Baesweiler - Tafel wird mit dem Ehrenlöwen ausgezeichnet

Tafel wird mit dem Ehrenlöwen ausgezeichnet

Von: Karl Stüber
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Die Baesweiler Tafel ist am Abend mit dem Ehrenlöwen der Stadt ausgezeichnet worden. Foto: Sigi Malinowski
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Musikalische Begleitung: Die Blasmusikkapelle „Siebenbürgen“ Setterich unter Leitung von Jörg Schmidt spielte im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Eigentlich ist der Neujahresempfang der Stadt Baesweiler eine unterhaltsame, ja fröhliche Veranstaltung. Hunderte Bürger finden sich für drei Stunden auf Einladung der Stadt Baesweiler ein, wohnen der Verleihung des Ehrenlöwen bei, hören geduldig den Ausführungen von Bürgermeister Dr. Willi Linkens über anstehende Aufgaben zu und lassen es sich dann bei einem Gläschen und netten Gesprächen gut gehen.

Am Dienstagabend wurde im Pädagogischen Zentrum des Baesweiler Rathauses aber auch Nachdenkliches serviert. Die Baesweiler Tafel wurde ausgezeichnet. Aus gutem Grund. Sorgen die derzeit rund 60 Ehrenamtler doch dafür, dass mittlerweile etwa 300 Bedarfsgemeinschaften mit rund 1200 Personen regelmäßig Lebensmittel zu einem Obolus von einem Euro erhalten. „Viele schaffen es aufgrund wirtschaftlicher Zwänge nicht mehr, den Esstisch über das täglich Notwendige hinaus zu decken. Manche können sich selbst das nicht mehr leisten“, sagte Linkens in seiner Laudatio.

„Tischlein, deck Dich!“ Wäre schön, wenn das Beschaffen von guter und ausreichender Nahrung so einfach wie in einem Märchen der Gebrüder Grimm klappen würde. Aber die Realität sieht anders aus. Laut Linkens stellen demografischer Wandel, veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen und der große Flüchtlingszustrom unsere Gesellschaft vor „Herausforderungen, die der Sozialstaat allein nicht bewältigen kann. Reichtum und Überfluss auf der einen Seite, Entbehrung und Armut auf der anderen Seite – die Baesweiler Tafel findet sich aber damit nicht ab.

Mit ihrer Arbeit wirkt sie dieser Entwicklung entgegen und schafft so eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel.“ Die Tafel sei für viele Menschen eine konkrete, verlässliche und unverzichtbare Hilfe geworden. Der Bürgermeister hob hervor, dass die Versorgung von bedürftigen „Sozialhilfeempfängern, Arbeitslosen, Alleinerziehenden, kinderreichen Familien, Rentnern, Migranten, Asylbewerbern, Asylanten und Flüchtlingen“ in Baesweiler nicht etwa verschämt in einem Hinterhof, sondern im alten Haus Götting, einem öffentlichen Ort mitten in der Stadt, organisiert ist.

Was die Tafel hierbei mit Unterstützung vieler Sponsoren und Spender vollbringe sei eine „logistische Meisterleistung“. Zudem lebten die Ehrenamtler vor, dass soziales Engagement neben seinem großen gesellschaftlichen Wert auch noch „Spaß und Freude“ macht.

Das zeigte sich auch bei der Verleihung des Ehrenlöwen, als die so Geehrten mit ihrem Vorsitzenden Willy Feldeisen die Bühne stürmten und die hohe Anerkennung mit Stolz entgegennahmen. Vorsitzender Feldeisen, der vor sieben Jahren von Bürgermeister Linkens angesprochen worden war, ob er denn diese Aufgabe übernehmen wolle, berichtete aber auch sichtlich gerührt, welche Dankbarkeit der Baesweiler Tafel entgegengebracht werde. „Danke, dass es Euch gibt!“ und „Ohne die Tafel wüssten wir nicht, wie es weitergehen soll!“ Diese beiden Anmerkungen stehen stellvertretend für die Reaktionen aus Reihen der Bedürftigen.

Ernst, ja sogar etwas zornig beschrieb Feldeisen aber auch die Lebensmittelverschwendung. Über zehn Millionen Tonnen würden im Jahr vernichtet, nur um die Preise stabil zu halten. Feldeisen appellierte eindringlich an die Verantwortlichen der Konzerne: „Statt Lebensmittel zu vernichten, verteilen Sie die besser an die Tafeln!“ Der Beifall der Gäste des Neujahrsempfang der Stadt Baesweiler bestätigte diese Sicht der Dinge eindrucksvoll.

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