Turbulent: Wenn die Monster aus ihrer eigenen Show ausbrechen

Von: Margret Nußbaum
Letzte Aktualisierung:
15226174.jpg
Jede Menge Spaß hatten die kleinen Teilnehmer beim Theater-Workshop im Haus Setterich bei ihrem selbst inszenierten Stück vom Rotkäppchen und den Monstern. Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Rotkäppchen ist sauer. Es mag nicht immer wieder die gleiche Geschichte über sich und den bösen Wolf hören. Denn der ist eigentlich ihr Freund. Gemeinsam starten die beiden zu einem Ausflug in einen Vergnügungspark. Aber mit Spaß ist erst mal nichts.

Denn die Monster sind aus ihrer eigenen Show ausgebrochen und fahren mit dem Zug ins Spiel- und Spaßland. Ein turbulentes Theaterstück mit Akteuren zwischen sieben und zwölf Jahren. Eine ganze Woche lang durften die Kinder im Haus Setterich, Theater spielen. Vom Schreiben der lustigen Grusel-Story über die Umsetzung auf der Bühne bis zum Bauen der Kulissen und Besorgen von Kostümen und Requisiten lag alles in der Hand der etwa 40 Mitwirkenden.

Unterstützt wurden sie dabei von der Theaterpädagogin Julia Heinen und Eric Haug, Schauspieler am Theater im Tanzhaus, Wuppertal. „Es ist phänomenal, was Kinder innerhalb von nur wenigen Tagen auf die Beine stellen“, sagt Julia Heinen. Ganz nebenbei lernt der schauspielerische Nachwuchs vielleicht mehr als nach einer Schulwoche. „Ich lege Wert auf vollständige Sätze und korrigiere die Kinder, wenn das mal nicht klappt. Es ist erstaunlich, was sich in Sachen Wortschatz-Erweiterung sowie im sozialen Verhalten nach den fünf Tagen tut“, erklärt Eric Haug.

Fabienne Hermanns, 8 Jahre, und Gabriel Khan Özdemir, 10 Jahre, kennen sich von der Andreasschule Setterich. „Es macht Riesenspaß, auf der Bühne zu stehen, sich Kostüme auszudenken und Texte auswendig zu lernen – viel mehr als in der Schule“, meint Gabriel. „Die Proben sind immer sehr lustig“, sagt Fabienne.

„Und mittags gibt es total leckeres Essen – sogar Eis zum Nachtisch.“ Dass alles wie am Schnürchen klappt, ist vor allem einem Team von jungen Leuten zu verdanken, die immer zuverlässig als Helfer zur Stelle sind, wenn im Haus Setterich eine Kinder-Aktion stattfindet. „Die Jugendlichen nehmen uns Hauptverantwortlichen jede Menge Arbeit ab. Ohne sie könnte das so nicht funktionieren“, sagt Julia Heinen.

„Es ist schön festzustellen, wie die Kinder aufeinander eingehen, sich gegenseitig korrigieren, Rücksicht nehmen“, meint die Theaterpädagogin, die hauptberuflich als Erzieherin im Kindergarten nebenan tätig ist. Theaterpädagogik hat sie nebenbei studiert. Mit der Laientheatergruppe „Spielfreunde 2010“ tourt Julia Heinen durch die Region Aachen.

„Wer weiß: Vielleicht sehe ich das eine oder andere Kind in einigen Jahren mal auf der Bühne wieder. Denn wen der Theatervirus einmal gepackt hat, den lässt es so schnell nicht wieder los“, erzählt die Laienschauspielerin aus eigener Erfahrung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert