Würselen - Täglich ein leckeres Mittagessen: Mensaverein gegründet

Täglich ein leckeres Mittagessen: Mensaverein gegründet

Von: Conny Stenzel-Zenner
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Kräuter und Gemüse für eine ausgewogene Ernährung: Gymnasialleiterin Lydia Becker-Jax (r.) und Dagmar Thorand, Vorsitzende des Mensavereins, sind zuversichtlich, die Pläne umzusetzen. Foto: ny

Würselen. Damit Schülern in der Mittagspause ein schmackhaftes Essen serviert wird, haben zwei Schulen jetzt einen Mensaverein gegründet. „In zwei Jahren werden wir da sein, wo wir hin wollen“, sagt Vorsitzende Dagmar Thorand.

Dann soll ein Koch täglich gesundes und frisches Essen zu moderaten Preisen für Gymnasium und Realschule zubereiten. Und die Schüler sollen in der Mensa eine entspannte Mittagspause verbringen können, wo der Ganztag Einzug gehalten hat. So der Plan.

„Eigentlich müsste die Kommune eine Mensa planen und finanzieren“, sagt Thorand. Doch Lehrer und Eltern wollen die Sache selbst in die Hand nehmen. „Viele Mensen haben mit den Essenszahlen zu kämpfen“, weiß die Vorsitzende. Weil monatlich Fixkosten für Personal und Einrichtung bestehen, würden die Mahlzeiten teurer, je weniger Esser in die Mensa kommen.

„Das wollen wir verhindern“, wünscht sich Thorand, die gemeinsam mit Lehrern beider Schulen Mensen besuchte, die Erfolg mit ihrem neuen Konzept haben. Eine ist die Maria-Montessori-Gesamtschule in Aachen. „Als ein Caterer die Mensa belieferte, gingen die Essenszahlen stetig zurück. Nachdem ein Mensaverein aber die Geschicke in die Hand nahm, begann der Erfolg. Mittlerweile werden bei 1300 Schülern jeden Tag 800 Essen verkauft“, sagt Lydia Becker-Jax, Direktorin des Gymnasiums.

Ein Erfolgsrezept

Das Erfolgsrezept: Der Verein stellt einen Koch ein, der das Essen frisch zubereitet und verschiedene Beilagen kocht. In Buffetform werden Salate angeboten. So kann sich jeder nehmen, was er möchte. „Und die Kartoffeln sind nicht pratschig“, sagt Thorand. Außerdem müsse man nicht zwei Wochen vorher bestellen, und der Koch erhält sofort Rückmeldungen, falls es mal nicht schmeckt.

Dazu müsse die Stadt Würselen eine Koch-Küche und eine Aufwärm-Küche einrichten. „Wir wollen eine vollwertige Küche. Wo, ist uns egal“, sagt Realschul-Direktor Lorenz Hellmann. Die Schulen lägen so nah zusammen, dass panierte Schnitzel nicht an Geschmack verlören, wenn sie herübergefahren würden. Zusätzliches Personal könnte in der kleineren Küche die Beilagen zubereiten.

Aber: „Wenn wir selbst kochen wollen, brauchen wir Vorratsräume und eine gute Abluftanlage“, sagt Dagmar Thorand. Das würde Mehrkosten bedeuten. „Wir möchten keine schnelle, günstigere und schlechtere Lösung“, wünscht sich Becker-Jax „zufriedene Eltern und satte Kinder“.

Jetzt müssen die Politiker der überschuldeten Stadt entscheiden. In zwei Jahren soll alles umgesetzt sein. Bis dahin gibt es eine Übergangslösung, ein wenig teurer, dafür aber gut: Ein Caterer liefert Bioessen. „Das schmeckt richtig“, hat Dagmar Thorand vorgekostet. Weil geliefert und ausgegeben werden müsse, sei das Übergangsessen mit etwa 4,50 Euro relativ teuer. Beim Mensaverein soll es rund 3,50 Euro kosten. „Als Schul-Mensa bekommen wir keine Zuschüsse“, sagt Becker-Jax.

Dagmar Thorand ist stolz auf die Aktivitäten des Vereins, die einzigartig im Land seien. Sie hofft, „dass zwei Schulen mit insgesamt 1800 Schülern die Politiker bewegen, höhere Investitionskosten für zwei Küchen zu tätigen“.

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