Trotz Sanierung: Keine Entlassungen beim Bäder-Personal

Von: Karl Stüber
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Der ruhige Wasserspiegel trügt: Das Lehrschwimmbecken in der Grengrachtschule wird auf seine alten Tage als Ausweichbad noch einmal intensiv genutzt, wenn das Hallenbad an der Parkstraße energetisch saniert und um ein Becken erweitert wird. Foto: Karl Stüber

Baesweiler. Was bringt die zeitaufwendige und einen Millionenaufwand erfordernde energetische Sanierung des Hallenbades? Was passiert während der Umbauphase und danach mit dem Personal des Schwimmbades? Das wollte die SPD-Fraktion von der Baesweiler Stadtverwaltung wissen. Die gab im Bau- und Planungsausschuss grundsätzlich Antwort.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens wollte in öffentlicher Sitzung bezüglich Personal aber nichts Genaues sagen und verwies zur Diskussion darüber auf den anstehenden nicht-öffentlichen Teil. Er betonte jedoch: „Mit dem Personal ist gesprochen und dem Personalrat eine einvernehmliche Lösung erzielt worden. Es wird keine Kündigungen geben. Das kriegen wir zusammen hin.“ Zumal ja auch Personal gebraucht werden, um während der Umbauphase des Hallenbades an der Parkstraße das Lehrschwimmbecken an der Grengrachtschule erheblich intensiver nutzen zu können.

Flexibler Personaleinsatz

Auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte Linkens nach der Ausschusssitzung das Konzept. Mit zwei bei der Stadt angestellte Mitarbeiterinnen, die für die Reinigung der Anlage an der Parkstraße zuständig sind, wurde die Verrentung vereinbart, wenn im Sommer das Hallenbad zwecks Sanierung geschlossen werden muss. Zwei Kolleginnen werden zusätzlich am intensiver genutzt Ausweichstandort Lehrschwimmbecken Grengrachtschule eingesetzt. „Zudem können wir die Mitarbeiterinnen auch in anderen städtischen Einrichtungen wie Schulen einsetzen“, sagte Linkens. An Arbeit mangle es nicht. Von den vier Schwimmmeistern wird einer weiterhin im Hallenbad eingesetzt sein, um die Umbauarbeiten zu begleiten. Die anderen werden für das Lehrschwimmbecken benötigt und könnten gegebenenfalls auch im Bauhof bzw. als Hausmeister zur Überbrückung eingesetzt. Möglich sei, dass ein Schwimmmeister „in das Freibad einer anderen Stadt wechselt“, deutete Linkens an.

Rund 3,65 Millionen Euro fließen in die grundlegende Sanierung und die energetische Aufwertung des Hallenbades. Die Gesamtmaßnahme am Standort Parkstraße wird mit 6,1 Millionen Euro Kosten veranschlagt, davon entfallen 5,2 Millionen Euro auf die Sanierung des Hallenbades. Das in der Grengracht befindliche Lehrschwimmbecken wird geschlossen. Es wird aber Ersatz geschaffen: Das Bad an der Parkstraße einen Anbau mit Becken.

Technische Dezernentin Iris Tomczak-Pestel betonte, dass energetische Sanierung der aus den 1970er Jahren stammenden Anlage sicherlich den Energieverbrauch senken werde.

Fernwärme von Biogasanlage

Allerdings liefere dort bereits seit Jahren eine in der Nähe befindliche Biogasanlage „Fernwärme“. So werde bereits bei den Heizkosten erheblich gespart.

Derzeit belaufen sich die Kosten für den Betrieb des Hallenbades auf rund 624.000 Euro im Jahr – ohne Berücksichtigung der Kapitalkosten und der Unterhaltung der Außenanlagen, hat das Rathaus errechnet. Die Objektmanagementkosten (Personal) sind dabei mit 345.000 Euro der größte Einzelposten.

Die Nutzungskosten des Lehrschwimmbeckens Grengracht summieren sich auf gut 90.000 Euro im Jahr. Dabei stehen bei der alten Anlage die Versorgungskosten mit 41.500 Euro an erster Stelle, die Personalkosten schlagen mit gut 24.000 zu Buche.

Tomczak Pestel verwies neben diesem Einsparpotenzial auf deutlich steigende Instandsetzungskosten für das Lehrschwimmbecken, wenn dieses nicht in absehbarer Zeit geschlossen werden würde.

Zur Zeit sei eine Prognose bzw. seriöse Abschätzung des Energieverbrauchs nach Abschluss der Sanierung schwer möglich. Nach Prognose eines Ingenieurbüros würde der künftige Verbrauch am Standort Parkstraße trotz der dann um 125 Quadratmeter vergrößerten Beckenfläche des Lehrschwimmbeckens gegenüber heute um rund 20 Prozent reduziert werden können.

Größter Spareffekt werde laut Tomczak- Pestel durch die Konzentration auf einen Badstandort erzielt, da so die „Ausnutzung erforderlicher Schwimmbadtechnikanlagen und eine optimierte, effiziente Reinigungs-/Filtertechnik“ ermöglicht werde. „Außerdem können Nebenanlagen wie Umkleidebereiche, Räume für Kinder, Lager und nicht zuletzt das Personal effizienter, flexibler und vielfältiger eingesetzt werden“, lautet die Kernaussage in der Stellungnahme der Verwaltung zu der Anfrage der SPD-Fraktion.

Unterm Strich, so die Technische Dezernentin, werde mit einer Senkung der Betriebskosten im „neuen“ Bad in Höhe von weiteren 18 Prozent gerechnet. In absoluten Zahlen ausgedrückt: Derzeit summieren sich die jährlichen Betriebskosten beider Standorte auf rund 714.000 Euro. Nach Prognosen des Hochbauamtes der Stadt Baesweiler wird nach der Zusammenführung mit knapp 583.000 Euro pro Jahr gerechnet.

Und es wird ein weiterer kostendämpfender Effekt eintreten, wurde betont. Das dann moderne Bad dürfte auf Jahre hinaus nur geringe Instandhaltungskosten verursachen. „Darüber hinaus kann ein aufgegebener Standort neu verwertet, das heißt, einer neuen Nutzung zugeführt werden.“

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