„Tag des Sports“: Mitmachprogramm kommt bestens an

Von: Markus Bienwald
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Rewan Monla-Osman demonstriert einem Flüchtlingsjungen, wie das mit dem richtigen Fallen beim Judo geht, die Vereinskollegen Jan Menzler und Isabel Schuldt schauen interessiert zu. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Langsam, ganz langsam zeigt Rewan Monla-Osman die Bewegung auf der Turnmatte. In seinem Judo-Anzug nimmt er vorsichtig die Hände des Kindes, zeigt ihm, wie das so geht mit dem „richtigen“ Hinfallen beim Kampfsport.

Zwei-, dreimal reichen, und schon sitzt die Abrollbewegung, und es kann zur nächsten Übung gehen. „Prima, das macht richtig Spaß“, sagt der 16-Jährige mit breitem Lächeln.

Der junge Mann, der an diesem Tag kurz nach Weihnachten in der Turnhalle der Europaschule steht, ist nicht der einzige Vertreter vom Judo-Club „Sakura“ Herzogenrath. Die weiß gekleideten Kampfsportler, zu denen auch Jan Menzler und Isabel Schuldt gehören, sind mit ihrem Stand beim „Tag des Sports“ aber nicht die Einzigen, die vier Stunden lang für Bewegung sorgen.

Denn der Stadtsportverband Herzogenrath hatte gemeinsam mit der Stadt Herzogenrath, unterstützt von der Städteregion Aachen zum Mitmachprogramm eingeladen. „Nicht der Leistungsgedanke, sondern der Unterhaltungswert hat heute Vorrang“, sagte der kommissarische Vorsitzende Gerd Schwartz bei der Begrüßung. Er freute sich über richtig viel Unterstützung aus Reihen der Herzogenrather Sportvereine.

Dass es dabei nicht nur erklärtes Ziel war, das eine oder andere in Kilos umgewandelte Weihnachtsplätzchen auf den Rippen der zum Mitmachen eingeladenen Besucher loszuwerden, zeigte das Beispiel von Sayit Yusuva. Der 22-jährige Flüchtling war wie Hunderte andere Menschen, die in Herzogenrath eine neue Heimat oder zumindest eine zeitweise Unterkunft gefunden haben, zur Sporthalle gekommen. Sportkleidung hatte der junge Mann nicht nötig. Stattdessen zog er einfach die Schuhe aus, zeigte in Jeans, Socken und langärmeligem Hemd, dass er sich sehr wohl zu bewegen weiß.

Turnerische Fähigkeiten

Die Mädels vom Turnverein Herzogenrath waren sehr angetan von seinen turnerischen Fähigkeiten, die er unter anderem mit flotten Drehungen nach dem Sprung vom Minitrampolin auf ein paar dickere Sportmatten zeigte.

„Es ist einfach schön“, meinte er gleich im Anschluss. „Ich habe mich sehr über die Einladung und darüber gefreut, dass etwas für uns geplant und gemacht wird“, ließ er über eine Dolmetscherin wissen. Es sei ein schönes Gefühl, beschäftigt zu sein, ergänzte er noch schnell, ehe er schnellen Schrittes zum nächsten Sprung ansetzte.

Das vielseitige Programm bot an diesem Tag aber noch mehr. So hatte beispielsweise die Jugendabteilung des SuS Herzogenrath ihre kleine, bunte Torwand mitgebracht.

„Eigentlich hatten wir auch zwei Hallenbälle dabei, aber einem fehlte leider heute Morgen die Luft“, sagte Andrea Heringloh, Vorsitzende des SuS-Fördervereins „Jungfüchse“. Doch auch mit nur einem Ball war das Vergnügen bei den Torwandschützen deutlich sichtbar. Ganz diszipliniert warteten alle, bis sie an der Reihe waren, nutzten ihre Fähigkeiten, um den Ball ein ums andere Mal auch ins „Profi-Loch“ links oben in der Torwand zu versenken.

Tischtennis, Badminton, Volleyball, Handball, Fußball: Die angebotenen Sportarten zeigten einen schönen Querschnitt durch das Repertoire der Vereine in der Stadt.

Und sie brachten auch das, was sich der Stadtsportverband als Ideengeber versprochen hat. Denn die Begegnungen waren nicht nur sportlicher, sondern vor allem menschlicher Art, womit sie den Gedanken der Weihnachtszeit sicherlich in schöner Art und Weise weitersponnen.

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