Tollkühne Piloten mit ihren „fliegenden Kisten“

Von: ehg
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Die gesamte Palette des Modellflugezugbaus abgedeckt: Ob moderner Jet (l.) oder robuster Doppeldecker – bei der Modellfluggemeinschaft Condorgab es viel zu sehen und zu erleben. Fotos (2): Sevenich Foto: Sevenich
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Die gesamte Palette des Modellflugezugbaus abgedeckt: Ob moderner Jet (l.) oder robuster Doppeldecker – bei der Modellfluggemeinschaft Condorgab es viel zu sehen und zu erleben. Fotos (2): Sevenich Foto: Sevenich

Würselen. Das Wetter schlug zwar in unserer Region eine Kapriole nach der anderen. Dennoch konnte bei der Modellflugshow, die „Condor“ an zwei Tagen auf dem Flugplatz im Elchenrather Feld veranstaltete, das volle Programm mit vielen spektakulären Vorführungen abgewickelt werden.

„Die Schauer sind rechts und links an unserem Flugfeld vorbeigezogen“, war Vorsitzender Franz Hollands am Ende unter den gegebenen Umständen mehr als zufrieden. Zumal sich die Zuschauer vor allem am Sonntag in großer Zahl eingestellt hatten.

Dass sie auf ihre Kosten kamen, dafür sorgte der Vorsitzende auch selbst, als er seinen Eurofighter startete. Auf den Feldern neben dem Flugfeld war das Regenwasser so schnell versickert, dass sie am nächsten Tag problemlos als Parkplätze genutzt werden konnten.

Der einzige Wermutstropfen: „Es gingen ‚nur‘ 55 Piloten an den Start!“ Ob der von den Wetterfröschen prophezeiten Wetterkapriolen waren die Piloten aus der Eifel, die angemeldet waren, und aus anderen entfernteren Regionen erst gar nicht angereist. Die andere Seite der Medaille: „Die anwesenden Piloten konnten nicht nur zweimal, sondern vier und fünf Mal an den Start gehen.“

Nur eine Notlandung

An zwei Tagen wurden insgesamt 200 Starts gezählt. Am ersten Tag waren zeitweise sogar vier Jets gleichzeitig am Himmel über dem Flugfeld auszumachen. Was ein nicht ganz ungefährliches Spektakel war. Da wundert es schon, dass es zu keinem Crash kam. Lediglich eine Maschine musste wegen eines Getriebeschadens notlanden. Franz Hollands sagte: „Der Schaden hielt sich in Grenzen. Sie war im angrenzenden Feld sanft herunter gekommen.“

Auch die kleinen Besucher kamen an beiden Tagen voll auf ihre Kosten. Ihren Kuscheltieren – bis zu 30 Zentimetern – erfüllten sie den Traum vom Fliegen. Als Erinnerung an dieses himmlische Vergnügen wurde ihnen der Pilotenschein ausgestellt. Als es an beiden Tagen zwischen den Vorführungen „Bonbons“ regnete – an die zehn Kilogramm – waren die kleinen Besucher in ihrem Element. Sie stürmten das Flugfeld, nachdem die Maschine den Luftraum verlassen hatte. „Da ging so richtig die Post ab“, bemerkte Sophia Hollands, die Frau des engagierten Vorsitzenden.

Eine von vielen Attraktionen war der Doppeldecker „Pitts“. Ein Gastpilot aus Aachen hatte ihn originalgetreu nachgebaut und fand mit ihm am Rande der Flugshow viele Bewunderer. Die Palette der gestarteten Maschinen war breit. Auf drei Meter Rotordurchmesser bringt es ein Oldtimer-Hubschrauber. Mit Turbinen getrieben ist das „Bell“-Modell mit seinen 2,50 Metern Rotordurchmessern. „Ryan“ erwies sich als zulassungspflichtiges Modell, weil über 25 Kilogramm schwer.

Franz Hollands dazu: „Alle Maschinen über 25 Kilogramm werden von der Flugaufsicht abgenommen. Für sie muss ein Flugschein erworben werden.“ Der Pilot aus Düsseldorf beherrschte sein selbst gebautes Flugzeug mit Vier-Zylinder-Reihenmotor sowie einer Spannweite von drei Metern und einer Länge von ebenfalls drei Metern. Hollands: „Ein richtiger Tüftler!“

Von einer PT 17 wurde ein SG 38 Oldtimer-Segler mit vier Metern Spannweite hochgezogen. Anschließend drehte er fast schwerelos seine Runden unter dem zeitweise strahlend blauem Himmel. Mit weithin sichtbarem roten Qualm überzogen die Smog-Maschinen den Himmel. Der ganze Luftraum war voller Qualm! Was die schlimmsten Befürchtungen auslöste und die Freiwillige Feuerwehr auf den Plan rief. Ein blinder Alarm!

Der Condor-Nachwuchs „zelebrierte“ einen Formationsflug und erntete für diese Show viel Beifall. Aber auch die nachfolgenden Formationsflüge waren für die Zuschauer eine regelrechte Augenweide. Vorführungen von mit Elektromotoren ausgestatteten Modellen rundeten das farbenprächtige und facettenreiche Gesamtbild ab. Die gesamte Bandbreite des Modellflugbaus hatte sich präsentiert.

Nach Jahren hatte es Vorsitzender Franz Hollands noch einmal wissen wollen. Da am Sonntag nur ein Jet am Start war, hielt es ihn nicht mehr. Mit rund 300 Kilometern in der Stunde jagte sein 15,2 Kilogramm schwerer Eurofighter mit einem Schub von 16,5 Kilogramm durch die Elchenrather Lüfte, bis zwei Meter über der Grasnarbe. Ein Nervenkitzel! „Denken darf man dabei nicht. Die Reflexe laufen mechanisch ab!“ Und tiefer wollte er auch nicht heruntergehen.

Der Vorsitzende hatte versucht, atemberaubend Kunstflug an den teils weißblauen Himmel zu zaubern. Dass es ihm gelungen war, das bestätigten ihm die Zuschauer durch ihren „Applaus“.

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