Trotz Rheuma die Lebensqualität deutlich verbessern

Von: Karl Stüber
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Leiter der Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin: Dr. Till Wagner.

Würselen. Bei Rheuma kommt der Schmerztherapeut zum Zuge, wenn der Patient gezielte Unterstützung benötigt. „Wir leisten keine Kausaltherapie, können also nicht die eigentliche Ursache der jeweiligen Rheuma-Erkrankung behandeln, sondern unterstützen die Hauptbehandlung des Rheumatologen durch eine sekundäre, eine begleitende Therapie“, beschreibt Dr. Till Wagner die Rolle der Schmerztherapeuten.

Wagner leitet die Klinik für Schmerztherapie und Palliativmedizin am Medizinischen Zentrum Würselen (MZ) und ist ein Referent des Forums Medizin, das unsere Zeitung in Kooperation und mit Unterstützung der Stadt Würselen zum Thema Rheuma organisiert. Die für Interessierte frei zugängliche Veranstaltung findet am Mittwoch, 29. April, im Alten Rathaus in Würselen, Kaiserstraße 36, statt. Beginn ist 19.30 Uhr.

Auf Grund der örtlichen Nachbarschaft unter anderem mit der Internistischen Rheumatologie, Inneren Medizin, der Orthopädie und Neurologie im Medizinischen Zentrum Würselen kommen kurze Wege und interdisziplinäre Abstimmungsgespräche der Qualität der Behandlung und damit dem Patienten zugute, wie Wagner betont. Im Zuge der begleitenden Schmerztherapie werden Rheumapatienten von Wagners Team ambulant, auf der eigenen Station (15 Prozent aller dort betreuten Patienten sind Rheumapatienten) oder aber auch in anderen Kliniken des MZ mit behandelt. Im Laufe der Behandlung ist Ziel, das Schmerzniveau durch Tabletten, Schmerzpflaster, Infusionen oder je nach Fall durch Eingriffe zu reduzieren, um die Betroffenen anschließend einer auf sie abgestimmten Krankengymnastik oder Trainingstherapie zuzuführen. Denn auch bei schmerzendem Rheuma gilt laut Wagner: „Das Beste, was es beim Bewegungsschmerz gibt, ist Bewegung.“

Dass es gerade am Anfang der Therapie für Rheumapatienten schwer ist, diesem Appell angesichts ihrer Schmerzen zu folgen, liegt auf der Hand, weiß der Fachmann. Es geht um ein besseres Verständnis für die eigene Krankheit und dem damit verbundenen Schmerz. So beschränkt sich die Behandlung von Rheumapatienten keineswegs auf das intelligent und individuell festgelegte Verabreichen von Schmerzmedikamenten und Mobilisierungstraining. Wagner und sein Team folgen dem sogenannten „Bio-psycho-sozialen Schmerzmodell“. Die Persönlichkeit und Lebensumstände des Patienten werden berücksichtigt.

Hinzu kommt: Schmerz ist zum Teil auch eine Sache des Kopfes. Deshalb sind in der Schmerzklinik von Wagner auch Diplom-Psychologen im Einsatz. In aufwendigen Gesprächen erarbeiten sie mit den Betroffenen das jeweilige Schmerzszenario und beleuchten Persönlichkeit und Lebensumstände, die über das konkrete Krankheitsbild hinaus Faktoren sein können. „Zusätzlich zeigen wir auch Rheuma-Kranken bei Bedarf in Schmerzbewältigungsgruppen, wie sie besser mit ihrem Schmerz umgehen können.“ Leider ist auf ein fehlerhaftes Immunsystem zurückzuführendes Rheuma letztlich nicht heilbar. „In solchen Fällen ist generell Ziel unserer Bemühungen auch nicht primär, eine vollkommene Schmerzfreiheit zu erreichen, sondern zu vermitteln, wie man mit Schmerz besser umgehen kann, und somit zu einer Steigerung der Lebensqualität beizutragen.“

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