Tablet-Computer sollen Notebooks in Schulen ersetzen

Von: Georg Pinzek
Letzte Aktualisierung:
8863644.jpg
Zukunftstauglich: Tablets lösen bald die Laptops ab. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Gut gemeint, aber schlecht gemacht: Mit einem ehrgeizigen Medienkonzept für Schulen ist Würselen vor etwa fünf Jahren gestartet. Doch die Lemmon-Laptops floppten.

Während an der Realschule immerhin offiziell noch elf Laptopklassen geführt werden, die Rechner wurden erst kürzlich teils mit größeren Festplatten aufgerüstet, sind es am Gymnasium aktuell nur noch zwei Klassen, in denen Notebooks mehr oder weniger zum Einsatz kommen. Der weiter schwindenden Akzeptanz des Projekts bei Schülern, Eltern und Lehrern wollte das Gymnasium aber nicht länger tatenlos zusehen. So testeten Lehrer nun die Tauglichkeit von iPads für den Schulalltag – mit positivem Ergebnis. Den Bildungsausschuss informierte die Stadtverwaltung, dass das Gymnasium zum Schuljahr 2015/16 Eltern anbieten wird, keine Notebooks, sondern iPads für ihre Kinder zu leasen. Ein Klassensatz iPads (30 Stück) kostet rund 20.000 Euro. Nach ersten Berechnungen werden sich die Leasingkosten um 25 Euro pro Monat bewegen und damit mehr als 30 Prozent unter den Kosten für Laptops. Das bereits ausgebaute Netz an den Schulen kann somit weiter genutzt werden. Lehrer Frajo Ligmann, Medienkoordinator am Gymnasium, legte dazu einen detaillierten Projektbericht vor. Dabei stellte er eingangs fest: „Das bisherige Angebot der elternfinanzierten Laptopklassen hat in der Praxis die Erwartungen nicht erfüllen können.

Hierfür sind neben dem fehlenden Konzept in der ersten Hälfte des Projekts vor allem die zu komplexen und fehlerhaften Endgeräte verantwortlich. Als digitales Endgerät sollen künftig iPads die Laptops ersetzen. Der Abbau technologischer Hürden muss wichtiges Ziel sein, damit digitale Werkzeuge kein Hindernis, sondern eine Bereicherung des Unterrichts darstellen.“ In den Fachportalen und -zeitschriften zur Nutzung digitaler Medien in der Schule zeichne sich eindeutig ab, dass Tablet-Computer im Bildungsbereich den klassischen PCs weitgehend den Rang ablaufen werden. Für die Tablets listet Ligmann Pluspunkte auf: Akkulaufzeiten von mehr als zehn Stunden garantierten eine Nutzung über einen Schultag – selbst an einem Ganztagsgymnasium – hinweg.

Bei einem Gewicht von unter 500 Gramm überlege kein Schüler, ob er das Gerät mitnehme. Die Verfügbarkeit in der Schule werde somit deutlich erhöht. Startzeiten von einer Sekunde ließen keine wertvolle Unterrichtszeit verschwenden. Da es keine beweglichen Teile gebe, sei die Reparaturanfälligkeit enorm reduziert. Die intuitive Bedienung lässt die Benutzung ohne große Schwierigkeiten sogar schon im Kindergarten und erst recht in Eingangsklassen des Gymnasiums zu.

Nach einer Fortbildung im Umgang mit iPads beurteilten Lehrer den Einsatz im Unterricht durchweg positiv. Ob die Pilotklassen in der Jahrgangsstufe 5 oder 7 starten werden, steht indes noch nicht fest. Schulleiterin Lydia Becker-Jax versicherte im Bildungsausschuss: „Wir werden das nach intensiver Diskussion genau prüfen.“ Sprecher aller Fraktionen begrüßten die Weiterentwicklung des Medienkonzepts, zähle die Förderung der Medienkompetenz schließlich mit zu den wichtigsten Bildungsaufgaben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert