Technologiepark feiert 25-jährige Erfolgsgeschichte

Von: Beatrix Oprée
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Jede Gelegenheit für den Austausch nutzen: Bürgermeister Christoph von den Driesch (Mitte) bei der Jubiläumsfeier im TPH mit Wirtschaftsminister Garrelt Duin (r.) und Aixtron-Vorstandschef Martin Goetzeler (l.).

Herzogenrath. Aus technischer Sicht war das ganze Unterfangen vor 25 Jahren zunächst einmal ein Flop: Starke Böen brachten den Verstärker der Mikrofonanlage auf dem unwirtlichen Brachland zum Erliegen, just als der Grundstein gelegt werden sollte für die „Ideenschmiede“, die aus der einstigen Kohlegrube hervorgehen sollte.

Doch die damalige Wissenschaftsministerin Anke Brunn, die in Vertretung für ihren Kollegen aus dem Wirtschaftsressort, Reimut Jochimsen, den Zement über dem Grundstein glatt strich, hatte offenbar einen guten Job gemacht: Was da auf dem Gelände heranwuchs, wo nach der 1955 besiegelten Zechenschließung bis 1976 noch die Brikettfabrik Laurweg produziert hatte, mutierte zum Erfolgsprojekt mit internationaler Strahlkraft.

Die Stadt Herzogenrath habe früh erkannt, dass sie angesichts des Endes der Kohleförderung im Revier gefordert sei, „neue zukunftsorientierte Arbeitsplätze“ zu schaffen, betonte der damalige Bürgermeister Willi Schultheis. Nur ein Jahr später war es dann Wirtschaftsminister Jochimsen selbst, der bei der Einweihungsfeier den Schlüssel in passender stattlicher Größe für das TPH I übergab. Zu den 75 Millionen Mark Investitionskosten hatte das Land seinerzeit neben der Region Aachen den größten Batzen beigetragen – acht Millionen Mark betrug der Eigenanteil der Stadt Herzogenrath.

Rasante Entwicklung

Keine Frage, dass zum Festakt ein Vierteljahrhundert später wieder Besuch aus dem Landeskabinett anreiste: Wirtschaftsminister Garrelt Duin nahm am Montag in Augenschein, was sich seither getan hat: der Bau von TPH II und III (1992/1994), die Ansiedlung des Ericsson Eurolab (1991), diverse Anbauten (ab 1995), Head Accoustics (1996), Cerobear und Meta (1997), Hitec Zang (1998), Aixtron (2000) sowie seit 2002 die Besiedlung der TPH-Erweiterungsfläche Dornkaul mit CleanLaser und M.Tec als „Pionieren“. Ihnen folgten Oncom, das Aixtron-Forschungszentrum und Arnoldi Zerspanungstechnik. 2011 wurde das Starterkonzept „Co:forward“ als Business-Inkubator etabliert.

Duin lobte Gründergeist, Mut zur Selbstständigkeit und Innovation im TPH als Faktoren, die auch Merkmale des ganzen Landes werden sollten.

„Starten, wachsen, investieren“ – der Slogan hat nach wie vor Aktualität, mit dem der TPH im Netzwerk mit Partnern wie der RWTH und der FH Aachen sowie der Industrie- und Handelskammer und der International Association of Science Parks (IASP) weiter an seiner Erfolgsstory schreibt. 2500 Mitarbeiter aus rund 70 angesiedelten Firmen sind Zeugnis dafür.

Als „etablierte Marke“ kennzeichnete Bürgermeister Christoph von den Driesch den TPH bei der von der Aachener Formation André Baldes & Band untermalten Jubiläumsfeier: „Als Kompetenzzentrum für technologie- und innovationsorientierte Existenzgründer ist er ein zentraler Baustein zur Zukunftssicherung und Entwicklung unserer Stadt, unserer Region.“

Er und TPH-Geschäftsführer Axel Friese erinnerten auch an zwei Wegbereiter: den damaligen und mittlerweile verstorbenen Stadtdirektor Helmut Lesmeister und den früheren Beigeordneten Karl-Heinz Marschner, der dem Festakt beiwohnte.

Niederschrift von 1987

Vize-Bürgermeisterin Anne Fink (Grüne) wedelte am Rande der Feier unterdessen mit einer Ausschuss-Niederschrift: Dass ein Antrag der Grünen vom März 1987, über ein Technologiezentrum in Herzogenrath zu beraten, in der Politik damals zunächst weiter keine Freunde fand, ist hier nachzulesen. Strukturprobleme könne eine Stadt nicht alleine stemmen, so das Credo seinerzeit, sie müssten im Gesamtzusammenhang betrachtet werden... Aber dann kam es ja anders.

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