Thekensingen ist das Erfolgsgeheimnis des MGV Niederbardenberg

Von: Markus Bienwald
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Gesellig, gemütlich und sängerisch einmalig ist das Thekensingen des Männergesangvereins Niederbardenberg, das die Gäste als Teil des Chors aktiv mit einbindet. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es ist voll an diesem Samstagabend in der Gaststätte „Coolt Club“ im Herzen von Niederbardenberg. Während draußen die Raucher stehen, stoßen drinnen immer mehr Menschen auf den Abend an. Kein Fest steht hier auf dem Programm, sondern ein fröhlicher Abend beim Thekensingen.

Und die Hauptakteure, die aktuell 18 aktiven Herren vom Männergesangverein Niederbardenberg, können sich darauf verlassen, dass nicht nur Chorleiter Hans-Peter Ortmanns für den guten Ton sorgen wird.

Schließlich ist „Thekensingen“ angesagt, dass bei den Jungs im Alter zwischen 17 und gestandenen 86 Jahren auch gerne „Kneipensingen“ heißt. Dass sich die Idee, das Publikum nicht wie bei anderen Konzerten für ein oder zwei Stücke mit auf dem Programm aufgedruckten Texten zum Mitsingen zu animieren, sondern den ganzen Abend über einzubinden, zu einem solchen Erfolg auswachsen würde, hätten sich die MGVler nicht träumen lassen.

„Aber wie man sieht, klappt das ganz hervorragend“, so Herbert Coenen, der die Pressearbeit des Vereins betreut. „Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren unser Repertoire umgestellt“, ergänzt der Chorleiter. Die Leute hätten ohnehin gerne mitgesungen bei den Auftritten des zwar kleinen, aber feinen und umso fröhlicheren Chors.

Der Hintergrund, sich vom eher klassischen Liedgut ein Stück zu verabschieden, war aber auch technischer Natur. „Für die klassischen Nummern fehlen einfach die Stimmlagen“, so Ortmanns. Das machte es leichter, den Verein lebendig zu halten, auch junge Leute anzuziehen.

„Das erlebt man nicht überall, und wir sind auch stolz darauf, viel jungen Nachwuchs zu haben“, berichtet Herbert Coenen. Vor drei Jahren, in der Zeit mit vorwiegend klassischem Liedgut, waren es noch zehn Sänger in dem traditionsreichen Chor. Viele ältere Mitglieder konnten damals aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv dabei sein.

Doch bevor sich ein Ende der in diesem Jahr 160-jährigen Chorgeschichte abzeichnete, gelang der Umschwung. Und das Thekensingen, dass schon bei der Erstauflage riesigen Erfolg hatte, trägt sicherlich seinen Teil dazu bei, die Vereinsgeschichte lebendig zu erhalten.

„Ein Freund, ein guter Freund“, schallt es derweil durch den Saal, und alle, wirklich alle singen mit. Selbst der Wirt zapft in diesem Moment kein frisches Bier an, erst gegen Ende des Stücks sorgt er mit seinem Hahn für Nachschub für die durstigen Kehlen. Gesellig ist es hier, man hat nicht das Gefühl, dass die Leute kommen müssen, weil man ja Mitglied ist, oder weil man ja einen kennt, der da singt, oder verwandt ist. „Wir dürfen kommen“, sagt einer, alle lachen, und prosten sich gegenseitig zu, ehe es im eigens für das Thekensingen entwickelten Liederheft zur nächsten Nummer geht.

Der Abend zieht vorbei, erst gegen halb elf verklingt das letzte Lied. Dabei hat sicherlich nicht nur Hans Koerver, mit 86 Jahren ältestes Mitglied und seit über 60 Jahren im Chor dabei, noch einen Ohrwurm. Auch die jüngeren Sänger und die Gäste gehen mit dem auch mundartlich geprägten Sangesgut im Kopf nach Hause.

Dass dabei die Grenzen zwischen den Gästen und den Sängern aufgehoben wurden, trug zum Erfolg des Abends bei. Und dass dabei kaum auffiel, dass hier eine breit altersgemischte Palette an Aktiven am Start war, unterstreicht den Erfolg des Thekensingens noch nachdrücklich. Die Vereinshistorie darf somit nicht nur weitergeschrieben werden, sondern an historischer Stelle auch in die Zukunft blicken: schließlich hieß die Kneipe nicht immer „Coolt Club“, sondern war schon 1896 – damals noch als „Haus Milles“ – das Vereinsheim der Sänger.

Zum Proben trifft sich die lustige Männerrunde übrigens zum nächsten Mal am Donnerstag, 28. April, um 19.30 Uhr im Pfarrer-Emonds-Haus an der Kirche in Niederbardenberg. Interessierte Herren sind dabei herzlich willkommen.

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