Teppichpiloten reisen gemeinsam in den Orient

Von: tv
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Mit Teppichfluglizenz: Noah, J
Mit Teppichfluglizenz: Noah, Joelina und Lara (v.l.) heben ab. Foto: Tom Vogel

Herzogenrath. Geschichten aus Tausendundeiner Nacht - ein paar der morgenländischen Erzählungen kennt jeder. Aber sich selbst schon einmal auf die Suche nach einem Flaschengeist gemacht zu haben, wer kann das von sich behaupten? Die Kinder, die dieses Jahr an den Ferienspielen des Jugendzentrums „HOT” teilgenommen haben, können es.

Und das war nur eines der Abenteuer, die es in den zwei Wochen rund um das Thema „Geschichten aus 1001 Nacht” zu bestehen galt. Im Vordergrund stand jedoch nicht, den sechs bis 14 Jahre jungen Damen und Herren kulturelles Wissen zu vermitteln.

„Die Kinder sollen Spaß haben”, beschrieb Ernst Varnhorn, Leiter der Einrichtung, das Kernanliegen der Macher. Das Rüstzeug dazu haben sie. Die Ferienspiele richtet das Jugendzentrum seit 23 Jahren in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Herzogenrath aus. Varnhorn und Angelika Ostlender, hauptamtliche Erzieherin im „HOT”, haben zusammen mit 18 eigens geschulten Betreuern die Aufsicht über die 106 Kinder übernommen.

Dass es Spaß gemacht hat, war hör- und sichtbar: Im großen Saal des Gebäudes an der Schütz-von-Rode Straße/Ecke Erkensstraße wurde täglich laut gesungen, gestampft und ausgelassen getanzt. Aber nicht etwa zu Musik aus der Konserve.

Wie jedes Jahr wurde ein eigener Titel zu den Ferienspielen komponiert. Dabei konnten die Initiatoren sogar mit technischen Finessen aufwarten. Zu dem Song wurde nämlich ein Video erstellt, das ebenfalls orientalisches Flair versprüht.

Vorher haben die Kinder ihre eigenen fliegenden Teppiche gebaut. Keine Angst! Die Prüfung zur Erlangung der Teppichfluglizenz samt Ausweis hatten alle zu diesem Zeitpunkt bereits in der Tasche. Vor blauem Hintergrund gefilmt und entsprechend am Computer montiert entsteht im Video tatsächlich der Eindruck, die Teppichführer steuerten ihre Vehikel durch die Luft.

Um die morgenländische Welt angemessen erkunden zu können, genügte aber nicht nur das entsprechende Fortbewegungsmittel. Auch die Ausrüstung sollte stimmen. Gut also, dass die Gruppen die Möglichkeit hatten, orientalische Kopfbedeckungen zu basteln und eigene Säbel aus Holz zu „schmieden”.

Gruppen? Genau - um einen reibungslosen Ablauf des Programms zu gewährleisten, sind die Kinderhorden eingeteilt worden: es gab die Basarräuber, die Palmwedler, die Teppichklopfer und die Flaschengeister.

Ein umfangreiches Angebot wurde den Teilnehmern geboten: Mit dem Zug ging es in den Valkenburger Freizeitpark Valkenier, im orientalischen Kochstudio wurde Leckeres zubereitet und beim Kamel-Bingo warteten mit etwas Glück sogar Gewinne. Auch in den Pausen kam dank Kicker, Air-Hockey und Kegelbahn keine Langeweile auf.

„Ich hab meinen Eltern gesagt, dass ich unbedingt hierher muss”, erklärte Lisa. Und wenn die Neunjährige das sagt, ist es wie ein Gütesiegel. Schließlich war sie bereits viermal im „HOT” dabei. Zum Abschluss der Ferienspiele wurde gezeltet, inklusive Nachtwanderung und Mitternachtskino. Als Ernst Varnhorn im großen Saal verkündete, was beim Abschlussabendessen auf den Tisch kommt, war der Jubel groß: Chicken Nuggets und Pommes Frites.
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