Tag der Genealogie: Einen Blick auf die Ahnentafel geworfen

Von: ap
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Detailreich: Dietmar Petschel (3 v.l.) und Jürgen Brockauf (r. daneben) erklären gerne, wie ihr meisterliches Modell des ehemaligen Kesselhauses der Zeche Carl Alex entstanden ist. Foto: ap

Baesweiler. Heinz Rinkens steht lange vor der Schautafel, die mit Totenzetteln bestückt ist. Es ist sein berufliches Interesse, aber es ist auch sein Mitgefühl, das ihn auf diese kleinen Drucksachen immer wieder schauen lässt. Rinkens, Buchdrucker in Ruhestand, hat massig von diesen kleinen Zettelchen an seinem Heidelberger Tiegel gefertigt.

Nun liest er jeden Lebenslauf, der an Soldaten, wie beispielsweise Panzergrenadier Matthias Braun, Johann Breuer, Hermann Böcker oder Hubert Beier erinnert. „Diese Zettel, bebildert, sind mit so viel Liebe geschrieben und gemacht worden“, sagt Heinz Rinkens zu seiner Enkelin, die auch dabei steht. Miriam Peters begleitet ihren Opi durch den „Tag der Genealogie“, der vom Geschichtsverein Baesweiler ausgerichtet wurde.

Zum 10. Jahrestag der Gründung des Geschichtsvereins Baesweiler wird das Treffen der Genealogen zum fünften Mal ausgerichtet. Miriam Peters ist selbst Mitglied im Geschichtsverein und sagt, was sie noch hierhin zieht: „Ich finde es faszinierend, in der Ahnenforschung jemanden zu finden, den man vielleicht kennt oder mit dem man irgendwie verwandt ist.“ Auf diese Suche haben sich schnupperweise oder auch ganz professionell viele Freunde der Ahnenforschung in der Alten Scheune des Kulturzentrums Baesweiler gemacht. So auch Peter Lenzen aus Erkelenz. Was oder wen sucht er? „Es geht um eine Hochzeit, die hier in der Ecke stattgefunden haben muss“, sitzt er neben Arbeitskreisleiter Horst Gießler und schaut gebannt auf dessen Laptop. Gießler wühlt sich hinein in die Lenzen-Familie, die eigentlich aus dem Ruhrgebiet, Bremen und der Lüneburger Heide stammt.

Währenddessen berichtet Horst Gießler von einem „bombastischen Andrang, den wir heute haben“. Die Themenfelder ziehen. Das freut auch Mario Seifert, Repräsentant der Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Familienforscher. Warum der Andrang an seinem Stand so groß ist, erklärt er: „Wir gehen auf die Leute zu und befragen sie einfach“. Seifert hat erkannt, dass „viele, die meinen, sie finden ihre Vorfahren, die aus dem Osten stammen, nicht mehr, irren“. Oft kämen Großeltern mit ihren Enkeln und hakten nach. Und die Enkel würden dann meist auch am Thema bleiben.

Eine „Zugnummer“ im Wortsinn ist der Modellbau eines Teils der Zeche Carl-Alexander in Baesweiler. Jürgen Brockauf und Dietmar Petschel haben das Kesselhaus und Ausschnitte des Holzlagerplatzes nachgebaut. „Eineinhalb Jahre haben wir dafür gebraucht“, erklärt Zoll-Inspektor Dietmar Petschel. Den Bezug dazu bekam er auch von seinem Opa Günter. Er war auf Carl-Alex Kranführer. Ähnlich erging es auch Petschels Freund Jürgen Brockauf, dessen Vater Reinhard Fahrsteiger der Zeche war. Das Kesselhaus wurde im kompletten Eigenbau mit Sperrholz und Kunststoffteilen erstellt. Originalpläne gab es aber nicht mehr, sodass nach Fotos gebaut werden musste. Das gelang erstklassig, was aber auch der Professionalität Brock-aufs geschuldet ist. Er ist selbstständiger Modellbauer.

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