Herzogenrath - Theater-AG begeistert 700 Zuschauer

Theater-AG begeistert 700 Zuschauer

Von: fs
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„Die letzte Cola in der Wüste“ inszeniert: Den Akteuren der Theater-AG St. Katharina Kohlscheid machte es sichtlich Spaß auf der Bühne. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Olli und Martin hatten sich eigentlich darauf eingestellt, ihrem Freund Jakob aus der Junggesellen-WG einen richtigen Junggesellenabschied zu bereiten. Dass daraus ein merk- wie denkwürdiger Junggesellenabend werden sollte, damit hatten alle Drei nicht gerechnet.

In dem Stück „Die letzte Cola in der Wüste“ ging es bei der Theater-AG St. Katharina Kohlscheid daher auch mehr als drunter und drüber. Olli (Paul Schäfermeier), Martin (Robert Grabo) und Jakob (Bernd Schaffrath) leben schon eine Weile zusammen in der Wohngemeinschaft. Doch als sich Jakob in Friederike (Andrea Goldbach) „verguckt“ hat, ist es aus mit dem „Rumsumpfen“. Aufräumen ist angesagt. Denn Friederike ist nicht nur katholisch, sondern auch erzkonservativ und hasst „besoffene Hochzeitsgesellschaften, die sich zu hohler Musik mit blöden Texten bis zum Verlust der deutschen Muttersprache in den Armen liegen“.

Na, das fängt ja gut an. Und ausgerechnet für den Junggesellenabschied haben sich die beiden Freunde, jeder unabhängig vom anderen, etwas ganz Spezielles ausgedacht: Während Olli die Party-Animateurin Mamacita Base (Daniela Havenith) engagiert hat, hat Martin die Dessous-Vertreterin Theresa (Birgit Ligensa) eingeladen, spezielle Unterwäsche vorzuführen. Dabei haben die Beiden nicht damit gerecht, dass ihr bester Freund seine Zukünftige zu diesem Junggesellenabend eingeladen hat und beide die Vertreterin von „Flupper Hupper“ (Ursula Baggen) gebeten haben, unzerbrechliche Haushaltswaren zu präsentieren.

Als ob das nicht schon genug wäre. Während die drei Vertreterinnen – unterschiedlich konnten deren Charaktere und Präsentationen nicht sein – immer wieder Anlauf nehmen, ihre Produkte vorzustellen, platzt auch noch das Vermieterehepaar Schinkentanz in die Szenerie. Die resolute Frau Schinkentanz (Andrea Schaffrath) – sprachlich gehandicapt, dafür aber raumeinnehmend – und ihr eher wortkarger Ehemann Günther (Mario Goldbach) blicken da zunächst ebenso wenig durch das heillose Chaos wie alle anderen - eingeschlossen die rund 700 Besucher, die sich in diesem Jahr im Jugendheim St. Katharina Kohlscheid die 28. Bühneninszenierung der Theatergruppe anschauten.

Regisseur Georg Schölzel hatte dann doch alles zusammengebracht, was zusammenzubringen galt. Und für den Fall, dass der ein oder andere Satz verloren gehen sollte, kletterte er an jedem der fünf Aufführungsabenden in den schwarzen Souffleurkasten vor der Bühne, um mögliche Stichworte zu geben. Dazu kam es dann aber nur selten. Denn das eingespielte Team schaffte es auch diesmal wieder, die dem Rollenbuch entspringenden Irrungen und Wirrungen zu einem Ganzen zusammen zu fügen, so dass das Publikum begeistert applaudierte.

Dabei achtete die bühnenversierte Gruppe auf Kleinigkeiten. Wie wird ein Eisbeutel hergestellt, der unter dem gleißenden und heißen Scheinwerferlicht nicht gleich schmilzt? Wie legt man einen vom Rollenbuch verlangten Herrenstrip auf die Bühne, ohne in einem katholischen Jugendheim gleich rausgeworfen zu werden? Welche Lieder passen in die Szenerie, die für die nötige Ballermannatmosphäre sorgen? Diesen und vielen weiteren Fragen stellte sich die Gruppe mehr als erfolgreich, so dass „Die letzte Cola in der Wüste“ zu einer weiteren Erfolgsaufführung der Theater AG St. Katharina Kohlscheid wurde.

Das Publikum honorierte das schweißtreibende Auf und Ab auf der Bühne mit frenetischem Applaus zum Ende jedes Abends, den die Schauspieler gern annahmen. Zwar gab es für Friederike und „ihrem“ Jakob kein Happy End, dafür aber legte Günther Schinkentanz ein anregendes Finale auf die „Bretter, die die Welt bedeuten“. „Seine“ Ehefrau sah ihn dafür mit völlig neuen Augen…

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