Alsdorf - Thomas Becker präsentiert Werke des Künstlers Georg Kreisler

Thomas Becker präsentiert Werke des Künstlers Georg Kreisler

Von: mas
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„Alte, böse Lieder“ von Georg Kreisler komponiert und von Thomas Becker vorgetragen, durften die Zuhörer im Alsdorfer Schaffrathhaus genießen. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Wer und was war Georg Kreisler? Ein Zyniker, ja! Einer, der mal von sich gesagt hat, „ich bin zwar makaber und schauerlich, doch andererseits bin ich auch ganz nett“. Musikalische Bilder dieses Ausnahmekünstlers, der 2011 starb, zeichnete Thomas Becker bei einem Konzert im Ofdener Schaffrathhaus für sein Publikum nach.

Der beißende Spötter Georg Kreisler durchsetzte seine Lieder, seine Chansons, mit makaberem Witz und Komik und holte dabei die Absurditäten des Lebens an die Oberfläche. Von schwarzem Humor gefärbt, kamen seine Lieder ins Publikum. Dieses Porträt gab Thomas Becker, ehemaliger Richter am Amtsgericht Aachen, sehr eindrucksvoll wieder.

Auf Einladung des Fördervereins Schaffrathhaus gastierte Becker im Atelier des verstorbenen Alsdorfer Künstlers Professor Ludwig Schaffrath. „Wir freuen uns sehr, dass Thomas Becker heute bei uns ist und unseren Verein sowie sein Anliegen mit diesem Auftritt im Museum unterstützt“, sagte Fördervereinsvorsitzende Birgit-Becker-Mannheims.

Über 40 Jahre reiste der Musiker Georg Kreisler durch den deutschsprachigen Raum. Er begeisterte vor allem die Generation der 68er mit Songs wie „Tauben vergiften den Park“ oder „Der Tod, dass muss ein Wiener sein“ und auch „Wie schön wäre Wien ohne Wiener“.

Kreisler, der 1922 in Wien geboren wurde, verwahrte sich immer dagegen, als Österreicher bezeichnet zu werden. Als Sohn eines jüdischen Rechtsanwaltes wurde Kreisler nach dem Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich verfolgt und emigrierte in die USA. Später sagte er: „ich bin amerikanischer Staatsbürger, auch wenn mir Clinton noch nie zum Geburtstag gratuliert hat“.

Thomas Becker beschäftigt sich seit den 70er Jahren mit dem Künstler Georg Kreisler. Ihm gefiel nicht nur das Makabere in den Kompositionen, die im Verlauf der Jahre immer mehr von politischen Aussagen geprägt waren und zunehmend von einer trockenen Heiterkeit lebten. Vor 15 Jahren durfte Thomas Becker sein Idol Kreisler in Aachen einmal persönlich erleben. Eine Begegnung, die ihn heute noch fasziniert.

Mal am E-Piano und dann wieder am Akkordeon – fein abgerundet durch den Auftritt des annähernd 90 Jahre alten „Special Guests“ Hermann Offergeld – begleitete sich Thomas Becker, der auch Schauspieler am Aachener Stadttheater ist, durch das künstlerische Werk Kreislers.

Mit Titeln wie „Der General“, „Dreh das Fernsehen ab“, die „Telefonbuchpolka“ oder „Die Wandererniere“ nahm er sein Publikum mit. Wahrscheinlich nicht nur auf eine Kurzreise. Er hatte den Eindruck, als sei der Großteil der Zuhörer bereit, für einen längeren Weg. Mit der intensiveren Auseinandersetzung von skurrilen Lebensbeschreibungen des Kreislers, der ganz nett gewesen sein muss, wenn man nach den Worten Thomas Beckers geht.

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