Herzogenrath - Trasse für Radschnellweg wird gesucht

Trasse für Radschnellweg wird gesucht

Von: mabie
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Das Radwegenetz muss auch in Herzogenrath dringend überholt werden: Ob ein Radschnellweg sinnvoll ist, daran scheiden sich aber die Geister. Foto: Markus Bienwald
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Das Radwegenetz muss auch in Herzogenrath dringend überholt werden: Ob ein Radschnellweg sinnvoll ist, daran scheiden sich aber die Geister. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Die Umfrage ist abgeschlossen, nun geht es auch für die Entscheider bei der Städteregion Aachen darum, welche Strecke der künftige Radschnellweg von Aachen nach Heerlen/NL letztlich haben wird. Wer sich die Vorschläge der Menschen aus der Region anschaut, kann schon auf vergleichsweise kleinen Streckenabschnitten wie zwischen Richterich und Kohlscheid erkennen, wie kreativ die Radfahrer denken.

Und es lässt auch Vermutungen zu, wie schwierig es sein dürfte, eine Linienführung zu finden, die später möglichst vielen Geschmäckern nahe kommt, aber Natur und den „Schnellweg“-Gedanken nicht außer Acht lässt.

Geradeaus geht es beispielsweise für Michael Jansen, der zwischen der Ortslage Kämpchen in direkter Nähe zur Bergehalde Wilsberg und der Roermonder Straße eine wie einen Strich umgesetzte Linienführung vorschlägt. „Einfach schön gerade“, nennt er seinen Vorschlag, „das nennen die meisten Menschen schnell.“ Für Jansen ganz wichtig ist die Pflege durch die Stadt, denn in seinen Augen werden nicht nur die Landschaftsbereiche unzureichend gepflegt, sondern auch die Radwege. Wie ein gegenläufiges C umrundet hingegen der Vorschlag von einem User, der sich „guenni-kohlscheid“ nennt, die Bergehalde am Wilsberg. In weitem Bogen sollen die Radler dann durch einen Teil von Richterich, am Hasenwald vorbei, über Dornkaul und Kämpchen auch Kohlscheid durchfahren, ehe sie in Bank weiter in Richtung Niederlande kommen. Was von der Planungs-Homepage mit einem satten Umwegfaktor bestraft wird, und aus 1,96 Kilometern Luftlinie eine Streckenlänge von 5,6 Kilometern werden lässt, hat laut „guenni“ aber auch Vorteile. So würden die schon befestigten Wege über Hasenwald, Dornkaul und die alte Bahnstrecke, die stellenweise schon als Radweg ausgebaut ist, genutzt, um sich in der Nähe von Bank wieder an den Hauptradschnellweg zu binden.

Ganz anders denkt jemand, der sich auf der eigens geschalteten Abstimmungs-Homepage den Titel „Karl der Kleine“ gegeben hat. Seine Idee lässt Richterich im wahrsten Wortsinn links liegen, geht von Laurensberg über den Hasenwald und Dornkaul nach Kämpchen. „Radschnellweg anstatt parallel zum Autoschnellweg!“, lässt der Kommentar kurz wissen.

Und ebenso eindeutig mit Ausrufezeichen versehen ist die Meinung zur so genannten „Nullvariante“: „Eine Katastrophe!“. Diese Variante, die von vielen Meinungsgebern scheinbar völlig negiert wird, orientiert sich eindeutig an den heutigen Straßenverläufen. So wird dort auf dem Stadtgebiet von Herzogenrath vom Bahnhof in Mitte aus über Straß und Forensberg schließlich Kämpchen und von dort aus Uersfeld erreicht. In Richterich mündet dieser „Herzogenrather Arm“ dann in die Strecke nach Heerlen, dazu gibt es einen Seitenarm von Pannesheide über Mühlenbach nach Forensberg.

Hier hat wieder mal Michael Jansen einen Pfeil im Köcher: „Komplette Nutzung vorhandener Straßen nahe der Grenze. Keinerlei große Erdbewegung“, schreibt er. Und damit legt er wieder eine recht gerade Verbindung ohne große Schnörkel zugrunde. Den Charme, bestehende Wege zu nutzen, sieht auch wieder „Karl der Kleine“. Allerdings will er die Linienführung lieber größtenteils entlang der Bahnstrecke führen. Zugleich würde so dem flotten Fietser in Zukunft auch ein Blick auf das Naturschutzgebiet, das zwischen Pley, Straß und Maubach liegt, möglich sein.

Das will wiederum Josef Dautzenberg nicht. „Der Radschnellweg sollte nicht durch das ökologisch wertvolle und beliebte Naherholungsgebiet des Wurmtales geleitet werden und neben der Eisenbahnstrecke eine Schneise schlagen“, meint er. Gleichzeitig käme es zu einem „Landschaftsverbrauch“, der gut 64 Fußballfeldern entspräche.

Das sind allerdings nur ein paar Meinungen zu den eingereichten Bürgervorschlägen, mit denen sich in der kommenden Stufe der Bürgerbeteiligung gleich zwei Workshops beschäftigen werden. Da sind intensive Diskussionen sicherlich programmiert.

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