Tierpark am Weiher: Alleine das Futter kostet über 20.000 Euro im Jahr

Von: Dagmar Meyer-Roeger
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Ganz schön beeindruckend: Tierparkchef Stefan Heffels (hockend) und Tierpfleger Richard Wind (r.) zeigen den Besuchern abgeworfene Geweihe von Dam- und Rotwild. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Alsdorf. Nass und kühl war es. An guter Laune mangelte es trotzdem nicht, ganz im Gegenteil. In wetterfester Kleidung und mit Regenschirm ausgestattet, drehten die Teilnehmer von „8x Sommer“, der Sommeraktion unserer Zeitung, mit Tierparkchef Stefan Heffels und Tierpfleger Richard Wind munter eine Runde durch den Tierpark am Alsdorfer Weiher.

Nach einer kurzen Begrüßung und einigen Informationen zur Geschichte – etwa, dass es der damalige Stadtdirektor Dr. Helmut Eckert war, der in den 60er Jahren seine Idee verwirklichte, zwischen der B 57 und dem Stadtteil Ofden einen städtischen Tierpark anzulegen, und dass der Zug-um-Zug-Ausbau des Parks vom Tierparkverein begleitet wurde, den Eckert 1969 ins Leben rief – standen zuerst Vögel des hohen Nordens im Mittelpunkt.

Die Schnee-Eulen, die normalerweise in den nördlichsten Regionen der Erde leben, sind perfekt an ein Leben in Eis und Schnee angepasst. Während die Männchen im Lauf ihres Lebens immer weißer werden, haben weibliche Schnee-Eulen helle Federn mit braunen Linien. Typisch für die Eulen ist der runde Kopf, den sie um bis zu 270 Grad drehen können, mit den großen, goldgelben Augen und dem schwarzen Schnabel. Vorbei an hübschen Kamerun-Schafen ging es zu den Uhus, der größten europäischen Eulen-Art.

Ob prächtiges Dam- oder Rotwild, muntere Zwergziegen, putzige Waschbären, buddelnde Präriehunde, süße Weißbüscheläffchen oder neugierige Erdmännchen – alle weckten auf ihre Weise das Interesse der Besucher.

Seit 2008 liegen Tierpark und Freizeitgelände in der Obhut der Freizeitobjekte GmbH Alsdorf (FOGA). Seither hat sich viel getan: Gehege wurden erneuert, ein behindertengerechtes Karussell angeschafft, eine Hängebrücke über den Broichbach angelegt, die Erdmännchen zogen in ein eigens angelegtes Gehege, und auch der Platz drum herum wurde umgestaltet.

Größer als die Norm

Das Areal mitten im Naherholungsgebiet Broichbachtal erstrecke sich über 24 Hektar, erläuterte Stefan Heffels. „Rund 20.000 bis 25.000 Euro werden im Jahr für Futter ausgegeben.“ Die Gehege im Tierpark seien größer als die Norm vorgebe.

Heffels wies daraufhin, dass die Parkgebühr von zwei Euro (für einen ganzen Tag) den Tieren zu Gute komme. Aufmerksam lauschten die Besucher den vielen Informationen. So berichtete Tierpfleger Richard Wind unter anderem über die Zusammenarbeit mit der AAP, einer niederländischen Stiftung zur Rettung gefährdeter Zootiere. Drei der acht Präriehunde wurden über diese Stiftung vermittelt.

Interessiert betrachteten die kleinen und großen Besucher abgeworfene Geweihe und Schaufeln von Rot- und Damwild. Mit Hilfe des Geweihs könne man das ungefähre Alter eines Tiers bestimmen. Die Zähne hingegen gäben Auskunft über das genaue Alter.

Tierpfleger Wind wies darauf hin, dass im Interesse des Bestands und der Gesundheit der Tiere vermieden werden sollte, mitgebrachtes Futter zu verteilen. Im Park stehen Futterautomaten, an denen für kleines Geld geeignetes Zootierfutter erworben werden kann.

Tierparkchef Heffels sprach schließlich noch das Problem der freilaufenden Gänse an. Sie seien schön anzusehen, aber eine „Plage“. Deshalb seine Bitte: Die freilaufenden Schnatterhälse nicht zu füttern.

„Offen und ehrlich“

Die Besucher des Rundgangs waren begeistert: „Uns gefällt es hier sehr gut. Wir sind des öfteren hier, von Würselen aus ist es ja keine Entfernung“, sagte etwa Albert Germsek. „Die Führung enthielt viele Infos. Keine politischen Reden, kein Geschwätz, sondern es wurde offen und ehrlich gesprochen.“ Seinen beiden Kindern, Johanna (7) und Julian (5), hatten es besonders die Pfauenfedern, die Stefan Heffels ihnen zum Andenken schenkte, angetan.

Auch Kerstin Koch aus Alsdorf, die mit ihrem Sohn Niklas Plum an der Führung teilnahm, hat es gut gefallen: „Die Führung war sehr lehrreich, es gab viele Hintergrundinformationen.“ Und der elfjährige Niklas freute sich, dass er die Erdmännchen auch einmal im Gehege besuchen durfte.

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