Tausende kommen zum Festumzug: Prunk in Würselener City

Von: ehg
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Tausende Zuschauer sahen sich am Wegesrand die prunkvollen Kleider an. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Tausende Menschen strömten aus allen Himmelsrichtungen in die Innenstadt. Plätze in der ersten Reihe wurden mehr und mehr zur Mangelware. Vor allem an der unteren Kaiserstraße, wo es so eng wurde, dass man über die Köpfe hätte laufen können.

 Eltern, insbesondere aber Großeltern fieberten dem „großen“ Auftritt ihrer kleinen und großen Kinder beziehungsweise Enkelkinder entgegen. Da sich der große Festzug aller Würselener Jungenspiele pünktlich in Bewegung setzte, brauchten sie sich nicht lange in Geduld zu üben. Alle Schaulustigen aus nah und fern erlebten ein rund einstündiges, farbenprächtiges und wieder einmal einmaliges Defilée.

Bis auf einen kleinen Stau kurz vor seinem Ende lief der gemeinsame Festzug zügig. Ein logistisches Meisterstück der Organisatoren der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele mit dem rührigen Hans Maaßen an der Spitze. Und das Wetter spielte ebenfalls mit. Alles vom Feinsten also.

Den ersten Applaus auf offener Szene ernteten die rund 40 Pritschenkinder des Morsbacher-Siedler Königsspiels mit der St. Hubertus-Schützengilde im Schlepptau. Aber auch die reizenden Maibräute mit prächtigen Kerlen an ihrer Seite, auf die sie mächtig stolz sein konnten. In allen Spielen strahlten sie Lebensfreude pur aus. Der Funke der Begeisterung sprang von der ersten Minute an auf die Zuschauer am Straßenrand über.

Das Trommlerkorps „Edelweiß“ aus Heerlen strapazierte das Fell seiner Instrumente aufs Äußerte. Der Clou der „Morsbacher“ war ein Spiel von Ehemaligen, das sich anlässlich des 160-jährigen Bestehens formiert hatte. Mit von der Partie auch der Stadtverordnete Karl-Heinz Pütz. Er war nicht der einzige Ratsherr im Festzug: Karl-Jürgen Schmitz marschierte mit den Scherberger Schützen auf und Hans-Josef Bülles schwenkte bei „Bissen“ die Fahne. Mit der Sammelbüchse war Winfried Hahn im Verein mit dem Ersten Beigeordneten Werner Birmanns unterwegs.

Nahtlos schlossen sich das Bardenberger Spiel und die St.-Sebastianus-Schützengesellschaft an. Sie rührten die Werbetrommel für ihre Kirmes vom 26. bis 29. Juni, womit der fünfwöchige Marathon sein Ende finden wird. Die besondere Attraktion war eine stattliche Zahl von Radschlägerinnen und Einradfahrerinnen. „Das gibt es nur in Würselen!“ – so überschlug sich eine Zuschauerin vor Begeisterung. Ihr „Bonmot“ steuerten auch die Elchenrather Fahnenschwenker unter Willi Hendriks bei. Bunt geschmückte Fahrräder machten für das Bissener Jungenspiel den Weg frei. Die Herren der Schöpfung machten höflich einen Knicks. Und schon ging es weiter im bunten Reigen.

Traditionsgemäß spielte der Musikzug Aachen-Brand auf. Überhaupt hatten die Spiele gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft den Festzug reichlich mit abwechslungsreicher Musik ausstaffiert. Neben dem Bundestambourkorps „Alte Kameraden“ unter Guido Bleser hinterließen die Musikkapellen aus Konzen, Roetgen und Hahn, aber auch aus Richterich, Alsdorf-Schaufenberg und Herzogenrath-Straß starke musikalische Eindrücke. Die Trommlerkorps aus Heerlen und Beek sorgten zusätzlich für Stimmung. Zu Gast war auch in diesem Jahr wieder die Maigesellschaft Eschtz, die mittlerweile zum „Inventar“ gerechnet werden darf. In Rot und Weiß kündigte sich das Euchener Jungenspiel an. Während die Fahnenschwenker ihre Tücher weit in den nicht mehr wolkenlosen Himmel „schossen“, staunte man am Straßenrand über die immer noch zahlreichen Pärchen.

Ganz groß heraus kam das Scherberger Königsspiel. Es schoss bei der Zahl der Pärchen den Vogel ab, 40 wurden gezählt. Ihnen standen die St.-Hubertus-Schützen in nichts nach. Auch die sportlichen Damen hatten sich in den Festzug eingereiht. Für die fußkranken Senioren des Schweilbacher-Siedler Königsspiels hatte der vom Aachener Turnier bekannte Würselener Kutscher Toni Griehs seine Kaltblüter angespannt. Die Sambaband „Animoso“ gab ebenso wie „De Trommelaere“ den Ton an. Für sie war es eine Ehre, in der Stadt der Jungenspiele beim Festzug mitwirken zu dürfen. 14 geschmückte Fahrräder und seine obligatorischen Maimägde in spe rückte das Oppen-Haaler Jungenspiel ins Rampenlicht. Den Euchenern machten die Oppen-Haaler Fahnenschwenker mit ihren rotweißblauen Tüchern mächtig Konkurrenz. Die Schaulustigen atmeten bisweilen kräftig durch, wenn sie haarscharf an der Straßenbeleuchtung vorbei flogen. Gekonnt ist gekonnt.

Während Oppen-Haal 25 Pärchen aufzubieten hatte, glänzte Linden-Neusen noch mit 15. Die Fahnenschwenker Grün-Weiß Weiden waren in der Zahl unschlagbar. Und auch die 17 Pärchen machten reichlich Appetit auf die Kirmestage in Weiden vom 19. bis 22. Juni im dem Zelt auf dem Marktplatz. Nicht mehr lange auf sich warten ließ das Markt-Precketer Königsspiel. Vorweg eine bunte Fahrradgruppe... Die Kinder klatschten mit ihren Pritschen auf Pfiff in die Hände. Dabei hatten sie so richtig Spaß an der Freud. Die Schützen aus Niederbardenberg und die Salmanus-Bogenschützen hatten sich – in freundschaftlicher Verbundenheit mit Markt-Preck –eingereiht. Vier Kaltblüter zogen den Planwagen der St.-Sebastianus-Schützengesellschaft. Die Senioren Sebastian Jagmann und Winand Speckgens ließen sich in der offenen Kutsche „chauffieren“ und genossen wie viele andere „Fußkranke“ vor ihnen das Bad in der Menge.

Den Schlusspunkt setzte das Jungenspiel Nassau mit den Weidener St.-Sebastianus-Schützen. Musikalisch ins rechte Licht rückte sie das Korps aus St. Jöris, das sich auch schon in Linden-Neusen bestens in Szene gesetzt hatte. Am Ende des tollen Spektakels, bei dem sich ein wunderschönes Bild an das andere gereiht hatte, bestand am Straßenrand kein Zweifel mehr: Das Brauchtum Jungenspiel ist lebendig wie eh und je. Darauf angestoßen wurde am Abend auf den sechs Zelten in den Quartieren.

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