Trainerin Anja Schrader: Spaß an Bewegung vermitteln

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Trainerin aus Leidenschaft: Anja Schrader unterweist Heranwachsende. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. „Sie ist streng. Aber ich lerne viel von ihr. Auch, wie ich aus dem Stand weit springe.“ Korinna (10) trainiert seit drei Jahren bei der DJK Armada Würselen-Euchen. Sie ist eine von 38 Kindern der U 12, die sich montags und mittwochs zwischen 17.15 Uhr und 18.30 Uhr mit Trainerin Anja Schrader fit halten.

Die 43-Jährige ist nicht streng, aber konsequent. „Wenn es während des Trainings zu laut wird, knie ich mich hin und sage nichts mehr“, erzählt Anja. Dann knien schnell alle – und es ist mucksmäuschen still.

Auf Sportabzeichen vorbereiten

Anja Schrader ist die Trainerin der U 8, der U 10 und der U 12. Die Würselenerin hat den Übungsleiterschein B, den Übungsleiterschein HKS, sie hat den C-Trainerschein Wettkampfsport, die Lauf-Betreuerscheine 1 und 2 und das silberne Rettungsschwimmzeichen. „Das brauchte ich, weil einige Kinder das Sportabzeichen machen wollten. Dazu müssen sie schwimmen können. Weil ihre Eltern mit ihnen nicht ins Schwimmbad gegangen sind, dachte ich, dass ich das mache, sonst hätte die Kinder ja nicht das Sportabzeichen machen können. Ich konnte sie nur beaufsichtigen mit der Qualifikation des silbernen Rettungsschwimmabzeichens.“

Die Kfz-Mechanikerin ist ehrenamtliche Trainerin bei der Armada, wie alle der 22 Trainer. „Ich finde es wichtig, dass den Kindern Sport machen ermöglicht wird, deshalb bin ich seit zehn Jahren Trainerin“, sagt die Mutter von vier Kindern, die selbst trainiert, seitdem sie sieben Jahre alt ist.

Die DJK Armada Würselen-Euchen hat 783 Mitglieder, die in drei Abteilungen Sport machen. „In der Leichtathletik, dazu gehört der Breitensport, Basketball, Einrad fahren, Badminton, Fitness und Triathlon, im Fußball und im Taekwando“, weiß Geschäftsführer Friedhelm Pongs.

Mathematisches Denken

„Leichtathletik ist wichtig“, sagt Anja Schrader mit ruhiger Stimme, die darauf bedacht ist, die Kinder nicht zu drillen, sondern ihnen den Spaß an der Bewegung zu vermitteln. „Bei allem geht es um die koordinativen Fähigkeiten“, sagt Anja. Koordinative Fähigkeiten? „Das sind Reaktionsfähigkeit, Gleichgewichtssinn, Orientierungs- und Differenzierungsfähigkeiten, alles eben, was man mit dem Körper machen kann“, erklärt Schrader. „Die wenigsten wissen doch, dass, wer gut rückwärts laufen kann, auch gut in Mathematik ist, denn beides spielt sich in der gleichen Hirnregion ab.“

Also läuft jedes Training nach gleichen Regeln. „Wir beginnen mit einem Aufwärmspiel. Danach trainieren wir die Beweglichkeit, dann kommt die Koordination an die Reihe. Es gibt ein Schwerpunktthema, beispielsweise wie ich aus dem Stand richtig und weit springe. Und zum Schluss kommt der Cool down.“ Immer bereitet sich Anja Schrader auf die Stunden vor, schreibt genau auf, was sie mit den Sportwilligen Kindern gemacht hat. „Das ist wichtig. Bei so vielen Kursen würde ich den Überblick verlieren. Weil jede Stunde abwechslungsreich gestaltet sein soll, plane ich.“ Damit ihr dafür Zeit bleibt, steht sie jeden Morgen um 5 Uhr auf. „Irgendwann muss ich ja die Hausarbeit für unsere sechsköpfige Familie machen“, sagt sie mit einem Lächeln. Dann fährt sie zur Arbeit, zu einem Aachener Autohaus.

Ihre Nachmittagsstunden sind geplant. Mal steht das Training mit dem Nachwuchs der Armada auf dem Plan, mal ihr eigener Sport. Den macht sie privat. Das ist Kickboxen und Lauftraining. „Ich finde es sehr wichtig, fit zu sein“, erklärt sie, die ihren Kindern ein Vorbild ist. Deshalb bekleidet sie auch noch zwei Ehrenämter, eines bei der Armada und eines beim Stadtsportbund.

Im Sommer dreht Anja Schrader noch mal auf. Da fährt sie in der Woche zusätzlich 100 Kilometer mit dem Fahrrad und bietet für die Armada ein Lauftraining für Einsteiger und Fortgeschrittene an. Jeden Sommer von neuem.

Jedes Jahr bereitet sie die Kinder ihrer Leichtathletik-Gruppen auch auf das Sportabzeichen vor. Da werden in vier Blöcken Prüfungen abgelegt. Im Bereich Koordination ist es der Weitsprung oder das Seilspringen. Im Sachen Kraft ist das der Standweitsprung oder der Ballwurf. Und bezüglich Schnelligkeit werden 50 oder 30 Meter gemessen und im Bereich Ausdauer müssen die Kinder über 800 Meter eine bestimmte Zeit erreichen.

Kurse werden angeboten

„In jedem Bereich können maximal drei Punkte erreicht werden. Am Ende gibt es Bronze, Silber oder Gold. Wer beispielsweise nicht Seilchen springen kann, bekommt kein Sportabzeichen“, weiß die Trainerin. „Außerdem muss eine grundsätzliche Schwimmfähigkeit nachgewiesen werden.“ Wer also keine Bahnen im Schwimmbad ziehen kann, kann noch so gut auf dem Platz sein: Dann gibt es kein Sportabzeichen. Warum sollten denn Schüler jedes Jahr wieder ein Sportabzeichen machen? „Das ist wichtig, damit jeder Sportler weiß, wo er steht.“ Da gebe es Leichtathleten, die schätzten ihr Können völlig falsch ein. Nach den Prüfungen wisse jeder, wo er dran ist.

„Das ist eine besondere Auszeichnung“, urteilt die Trainerin, die bedauert, „dass die Stadt Würselen keinen offiziellen Rahmen für die Verleihung schafft.“ Deshalb denkt sich der Verein immer was besonders aus: In diesem Jahr waren die Leichtathleten auf Klettertour. Danach gab es die 74 Urkunden: 34 in Gold, 33 in Silber und 7 in Bronze. Da war Anja gar nicht streng. Da konnten ausprobieren, was ihr Körper schon alles kann. Bei Interesse für die Laufkurse bitte melden bei: Anja.Schrader@djk-aew.de

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