Synagogen-Giebel ist nicht mehr zu retten

Von: Georg Pinzek
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Mit Stahlträgern und Ankern gesichert: Reste der einstigen Synagoge sollen in einen Neubau integriert werden. Die Giebelwand links konnte jedoch nicht mehr komplett erhalten Foto: Georg Pinzek

Würselen. Es ist in verschiedener Hinsicht eine besonders prominente Baustelle in Würselen. Die am Lindenplatz stehenden Mauerreste der Synagoge sind denkmalgeschützt, sie sollen in einen dreigeschossigen Neubau für Seniorenwohnungen und Tagespflege integriert werden.

In den Standort werden 2,8 Millionen Euro investiert. Schon bei der Planung des Projekts der Stadtentwicklungsgesellschaft Würselen (SEW) war sensibles und erst recht bei der Umsetzung ist behutsames Vorgehen angesagt. Bausachverständige und Statiker sind am Werk, intensiv begleitet wird das Vorhaben vom Arbeitskreis „Kein Vergessen”.

Doch der wünschenswerte Erhalt der kulturhistorisch bedeutsamen alten Bausubstanz ist die eine Sache, der Zustand von Stein und Mörtel nach 86 Jahren eine ganz andere. Ein Teil der linken Giebelwand - vom Lindenplatz aus gesehen - konnte trotz aller Bemühungen nicht mehr gerettet werden. „Wir bedauern das sehr”, erklärte SEW-Geschäftsführer Manfred Zitzen auf Anfrage unserer Zeitung.

Denn eigentlich sollte auch diese Giebelwand im Gebäude in einem Treppenhaus ins Szene gesetzt werden. Doch macht das unter diesen Voraussetzungen noch Sinn? Reicht es nicht, wenn diese Wand im Erdgeschoss (Tagespflege) „erlebbar” bleibt? Statt eines zweiten Treppenhauses könnte mehr Wohnfläche entstehen und das Bauprojekt der städtischen GmbH damit wirtschaftlicher machen.

Vor Ort wurden diese Fragen jetzt mit dem Landeskonservator, der Stadt als Untere Denkmalbehörde und dem Arbeitskreis „Kein Vergessen” erörtert. „Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen”, informiert Zitzen. „Bei der Prüfung werden wir nichts überstürzen, sondern uns die dafür nötige Zeit lassen. Mit allen Beteiligten werden wir auf alle Fälle eine einvernehmliche Lösung finden.”

Tagespflege und 18 Seniorenwohnungen

18 seniorengerechte Wohnungen werden von der SEW am Lindenplatz durch die Bauorganisation Schüller gebaut und vom Seniorenzentrum St. Antonius weitervermietet. Im Erdgeschoss entsteht eine Tagespflege (12 Plätze).

1875 wurde die Synagoge am Lindenplatz von der Jüdischen Gemeinde Würselen errichtet und bis 1925 als Gebetshaus genutzt.

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