Trauerfeier im Volkspark in Merkstein

Von: bit
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Günter Prast und Dr. Hans-Joachim Helbig sprachen auch mahnende Worte. Foto: Birgit Triesch

Herzogenrath. Die Bürger aus Merkstein gedenken seit den 1960er Jahren am Ehrenmal der Millionen Opfer von Krieg und Gewalt. Die aktuellen Ereignisse in Frankreich, die mindestens 129 Todesopfer forderten, ließen in diesem Jahr besonders viele Teilnehmer zum Volkspark ziehen.

Mit 80 Trauernden setzte sich der Schweigemarsch in Bewegung, begleitet von rund 30 Fahnenträgern aus der IG Merksteiner Vereine sowie Fackelträgern der Feuerwehr. Dr. Hans-Joachim Helbig vom Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen“ erinnerte an Aylan Kurdi, den dreijährigen Jungen aus Syrien, der tot am Strand von Bodrum gefunden wurde. Er gab zu bedenken, dass das Giftgas, das im Syrienkonflikt zum Einsatz komme, aus Grundchemikalien gemischt werde, die aus Deutschland geliefert würden.

Helbig: „Mehr als besorgt bin ich auch über die dramatisch zunehmende Zahl von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte in unserem Land und auf lebensbedrohliche Folgen für Flüchtlinge oder Hilfswillige oder zur Hilfe verpflichteter Menschen.“ Wie die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die im Wahlkampf attackiert und schwer verletzt wurde. Helbig: „Krieg, Diktatur, Terrorismus und Gewalt sind keine Naturkatastrophen, sondern Möglichkeiten menschlichen Handelns. Menschen tragen dafür die volle Verantwortung. Kommen Sie zum Gedenken, aber vergessen Sie das Denken nicht.“ Zum „Kameradenlied“, gespielt vom Spielmannzug des Löschzugs Merkstein, legte Günter Prast, Vorsitzender der IG Merksteiner Vereine, einen Kranz nieder, bevor er zum Ausdruck gab, dass er hoffe, nächstes Jahr nicht zahlreiche neue Opfer von Terrorismus und Fremdenfeindlichkeit betrauern zu müssen.

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