Türkischer Bayer serviert feine Pointen

Von: mas
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„Ihr denkt sicher, dass ich auch Hans Müller heißen könnte!“ Der türkische Comedian Serhat Dogan fühlte sich in der Alten Scheune des Kulturzentrums Burg Baesweiler pudelwohl. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Sächseln kann er – und eine Auswahl moderner Tanzschritte hat Serhat Dogan auch zur Hand. Es war eine interessante Mischung, die der in Köln geborene Komödiant seinem Publikum 90 Minuten lang in der Burg Baesweiler servierte.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur nach 8“ machte der 39-jährige den Auftakt für 2014 in der Alten Scheune der Burg Baesweiler. Dort stellte Dogan sein neues Programm „Kückück, ein Türke sieht Schwarz-Rot-Gold“ vor. Dogan, der bereits in TV-Formaten wie dem „Quatsch-Comedy-Club“ aufgetreten ist oder fester Bestandteil der Serie „Rent A Pocher“ ist, betrat die Bühne mit dem Bekenntnis, Schafswollunterhosen zu tragen. Davon hatte ihm seine Mutter gleich zehn Exemplare gestrickt. Für die Rückreise nach Deutschland, die er 2003 – sieben Jahre lebte er zuvor in Izmir – antrat, um in Köln Sport zu studieren.

Wie sportlich Serhat Dogan im „zarten“ Alter von fast 40 Jahren ist, belegte er in einer Show-Nummer, in der er einen Urlaubs-Animateur spielte und vom Discofox, über Bauch- und Volkstanz sowie HipHop die gesamte Palette vor etwa 200 Besuchern abtanzte. Seine Stärken präsentiert der Künstler auch dann, wenn er aus seinem Tagebuch vorlas und in diesem Zusammenhang mit seinen türkischen Wurzeln kokettierte oder sprachlich ins Sächsische oder Bayerische abdriftete. „Als ich in München landete und die Leute dort reden hörte, habe ich mich erstmal gefragt: Wo ist Deutschland?“, bekannte er.

Rauch im Wohnzimmer

Als man ihm im Hofbräuhaus eine Maß Bier vorsetzte, erschrak er. „Da kann ja ein Kind drin ertrinken. Ich habe ein Bier bestellt – und kein Aquarium!“ Viel Raum in seinem Programm nahm die Beziehung zur Sozialpädagogin Sabine ein, mit der er zusammenlebte. „Sabine stand nur auf Biomöbel von freilaufenden Fichten“, lästerte er seiner „Ex“ hinterher. Um dann noch einen draufzupacken: „Wenn Sabine Räucherstäbchen ansteckte, war manchmal mehr Rauch in unserem Wohnzimmer als in der Südkurve des FC Köln.“

Wo sind die Landsleute?

Immer wieder reiste Serhat Dogan gedanklich in die Türkei zurück. Da brach manchmal auch ein bisschen Schmerz durch. „Antalya gehört schon nicht mehr der Türkei – das gehört nun den Russen“. Andererseits verblüffte ihn aber – nach dreimaligem Nachfragen –, „dass heute keine Türken hier bei meinem Auftritt sind“. In der Tat ist seinen Landsleuten ein sehr interessantes Programm „durchgegangen“. Zumal sich Dogan nach der Bühnenpräsenz noch lange im Kreise seiner Besucher aufhielt und den einen oder anderen Gag nachschob.

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