Nordkreis - Überproportional viele junge Tatverdächtige in Alsdorf

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Überproportional viele junge Tatverdächtige in Alsdorf

Von: Beatrix Oprée
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Nordkreis. Der behördenweit festgestellte „sehr drastische“ Anstieg von Wohnungseinbrüchen findet im Nordkreis nur teilweise Niederschlag: In Alsdorf und Herzogenrath wuchs die Zahl der Fälle, in Baesweiler und Würselen hingegen gab es weniger Delikte. Und nur in Würselen sank die Aufklärungsquote auf diesem Sektor.

Generell, so erläutert Polizeipräsident Klaus Oelze, hätten die Kollegen aber „alles getan“ in Sachen Sicherung von Spuren und DNA respektive deren Auswertung. Doch auch die Klientel lernt offenbar dazu.

„Täter sind gewiefter worden, sie beichten nicht mehr gleich alle ihre Taten, wenn sie einmal ertappt worden sind.“ Und, so ergänzt Oelze: Anders als bisher sei ein deutliches Hoch bei den Einbruchsdiebstählen auch im Sommer verzeichnet worden.

50 Prozent der Taten hätten örtliche Täter auf dem Kerbholz, Beschaffungskriminalität ist hier ein großes Thema. Der Rest gehe auf das Konto von Banden, vielfach aus dem südosteuropäischen Raum, die Unterstützung von Komplizen vor Ort erhalten und nach der Tat sofort weiterziehen.

Aber auch die Zahl der unvollendeten Einbrüche spreche für sich, sieht Oelze einen Lichtblick durch die offensichtlich wirksame Präventionsarbeit im Zuge landesweiter Großaktionen wie „Riegel vor“ und „Motiv – Mobile Täter im Visier“.

Auffallend im Nordkreis: Der Anteil der Jugendlichen unter 21 Jahren bei den 1470 Tatverdächtigen in Alsdorf ist mit 25,3 „überproportional hoch“, wie Kriminaldirektor Ulrich Flocken, neuer Leiter der Direktion Kriminalität, darlegt. Eine Erklärung könnte in einer speziellen Gruppenbildung von Jugendlichen – „keine Banden“ – begründet sein. Behördenweit beträgt der Anteil von jugendlichen Straffälligen unter 21 Jahren 22,4 , in der Stadt Aachen sind es 23,7 von 10 925 Tätern, (Würselen 19,7 von 1036 Tätern), Herzogenrath 19,5 von 1602, Baesweiler 17 von 455).

Raubgut Smartphones

Insgesamt jedoch ist die Jugendkriminalität – ebenso wie Gewaltdelikte und Straftaten auf der Straße – zurückgegangen. Als „typisches Jugenddelikt“ stuft die Polizei den Straßenraub ein, Raubgut sind in der Regel Smartphones und Bares, Tatzeit abends oder nachts. Hier verstärkt ansetzen zu wollen, kündigt Klaus Oelze an, gepaart mit dem Appell, das tolle neue Handy und Ähnliches nicht mehr in aller Öffentlichkeit herumzutragen.

Wieder zugenommen haben die Kapitalverbrechen im Nordkreis: Als versuchter Mord gewertet wurde im Mai der Messerangriff eines Straftäters auf seinen Bewährungshelfer während seines Transportes durch Herzogenrath zu einer freiwilligen Unterbringung. Zudem ereignete sich in Roda eine Beziehungstat, die als versuchter Totschlag eingestuft worden ist. In Alsdorf gab es einen vollendeten Totschlag: Im Mai erstach ein Mann seine Ex-Lebensgefährtin.

Zudem verzeichnet Alsdorf zwei versuchte Totschlagsdelikte, unter anderem, als ein 26-Jähriger seine Mutter rund 50 Meter mitschleifte, die sich im Zuge eines Streites ins offene Fenster seines Wagens gebeugt hatte. Der Sohn stellte sich zwei Tage später der Polizei.

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