Teenager sollen eigenen Beirat bekommen

Von: Stefan Schaum
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Baesweiler. Nachdem die SPD im vergangenen November mit ihrem Vorstoß gescheitert war, das bislang offene Jugendparlament in Baesweiler künftig mit gewählten Vertretern zu bestücken, stand ein ähnliches Gremium nun erneut im Jugendausschuss zur Debatte. Diesmal hatten die Grünen angeregt, einen Jugendbeirat zu installieren.

Zentraler Unterschied zwischen den beiden Vorschlägen: Während die SPD wünschte, dass alle Jugendlichen der Stadt ihre Vertreter direkt in das Parlament wählen können, wollen die Grünen zunächst an die Schülervertreter der Schulen herangehen.

Die sollen erst mal ein Konzept für den Beirat entwickeln – und im nächsten Schritt Mitglieder aus ihren Reihen in das Gremium entsenden. Vier Schülervertreter pro weiterführender Schule in Baesweiler hatten die Grünen angeregt, zusätzlich je weitere zwei Schülervertreter aus den Gesamtschulen in Alsdorf und Übach-Palenberg – sofern die Jugendlichen in Baesweiler wohnen. Und noch etwas: Das offene Jugendparlament soll es daneben weiterhin geben. Vor allem als Forum, um allgemeine Wünsche und Anregungen äußern zu können – während der Beirat inhaltlich an sozialen Themen arbeiten sollte.

Ein Vorschlag, der auf offene Ohren stieß. Sehr zur Überraschung der Ideengeber. „Wir hatten nicht erwartet, dass das eins zu eins so übernommen wird und heute tatsächlich ein Beschlussvorschlag auf der Tagesordnung steht“, brachte für die Grünen Harold Seelig seine Verwunderung zum Ausdruck. Umso größer sei daher seine Freude.

Weil Baesweiler als eine von vier Modellkommunen derzeit an dem Jugendpartizipationsprojekt des Bildungsbüros der Städteregion Aachen teilnimmt, kommt die Einrichtung eines Jugendbeirates zu einem passenden Zeitpunkt. Dass die Jugendlichen durchaus Interesse an einer Beteiligung haben, hat nicht zuletzt die Veranstaltung „Das geht!“ gezeigt, bei der im vergangenen Jahr Jugendliche den Politikern mit Blick auf die Kommunalwahl auf den Zahn fühlen konnten. 200 Teilnehmer hatten in der Realschule in Setterich die Gelegenheit genutzt.

Ein Beirat – der ist auch aus Sicht der SPD ein Schritt in die richtige Richtung. Wenngleich ein vergleichsweise kleiner, wie Markus Schallenberg anmerkte. „Den Antrag hätte man ruhig ein wenig mutiger und weitergehender fassen können!“ Deshalb legten die Sozialdemokraten in der Sitzung einen Erweiterungsantrag auf den Tisch. Sollte es einen Jugendbeirat geben, dann bitte auch mit eigenem Budget.

SPD fordert eigenes Budget

5000 Euro zur selbstständigen Verwaltung regte die SPD an. So könnten die Jugendlichen Verantwortung für ein eigenes Budget kennenlernen. „Da lässt sich dann sicher auch mal aus Fehlern lernen und sie erfahren die Endlichkeit der eigenen Mittel.“ Mehr Tempo forderte die SPD ebenfalls. Nach dem Motto: Nicht erst von Jugendlichen ein Konzept entwickeln lassen und erst dann über die Einrichtung abstimmen, sondern gleich jetzt den Beirat beschließen.

Dem mochte sich für die CDU Wolfgang Scheen nicht anschließen. „Gerade in dem Beschluss, dass die Jugendlichen selbst über das Konzept entscheiden sollen, sehen wir noch mal einen Kick obendrauf. Das ist doch genau die Art Partizipation, die wir fördern wollen.“ Für einen Mittelweg im Zeitplan sprach sich Marika Jungblut aus. „Wir sollten wenigstens einen Terminplan abstecken, bis zu dem ein Konzept auf dem Tisch liegen soll. Das sollte möglichst in der kommenden Sitzung des Jugendausschusses der Fall sein.“

Ob das so rasch geht? Das blieb offen. Immerhin versprach Beigeordneter Frank Brunner, Gas geben zu wollen. „Ich kann ihnen zusichern, dass auch wir das Ganze so schnell wie möglich umsetzen wollen.“ Allerdings gilt das nur für den Antrag der Grünen. Nur SPD und Linke sprachen sich für die Erweiterung durch ein eigenes Budget aus.

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