Tradition kennt keine Schranken: Lebende Krippe auf Wilhelmstein

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Der Judo Club und die AG 60 Plus haben die lebendige Krippe mit Hilfe vieler Sachspenden wie Heu, Bäume und Laub auf die Bühne der Burg Wilhelmstein gebracht. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Die lebende Krippe zog die Besucher in den Bann. „Es sind viel weniger gekommen als sonst“, urteilte Hanny Wendel, Geschäftsführerin des die Aufführung ausrichtenden Judo Clubs, beim Blick auf die leeren Sitze und gab dem Nieselregen die Schuld.

 Die Leute allerdings, die sich aufgemacht hatten, waren Fans. „Ich habe meine Tochter Eva gefragt, ob wir gehen wollen“, sagte Anna Giliam. „Natürlich gehen wir, weil die Stimmung so toll ist“, war die Antwort der Achtjährigen. So saßen die beiden mit rund 250 anderen Zuschauern auf den Stufen der Burg Wilhelmstein. Eine Stunde lang sorgten der evangelische Posaunenchor, der Kinderchor der Kita „Lotte Lemke“, der Chor der ehemaligen Würselener Karnevalsprinzen und die vielen Laiendarsteller für eine einzigartige Weihnachtsgeschichte.

Der Posaunenchor spielte „Ihr Kinderlein kommet“, die zwei- bis sechs-jährigen Kinder sangen „In der Weihnachtsbäckerei“ und die Weihnachtslieder der ehemaligen Prinzen wurden getragen von der eingespielten Musik. Die zehnjährige Julia Krüger sagte trotz Lampenfieber ein Weihnachtsgedicht auf, und die siebenjährige Isabel Borchert spielte „Jingle Bells“ mit ihrer Blockflöte, bevor der Engel der DJK Westwacht Weiden das Friedenslicht brachte.

Was passierte? Maria und Josef hatten sich nach Bethlehem aufgemacht, weil Kaiser Augustus die Bewohner seines Reiches in Steuerlisten eintragen wollte. Maria gebar Jesus. Die Drei Heiligen Könige kamen und brachten Geschenke und dazwischen gab es drei Ponys, die vom Ponyhof Zinsen zur Verfügung gestellt worden waren.

Schon seit 1997 wird die lebendige Krippe in Bardenberg vom Judo Club Würselen und der AG 60 Plus aufgeführt. „Die Mitglieder der AG 60 Plus nähen unsere Kleider, die teilnehmenden Mitglieder vom Judo Club sind neben anderen Freiwilligen die Schauspieler“, erklärte Hanny Wendel.

Der Eintritt zu dem Weihnachtsspiel ist frei, die Besucher werden aber um eine Spende gebeten. „In diesem Jahr wollen wir das Geld der Lotte-Lemke-Kita spenden, die von der Morsbacher Straße ins Pfarrheim von St. Balbina gezogen ist und nun einen Sandkasten braucht“, sagte Hanny Wendel. Weil die Kita zu einer viergruppigen Kita ausgebaut wird, sind Umbaumaßnahmen nötig. „Momentan haben wir 37 Kinder im Alter zwischen zwei und sechs Jahren“, berichtete Kita-Leiterin Swantje Esser, die nach dem Umbau eine viergruppige Einrichtung leiten wird.

Die Aufführung vereinte übrigens Menschen. So spielten auf der Bühne einträchtig Protestanten und Katholiken die Weihnachtsgeschichte und im Publikum saßen auch Muslime. „Ich bin doch in Deutschland geboren. Da ist es keine Frage, dass ich mich an die heimische Tradition anpasse“, sagte Mariam Mudassir, die gekommen war, um ihre Nichte im Kita-Chor singen zu hören. Auch sie wurde von der lebenden Krippe in den Bann gezogen.

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