meys.

Bisher beziehen sich Möglichkeiten der Videoüberwachung auf die Wahrnehmung des Hausrechts respektive die Sicherung von ausgemachten Kriminalitätsschwerpunkten und von Menschenansammlungen bei öffentlichen Veranstaltungen, etwa Volksfesten, Sport- und Kulturevents.

Alle Freischaltungen im öffentlichen Raum werden von Datenschutzbeauftragten begleitet, verweist Meys auf drei Anforderungsprofile: Erfassen (wobei nur Personen wahrnehmbar sind, mehr braucht es nicht, um gegensteuern zu können, falls sich in einem Menschenstrom etwa eine Panik entwickelt), Erkennen (Mann oder Frau?) oder Identifizieren (mit hochauflösenden Bildern zum Einsatz bei Fahndungen). Den Markt auf technische Möglichkeiten hin zu beobachten, gehört zu Meys‘ Job. Die Fortschritte sind rasant: Moderne Digitalzooms ermöglichen es etwa längst, selbst kleine Zettel in einer Hand lesbar zu machen ...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert