Herzogenrath - UBL-Fraktion fordert ein besseres Angebot für Jugendliche

UBL-Fraktion fordert ein besseres Angebot für Jugendliche

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
15904450.jpg
Tanzen und Feiern: In Kohlscheid könnte es bald eine Disco für junge Menschen geben.

Herzogenrath. Eine Disco für Jugendliche in Herzogenrath muss dringend her – das fordert die UBL-Fraktion. Die Begründung: In Herzogenrath und Umgebung werden vorwiegend Freizeitangebote für Kinder sowie junge Erwachsene ab 18 Jahren angeboten.

Jugendliche indes hielten sich vorwiegend im privaten Umfeld oder Jugendeinrichtungen auf, in denen vor allem Spielkonsolen und das „Miteinander-Chillen“ im Angebot stünden – das zumindest ist die Einschätzung der UBL. Sie begrüßt dieses Angebot.

Allerdings führt es dazu, so die Fraktion, dass zum einem eine „Zweiklassen-Gesellschaft“ entstehe und zum anderen, dass sich schon viele Jugendliche in Kneipen aufhielten, in denen sie mit einer nicht vorteilhaften Vorbildfunktion von Erwachsenen konfrontiert würden, die Alkohol trinken und rauchen. Dies verleite zwangsläufig früher oder später zur „Nachahmung“. So das Urteil der UBL. Am Dienstag, 27. Februar, soll der Antrag auf der Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses stehen.

Schaut man sich das bisherige Angebot der Herzogenrather Jugendeinrichtungen genauer an, fällt auf: Es ist vielfältig.

Die Stadt betreibt respektive unterstützt im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit gleich vier Einrichtungen: den Kinder- und Jugendtreff „Streiffelder Hof“ in Merkstein, das Jugendzentrum HOT St. Gertrud in Mitte, das Jugendzentrum 4 YOU und den Kinder- und Jugendtreff im Bürgerhaus Kohlscheid. Alle Einrichtungen haben gemeinsam, dass sie neben Kursen wie Turnen, Malen und einer Holzwerkstatt, auch Kinoabende oder Ferienspiele anbieten.

Jugendbeirat hört zu

Aber: So unterschiedlich das Angebot ist, so unterschiedlich sind auch die Interessen der Jugendlichen, weiß der städtische Jugendpfleger Oliver Krings (38). Um nur zwei Beispiele zu nennen: Im Streiffelder Hof gibt es einen Treff, der nur für Mädchen gedacht ist. Das habe vor allem einen kulturellen Hintergrund, sagt Krings. Die Mädchen hätten sich einen Ort gewünscht, an dem sie ungestört ohne Jungs sein können. Dieses Angebot sei einzigartig in Herzogenrath.

In Kohlscheid sei der Bedarf an „Unplugged-Konzerten“ groß. Dementsprechend finden dort häufiger Musikabende statt, bei denen junge Bands auftreten.

Dass die Interessen der jungen Menschen auch gehört werden, dafür setze sich die Offene Kinder- und Jugendarbeit der Stadt seit vielen Jahren ein.

Hinzu kommt die Arbeit des Jugendbeirats. Das Problem aber: Viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, dass es diese Möglichkeit der Partizipation überhaupt gibt.

Umso wichtiger sei die Mobile Jugendarbeit. „Jugendliche, die wir mit unseren Angeboten in den Jugendtreffs nicht erreichen, sollen sich nicht abgehängt fühlen“, sagt Krings. Das Prinzip ist einfach: Jugendliche, die sich sowieso schon für die Einrichtungen interessieren, bringen auch Ideen für weitere Angebote mit ein. Diejenigen, die sich nicht für Jugendtreffs und deren Aktivitäten interessieren, erfahren folglich auch nicht, wenn neue Angebote geschaffen werden.

„Die Jugendlichen werden regelmäßig gefragt, welche Angebote sie gut finden oder was sie sich wünschen“, sagt Krings. Gerade Jugendliche aus sozialschwachen Familien blieben aber oft auf der Strecke. Die Mobile Jugendarbeit habe in diesem Bereich in den vergangenen Jahren aber schon einiges bewirken können.

Gerade diejenigen, die sich in ihrer Freizeit oft im öffentlichen Raum, also auch auf Spielplätzen oder in Parks aufhielten, hätten von dem Angebot der mobilen Arbeit profitieren können. Da habe sich auch gezeigt: Das Interesse sei nicht grundsätzlich nicht da, man wisse nur nichts von den Möglichkeiten.

Dass die Interessen der jungen Menschen auch nachgegangen wird, zeigt ein jüngstes Beispiel in Merkstein. Auf der Halde Adolf hat das Bemühen von Jugendlichen um eine Mountainbikestrecke ein gutes Ende gefunden.

„Ich finde, es gibt in Herzogenrath ein gutes Angebot für Kinder“, sagt unterdessen Bruno Barth, Fraktionsvorsitzender der UBL. Aber: „Das Angebot für Jugendliche ist dagegen sehr mau, gerade für die Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren. Die sind (noch) nicht motorisiert und auf den ÖPNV angewiesen oder auf das Taxi ,Eltern‘, das oft als uncool empfunden wird.“

Aus Barths Sicht würde sich der Jugendtreff im Bürgerhaus in Kohlscheid als Ort für eine Disco anbieten. Zudem vermittele man so den Jugendlichen dieser Altersklasse das Gefühl, nicht mehr zu den „Kleinen“ zu gehören und ohne Erwachsene ungestört miteinander Spaß haben zu dürfen.

Die Lage an der Oststraße eigne sich hervorragend, da keine Bewohner gestört würden und es direkt vor der Tür eine Bushaltestelle gebe, heißt es im Antrag.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert