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Triumphaler Empfang für das neue Dreigestirn

Von: ehg
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Im Konfetti-Regen: Seine Tollität Prinz Harald I. (Mattäus), Seine Deftigkeit Bauer Achim (Mallmann) und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Gregoria (Gregor Kreutz) beim triumphalen Einzug. Foto: Wolfang Sevenich
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Mit Charme und tänzerisch-akrobatischem Können: Ülle-Mariechen Larissa (Kever) erobert die Herzen aller Närrinnen und Narren im Sturm. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. War das ein Feuerwerk der Spitzenklasse, das die KG „Au Ülle“ anlässlich der Inthronisation des zweiten närrischen Dreigestirns in der Geschichte der Düvelstadt zündete. Die Raketen schlugen derart ein, dass das närrische Auditorium über Strecken vor Begeisterung an dem farbenprächtigen Treiben in Ekstase geriet.

Erst recht, als das zu proklamierende Trifolium mit Prinz Harald I. (Matthäus) an der Spitze im „Würselener Gürzenich“ aufmarschierte. Mit Bravour zog Vizepräsident Marcel Schröder die Fäden auf der Bühne, so dass auch er am Ende mit Komplimenten nur so überschüttet wurde. Was er serviert hatte, war ein Programm der Knüller ohne einen einzigen Füller. Schlichtweg eine großartige Werbung für den düvelstädtischen Karneval nach einer prinzenlosen Zeit!

Ein tolles Bild bot sich den bestens aufgelegten Närrinnen und Narren, als die starke Ülle-Streitmacht unter den Klängen des Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ unter Guido Bleser aufmarschierte. Im neuen schmucken violett-weißen Outfit legte die 19-köpfige Jugendgarde ein flottes Tänzchen aufs Parkett. Eine Augenweide! Und damit war auch schon das Eis gebrochen. Als Comedian der Spitzenklasse entpuppte sich wieder einmal Knacki Deuser mit seinen unerwarteten Pointen voller Esprit, ganz große Klasse. Er strapazierte die Lachmuskeln, dass die erste Verschnaufpause vonnöten war. An dem tänzerischen Ausflug der Damengarde in den Wilden Westen fand das Narrenvolk reichlich Gefallen. Die 15 Tänzerinnen durften sich feiern lassen.

Schlag auf Schlag ging es weiter. Bauchredner Klaus und sein frecher Willi starteten ihren Angriff auf das Zwerchfell und zogen vom Leder, dass es nur so „krachte“. Mit Charme und tänzerisch-akrobatischem Können eroberte sich Ülle-Mariechen Larissa (Kever) die Herzen aller Närrinnen und Narren im Sturm. Mit Oecher Liedgut heizten die „4 Amigos“ ein. Der Saal stand kopf und die erste Rakete war fällig, zu Recht!

Der rote Teppich für das feierliche Zeremoniell war ausgerollt. Die karnevalistische Schlacht aller Schlachten konnte geschlagen werden. Unter minutenlangen „Larida“-Klängen hielt Seine Tollität Prinz Harald I. (Mattäus), Seine Deftigkeit Bauer Achim (Mallmann) und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Gregoria (Gregor Kreutz) bei Konfetti-Regen einen triumphalen Einzug, wie er triumphaler nicht hätte sein können, mit seinem mittelalterlichen Hofstaat, Knappen und Burgfräuleins in stattlicher Zahl. Sie revanchierten sich, indem sie mit vollen Händen rote Rosen warfen und Schokoladen-Herzchen verteilten. „Eine Sitzung, die gut tut!“ – freute sich der Präsident des Komitees Würselener Karneval, Hans Sinken, seines Amtes walten zu dürfen. Der lieblichen Jungfrau überreichte er den obligaten Spiegel, den wehrhaften Bauern staffierte er mit dem Dreschflegel aus und dem stolzen Prinzen setzte er die Narrenkappe unter Beifallsstürmen auf. „Sie haben es verdient, inthronisiert zu werden“, rief er ein erstes Alaaf aus. Eine Machtübernahme nach Kölscher Art mit düvelstädtischem Flair! „Das Ihr uns Euer Vertrauen schenkt, macht uns stolz“, gestand der überwältigte Prinz. Sein Motto: „Drejmol jeck, janz Wöschele fiert för ene joe Zweck.“ Bauer Achim strahlte übers ganze Gesicht: „Ich freue mich auf 45 tolle Tage mit allen Jecken in der Düvelstadt.“

4000 Euro für guten Zweck

Fürwahr, es brachen närrische Zeiten in der Düvelstadt an. Denn: „In unserem Reich geht alle Gewalt vom Volke aus“, ließ die Tollität durch seinen Herold Ralf Kever verkünden. Großzügiger Weise räumte er dem Bürgermeister Bewegungsfreiheit ohne besondere Befugnisse ein. Seine Regierungserklärung hatte es ins sich. Er verordnete: „Die Lehnstraße und die Kreuzstraße werden dem ADAC als Stoßdämpfer-Teststrecke zur Verfügung gestellt. Aus den zu erwartenden Einnahmen werden nicht die Löcher im Haushalt, sondern in den Straßen gestopft.“ Allen Untertanen, die bis Aschermittwoch einen närrischen Geburtstag feiern, gewährte er Steuerfreiheit für 2014. Und weiter: „Vertreter von Rat und Verwaltung werden bis Aschermittwoch am Marktplatz als Nachtwächter eingesetzt. Sie sollen dort die Nachtruhe gewährleisten.“ Den alten Bahnhof zum Kultur- und Vereinszentrum umzubauen, mahnte Harald I. an, „damit dort nicht bald schon der letzte Zug abfährt.“ Zum Steuereintreiber bestellte er seinen Adjutanten Hans Dahmen. Frohen Mutes stimmte die Troika nach der Melodie „Fahrende Musikanten“ ihr Lied an. In weiser Voraussicht hatte sich Bürgermeister Arno Nelles mit einem Bauhelm „gewappnet“. „Ich bin hin- und hergerissen“, backte er kleine Brötchen. War aber andererseits auch mächtig stolz auf das proklamierte Dreigestirn. „Eau de Morlaix“, gebrannt in der Heimatstadt, machte er zum Geschenk. Das war aber längst noch nicht alles: Er überreichte einen Scheck der Rathaus-Bediensteten über 3000 Euro für den guten Zweck. Spontan legte die Sparkasse noch 1000 Euro oben drauf. Welch eine Geste! Zu Ehren des Dreigestirns tanzte das Mariechen der Prinzengarde, südländisch temperamentvoll.

Bis weit nach Mitternacht

Und noch ein Angriff auf das Zwerchfell: Dieses Mal waren „Josef, Jupp und Jüppchen“ die „Übeltäter“, die in Erinnerungen an den ersten Auftritt vor 30 Jahren schwelgten. „Von der Traube zum Wein“ tanzten die Ülle-Mädchen im reizenden Outfit.

Aber was dem närrischen Auditorium blühte, als Hausmann alias Jürgen Beckers die Bühne betrat, ist nicht mit Worten zu beschreiben. Er war so jeck, dass er über seine eigenen Witze lachen musste und auch bei ihm Tränen flossen. Auf Kölsche Tön produzierte das Herrenballett – umwerfend verrückt – eine „eigene“ Sitzung.

Weit nach Mitternacht dann noch die Rathaus-Garde „Öcher Duemjroefe“ mit ihrem rassigen Tanzpagen Samiara (Hermanns) und ihrer feurigen Showtanzformation in „Hotpants“. Immer auf der Höhe des Geschehens, umrahmte die Kapelle „Loss Jonn“ die kurzweilige Revue musikalisch flott.

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