Tierquäler spickt Frikadellen mit Metall

Von: tv
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Bangen um ihre vierbeinigen Lieblinge: (v.l.) Regina Kurschilgen, Martin Sossong und Anja Smolarek mit Luigi (sechs Monate), Kiki (zwölf Monate)und Mylo (vier Jahre). Die kranke Lilly musste sich ausruhen. Foto: Tom Vogel

Herzogenrath. Eine kleine Frikadelle, in zwei Hälften geschnitten, durch beide Teile je eine aufgebogene Büroklammer gezogen: So sehen sie aus, die gefährlichen Köder, mit denen ein unbekannter Täter im Stadtteil Ritzerfeld offensichtlich versucht, wehrlose Tiere zu verletzen. „Was mag in so einem Menschen bloß vorgehen,” fragt sich Martin Sossong.

Fünf Uhr morgens war es, als seine Lebensgefährtin Regina Kurschilgen die beiden Hunde des Paars Gassi führte und dabei den ersten Köder entdeckte. Jack-Russell-Mischling Luigi kaute bereits munter darauf herum. Der Täter hat seine perfiden Bausätze nämlich so an der bei Hundebesitzern sehr beliebten Strecke platziert, dass Herrchen oder Frauchen sie nicht auf den ersten Blick sehen. Die Vierbeiner aber werden von dem Duft magisch angezogen.

Metallteile im Bauch

Ein Glück also, dass die 44-Jährige dem schmatzenden Luigi das vermeintliche Leckerchen noch abnehmen konnte. Das Muttertier des sechs Monate alten Rüden aber kam nicht so glimpflich davon. Als Lilly wegen eines Rückenleidens geröntgt wurde, fanden die Tierärzte Metallstücke aus den Ködern im Bauch der Hündin und mussten sie operieren.

Anfangs dachte Regina Kurschilgen gar nicht daran, dass hier jemand versucht, Hunde zu verletzen. Als dann aber weitere Köder auftauchten, wurde deutlich, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit das Werk eines Tierquälers ist.

„Die Hunde in der Nachbarschaft müssen geschützt werden. Deshalb haben wir die Besitzer gewarnt,” sagt Martin Sossong. Auch Nachbarin Anja Smolarek hat Reste der Köder gefunden. „Das muss jemand sein der Tiere hasst”, ist sie sicher.

Über zehn der perfiden Köder sind bisher, hauptsächlich im Bereich der Straße „Auf der Pief”, von Hundebesitzern aufgesammelt worden.

Bei der Polizei hat Sossong Anzeige gegen Unbekannt erstattet, zwei Kripobeamte haben sich in der Sache vor Ort bereits kundig gemacht. Der Täter soll nicht ungeschoren davon kommen. Polizeisprecher Paul Kemen sieht allerdings wenig Chancen, diesen zu ermitteln. Das lehre die Erfahrung. Es werde nur selten Anzeige wegen ähnlicher Tatbestände erstattet und dann gehe es meist um Vergiftungsversuche.

In solchen Fällen sei schwer nachvollziehbar, ob Katzen oder Hunde getötet werden sollen oder nur Ungeziefer wie Ratten Ziel der Giftköder ist.

Rattengift gefressen

„Vor einem halben Jahr ist in der Nachbarschaft ein Hund verendet, weil er Rattengift gefressen hat”, berichtet Regina Kurschilgen. „Wer kann ahnen, was der Täter als nächstes unternimmt, wenn er merkt, dass seine Masche keinen Erfolg hat”, fügt Anja Smolarek hinzu.

Einer Sache kann sich der Unbekannte jedoch sicher sein: Solange er sein Handeln nicht einstellt oder die Polizei nicht ihn fasst, wird auf die geliebten Haustiere besonders Acht gegeben.
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