Theater Zitadelle spielt die „Stadtmusikanten“

Von: ny
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Gelungener Auftritt: Wolf, Katze, – gespielt von Daniel Wagner – und Regina Wagner, die Kuh und Spatz (v. l.) Leben einhauchte, waren wunderbare Schauspieler auf der Bühne des Alten Rathauses. Foto: Conny Stenzel

Würselen. „Es hat funktioniert. Dieses Theaterstück war für Menschen zwischen 14 und 94 Jahren. Es war als Generationenstück im Rahmen der Theaterstarter angekündigt. Die älteren Zuschauer waren deutlich zu erkennen.“ Sigrid Kerinnis vom Kulturbüro der Stadt war begeistert ob der Zuschauer und wegen der Berliner Stadtmusikanten.

Die waren vom Theater Zitadelle aus Berlin aufgeführt wurde. Die Puppenspiel-Komödie dauerte 80 Minuten, wurde gespielt ohne Pause. Von einem spartanischen Bühnenbild und vier Tieren, denen liebevoll von den Puppenspielern Regina Wagner und Daniel Wagner Leben eingehaucht wurde, waren alle Zuschauer begeistert.

Da waren die Kuh, der Wolf, die Katze und der Spatz. Sie alle lebten im Altersheim, in dem sie auf den Tod warteten. Unter dem strengen Regime des schlecht gelaunten Pflegepersonals wurden sie bevormundet und eingesperrt. Doch weil die Vier noch mal so richtig auf die Pauke hauen wollten, zogen sie mutig, ohne Geld, los, um nach Berlin zu reisen, um dort Straßenmusikanten zu werden.

Wolf und Katze wollten singen, die Kuh als Ballerina tanzen. Sie hatte ihren Freunden zu den Klängen des Schwanensees bewiesen, dass selbst im Alter noch eine Kuh tanzen kann. Auch die Arabeske klappt noch, als sie auf einem Bein stehend das andere Bein mit gestrecktem Knie nach hinten hob. Zittrig zwar, aber sehr zum Vergnügen des Publikums.

Das hatte eh zu lachen. Die einen, weil sie wahrscheinlich den Alltag im Altenheim kannten und einige Wahrheiten ausmachten, die völlig übertrieben dargestellt waren. Die anderen, weil sie sich den Alltag im Altenheim genauso vorstellten. Der Spatz schließlich durfte als vierter Freund mitkommen, eben weil er ein Freund war. Alle liefen der Katze nach, die ohne Landkarte und Kompass Berlin nicht finden konnte. Ihre Anweisung: „Immer nach links“ musste dahin führen, wo sie eigentlich nicht hin wollten. Natürlich wieder ins Altenheim.

Was lernten die Zuschauer? „Dass man sich nie aufgeben darf, egal, was passiert“, urteilte Schauspielerin Regina Wagner. Diese verblüffende Interpretation des bekannten Märchens sorgte für einen kurzweiligen Abend mit skurrilen Tieren, und die Zuschauer wollten gar nicht, dass das Stück endete. Sigrid Kerinnis freut sich über die positiven Rückmeldungen und die zufriedenen Zuschauer, von denen keiner gemerkt hatte, dass die 80 Minuten vorbei waren. Gut gemachtes Theater kann eben auch keine Pause vertragen.

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