Telekom-Störung: 265 Meter zwecks Fehlersuche gegraben

Von: Beatrix Oprée
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Schadensstelle Bardenberger Straße: Bei Gewitter darf an Baustellen mit Stromanschlüssen nicht gearbeitet werden. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Die gute Nachricht zuerst: Gestern Nachmittag sind die ersten abgeschnittenen Telekom-Anschlüsse in Niederbardenberg wieder ans Netz gegangen. Tagelang hatten sich die Mitarbeiter der Baukolonne den Radweg der Bardenberger - und Jüderstraße entlang durch das Erdreich gebuddelt, über rund 265 Meter weit ist das Telefonkabel freigelegt worden. Endlich wurde die schadhafte Stelle in der Kabelummantelung gefunden, ein feiner Riss, nur wenige Zentimeter lang. Ursache unbekannt.

Der Starkregen der vergangenen Wochen hatte immer mehr Wasser eindringen lassen, bis das Kabel schließlich „abgesoffen“ war. Will heißen: Das Wasser trifft irgendwann auf eine Muffe mit den Spleißstellen für die einzelnen Anschluss-Käbelchen. Die Kupferdrähtchen oxidieren schließlich, und es kommt zum Kurzschluss.

Während die Störstelle relativ schnell zu orten ist, kann sich die Suche nach der Ursache, eben der Stelle, an der das Wasser in die dicke schwarze Kabelummantelung eindringt, mitunter hinziehen – wie im vorliegenden Fall. Rund 200 Haushalte in Niederbardenberg aber auch anderen Teilen Herzogenraths hatten seit nunmehr zwei Wochen kein Telekom-Netz mehr. Leser Alfred Lange hatte sich nach geduldigen Wartewochen und diversen Kontakten zur Kundendienst-Hotline schließlich an die Tageszeitung gewandt – ausdrücklich auch im Namen seiner Nachbarn. „Ich bin nebenberuflich als Berater tätig“, berichtete er. „Und deswegen auch auf Telefon und Internet angewiesen.“ Doch Festnetz, World Wide Web und Fernsehanschluss blieben tot, auch nach mehreren hoffnungsfrohen Prognosen seitens der Telekom, das neue Kabel könne endlich verlegt werden.

Die starken Regenfälle der vergangenen Wochen aber hatten die Ursachensuche immer wieder behindert, indem sie die Grabestellen unterspülten. Zwar können gegen den Regen Zelte aufgebaut und das Kabel angehoben werden, wenn der Graben vollläuft. Doch während eines Gewitters ist die Arbeit an Strom grundsätzlich untersagt. Aus Arbeitssicherheitsgründen. Und Gewitter gab es reichlich in jüngster Zeit. Was den Schnitt der Telekom-Statistik, 60 Prozent aller Schäden würden innerhalb von 24 Stunden wieder behoben, zunächst einmal gedrückt haben dürfte. Mit Hochdruck haben mehrere Kolonnen an der Schadensstelle gearbeitet, teils bis in die späten Abendstunden. Optimistisch vermeldete die Telekom-Pressestelle schließlich am Freitagmorgen, noch am selben Tag gegen 21 Uhr, könne die Entstörung „komplett erfolgt“ sein. Eine Mitteilung, die bei Al-fred Lange wiederum auf Erstaunen stieß, der just zuvor noch eine SMS erhalten hatte, die Störung werde bis zum 5. August beseitigt sein.

Diese Terminangabe war auch bei Josefine Bock aufgeschlagen, deren 86-jährige Mutter von der Netzstörung betroffen ist. „Das geht gar nicht“, sagt sie, „viele ältere Menschen sind doch dringend darauf angewiesen, notfalls einen Arzt zu rufen...“ So hatte sie den Kundendienst der Telekom um eine Prepaid-Karte gebeten für ein Handy, das sie ihrer Mutter zur Verfügung stellen könnte – für den Notfall. Die Antwort auf diese Anfrage hat Josefine Bock vollends verärgert: „Meiner Mutter wurde statt dessen ein Handy-Jahresvertrag angeboten – unverschämt! Es ist schließlich die Telekom, die ihren Vertrag nicht erfüllt.“

25 Minuten in der Warteschleife

Der Ärger ist auch bei Alfred Lange gewachsen, vor allem über die langen Wartezeiten, die er an seinem Mobiltelefon verbracht hat, um überhaupt mit dem Kundendienst sprechen zu können: „15 bis 25 Minuten in der Warteschleife waren das jedes Mal!“ Mit Service hat das für ihn nichts mehr zu tun: „Eine Handvoll mehr Mitarbeiter im Callcenter wären angebracht!“

Bis zum 5. August behoben sein soll laut Telekom-SMS an betroffene Kunden auch die Störung in Baesweiler, von der rund 100 Haushalte berührt sein sollen. Über die Ursachen dieser Störung hat die Telekom trotz mehrfacher Anfrage noch keine Auskunft gegeben. Der Starkregen hat offenbar vielerorts ganze Arbeit geleistet.

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