Herzogenrath - Tragischer Unfall: Und es sollte so ein glücklicher Tag werden...

Tragischer Unfall: Und es sollte so ein glücklicher Tag werden...

Von: bea
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Dieser Hänger hat sich am Dienstag von einem Kleinlaster gelöst und zwei Menschen erfasst, die schwer verletzt wurden. Einer von ihnen ist in der Nacht gestorben. Foto: Ralf Roeger

Herzogenrath. Es sollte ein glücklicher Tag werden, ein Tag an dem zwei junge Eltern aus Düren in einem Herzogenrather Immobilienbüro letzte Einzelheiten für den Bau ihres neuen Häuschens klären und sich auf die Zukunft in den eigenen vier Wänden freuen sollten.

Als gerade auch noch der Vertrag für eine ergänzende Risikolebensversicherung ausgearbeitet werden soll, meldet sich das sechs Wochen alte Baby, und die aufgrund einer Krankheit vor Jahren erblindete Mutter zieht sich zum Stillen in ein Besprechungszimmer zurück.

Der 38-jährige Vater und der 53-jährige Unternehmer aus Merkstein, der die Dachdeckerarbeiten vornehmen soll, gehen derweil auf den Gehweg hinaus, um eine Zigarette zu rauchen.

Kurz darauf werden die Mitarbeiter des Büros von einem massiven Krachen aufgeschreckt und rennen auf die Straße, wo sie zunächst den herrenlosen Anhänger, der an einer Säule zum Stehen gekommen ist, und dann die beiden schwer verletzten Männer wahrnehmen.

„Ich habe sofort die Ärztin in unserem Haus alarmiert”, berichtet Jörg Meier, Geschäftsführer der MP Projektmanagement GmbH. Kurz darauf ist ein ganzes Heer an Rettungskräften vor Ort, die um das Leben der Verletzten ringen.

Der 38-jährige Familienvater aber stirbt wenig später. Der 53-Jährige ist aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen mittlerweile ins künstliche Koma versetzt worden.

Der Anhänger, der sich aus ungeklärter Ursache beim Abbiegen aus der abschüssigen Wendelinusstraße gelöst hatte, gehört einer Gartenbaufirma aus Übach-Palenberg.

Gegenüber unserer Zeitung wollte sich der Inhaber und Fahrer des Kleinlasters, der einen Schock erlitt und ebenfalls notärztlich behandelt werden musste, nicht zum Unfallhergang äußern - auch nicht über seinen Anwalt.

Die Polizei hat derweil Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge aufgenommen. Sobald das Gutachten des Alsdorfer Sachverständigen vorliegt, wird der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben.

Von den Ergebnissen des Experten - auch er will sich den Medien gegenüber nicht äußern - wird viel abhängen für den jungen Unternehmer, der im Stadtgebiet mit Gartenarbeiten betraut war.

Warum hat sich die Anhängerkupplung gelöst? Gerd Mylius, Leiter der in Köln ansässigen Technischen Prüfstelle NRW des TÜV, erläutert, dass Kupplungssysteme, da hoch beansprucht, vom Gesetzgeber mit hohen Auflagen inklusive regelmäßiger TÜV-Kontrollen versehen worden sind.

So seien Ereignisse wie das am vergangenen Dienstag „eher selten”: „Es kann aber immer sein, dass Teile etwa beim Rangieren oder durch Verschleiß beschädigt worden sind.”

Aber auch der Faktor Mensch spiele hier eine große Rolle, ob etwa das Abreißbremsseil ordnungsgemäß angebracht worden sei, das bei ungewolltem Trennen vom Zugfahrzeug den Bremsvorgang des Hängers einleitet.

Hilfe für die Mutter

Um bei aller Trauer um den tragischen Verlust ihres Mannes die junge Mutter vor wirtschaftlicher Not zu bewahren, hat Jörg Meier gehandelt und Kontakt zu dem Kreditinstitut aufgenommen, das die Finanzierung übernommen hatte.

Von hier gebe es positive Signale, den Vertrag zu stornieren. Zudem ist Meier im Gespräch mit dem Grundstückseigentümer in Düren.

Das Franchise-Unternehmen „Town&Country verfügt zudem über eine Stiftung für in Not geratene Bauherren, die Soforthilfe leisten wird.

Darüber hinaus hat das Unternehmen ein Spendenkonto eingerichtet und bittet bundesweit um Unterstützung für die junge Mutter: Wartburg-Sparkasse, BLZ 840 550 50, Kto-Nr. 1200 3972, Empfänger: TC Stiftung - Ehrenberg BV 16818, Verwendungszweck: Spende.

Aber auch dem Dachdecker gilt das Mitgefühl von Jörg Meier und seiner Belegschaft, weswegen er auch hier eine Spendenaktion in Erwägung zieht. „Es ist ein Kleinbetrieb, was soll aus ihm werden?”
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