Würselen - Über den Wolken: Jubiläum mit Flugshows und Fallschirmsprüngen

Über den Wolken: Jubiläum mit Flugshows und Fallschirmsprüngen

Von: Laura Beemelmanns
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Gelandet: Nach ihrem Rundflug über den Flugplatz ist die D-Ewad wieder sicher unten angekommen.

Würselen. Wenn er sprechen könnte, was würde er wohl alles erzählen aus den vergangenen 100 Jahren, die er nun schon auf dem Buckel hat. Geschichten vom Krieg, von Piloten und deren Starts und Landungen, von seiner Besetzung durch die Belgier und Festen, die auf seinem Boden gefeiert wurden.

Der Flugplatz Aachen-Merzbrück. Er wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Für die Betreiber Grund genug, um ein zweitägiges Fest auf die Beine zu stellen. Man muss bedenken, dass der Flugplatz im Grunde „zufällig entstanden“ ist, wie Geschäftsführer Uwe Zink sagt, „weil man in Aachen im Jahr 1914 einen Standort für einen Feldflugplatz suchte“, fügt er hinzu.

Damals kundschaftete man von dort aus den Feind aus. „Er war eine wichtige Anbindung ans Deutsche Reich“, sagt Zink. Und das Gelände hat einen entscheidenden Vorteil: Es ist „natürlich eben“. Außerdem „bildet sich wenig Nebel hier“, sagt er.

Ein Jahrhundert später ist er immer noch die Anlaufstelle für Piloten aus der Region. Auf der 520 Meter langen Bahn, der zweitkürzesten in ganz Deutschland nach Helgoland, gibt es rund 42.000 Flugbewegungen pro Jahr – damit gehört er zu den bedeutendsten Flugplätzen in ganz Nordrhein-Westfalen.

Gründe zum Feiern, gibt es also genug. Pläne und besondere Angebote auch. Nun muss nur noch das Wetter mitspielen, dann hoffen Zink und Organisatorin Anemone Zabka auf rund 12.000 bis 15.000 Besucher an beiden Tagen.

Gefeiert wird am 30. und 31. August. Die Besucher erwartet ein Programm mit PS-starken Doppeldeckern, nostalgischen Flugzeuglegenden und Kunstflügen von Modell- und Segelflugzeugen. „Das ist hoch interessant“, sagt Zink. „Immer wenn ich die Kunstflieger am Himmel sehe, kribbelt selbst mein dicker Zeh“, sagt er mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Das ist wirklich ein berührender und emotionaler Moment. Einfach unglaublich, dass ein Flugzeug solche Spannungen aushält.“ Vorgeführt werden diese Flüge unter anderem von Ralf Niebergall alias „Mr. Marchetti“ und seinem Sohn Nico. Sie zeigen einen Formationsflug mit dem Kleinflugzeug SIAI Marchetti SF 260, das in Italien entworfen wurde und 1964 zum ersten Mal gen Himmel stieg. Und auch Walter Kampsmann, ehemaliger Deutscher Meister im Kunstflug, wird mit seiner Maschine „am Himmel tanzen“.

Wer den besonderen Nervenkitzel sucht, kann seinen Mut bei einem Fallschirmsprung aus 4000 Metern Höhe unter Beweis stellen. Mit rund 200 Kilometern pro Stunde geht es dann wieder in Richtung Erde.

Weiterhin geplant sind Rundflugangebote, Ausstellungen von nostalgischen Flugzeugen und ein Oldtimer-Autokorso, ein Kinderspieleland sowie verschiedene Schaustellergeschäfte.

„Es gehen eben nicht nur Flieger in die Luft. Es gibt auch Einiges mehr zu entdecken“, sagt Zink. Und er verspricht: „Jeder hat schon mal so einen Kunstflug gesehen. Aber wenn man live dabei ist, ist das einfach unbeschreiblich schön.“

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