Symbolischer Umzug: Schüler nehmen den Neubau in Beschlag

Von: Verena Müller
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Der Umzug: In Ofden startete der Marsch der Schüler unter den aufmerksamen Blicken des Schulleiters Wilfried Bock und zu den Klängen des Schulorchesters des Gymnasiums. Foto: Verena Müller
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Nach einem Schlenker durch den Tierpark und Passieren des Annageländes strömten die Klassen ins Kultur- und BIldungszentrum. Foto: Verena Müller
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Nach einem Schlenker durch den Tierpark und Passieren des Annageländes strömten die Klassen ins Kultur- und BIldungszentrum. Foto: Verena Müller
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Die bunt gestalteten Stühle sammelten Realschulleiterin Reinhild Behr-Bennemann (im Bild l.) und die Erprobungsstufen-Koordinatorin des Gymnasiums, Claudia Lützeler, an der Bühne ein. Foto: Verena Müller
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Die Einsegnung des Kubiz nahmen Pfarrerin Elisabeth Peltner, Pfarrer Konrad Dreeßen und Imam Selim Ermin (h.r., daneben der islamische Theologe und Dolmetscher Mustafa Yildirim) vor. Foto: Verena Müller
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Behielt vom Rad aus den Überblick: der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Martin Wüller. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Die Streckenposten der Polizei und des Ordnungsamtes standen am Donnerstagmorgen um kurz vor 9 längst, aber der Marsch der Realschüler und Gymnasiasten von Ofden zum Annagelände verzögerte sich noch etwas. Fast hatte das Symbolcharakter, schließlich musste der gesamte Umzug schon um ein Jahr verschoben werden.

Auf eine halbe Stunde mehr oder weniger kam es bei der sinnbildlichen Inbesitznahme des gemeinsamen neuen Gebäudes im Komplex des Kultur- und Bildungszentrums dann auch nicht mehr an.

Außerdem war das vom Ordnungsamt vorgegebene Zeitfenster großzügig bemessen: von 9 bis 11 Uhr, beginnend mit den unteren Stufen, endend mit den Abiturklassen, und mit je einem Stuhl pro Klasse bewaffnet die Theodor-Seipp-Straße runter, links einen Schlenker durch den Tierpark, unter der B57 durch, die Würselener Straße rauf, über den Busbahnhof und Annapark in den Neubau zu strömen. Der Soundtrack dazu: „The Final Countdown“ von Europe aus dem Jahr 1986, gespielt vom Schulorchester des Gymnasiums.

Wilfried Bock, Leiter des Gymnasiums, hatte per Lautsprecherdurchsage zum Aufbruch geblasen, wohl zum letzten Mal sollte er über diesen Kanal seine Schüler erreichen. Dann eilte er aus dem Schulgebäude, um als „Querungshilfe“ über die Theodor-Seipp-Straße zu fungieren. Autofahrer anhalten, Schüler zu mehr Tempo animieren. Ein bisschen angespannt noch, aber souverän an mehreren Stellen gleichzeitig jonglierend.

Die Realschüler waren zum Teil schon „kleckerweise“ vorgelaufen, der Rest der rund 420 Realschüler und 700 Gymnasiasten, dazu Lehrer und vereinzelt Eltern, liefen wohlsortiert hinterher. Schaulustige gab es kaum.

Die Stühle, altes Mobiliar, hatten die Klassen individuell gestaltet und wurden nach der Ankunft an einer kleinen Bühne von der Realschulleiterin Reinhild Behr-Bennemann und Gymnasial-Lehrerin Claudia Lützeler eingesammelt. Hier standen auch schon die Vertreter der Weltreligionen, der Stadt Alsdorf und der Politik parat, um Komplimente zu verteilen und gute Wünsche zu formulieren.

Die Zeit bis zur Einsegnung nutzten viele, um in Klassenzimmern, Fluren und auf dem Schulhof schon mal Probe zu sitzen und zu stehen. Ergebnis: allgemeine Zufriedenheit bei vereinzelten Bedenken ästhetischer Natur.

Fertig ist der Bau zwar immer noch nicht, aber man liegt im Zeitplan. So fehlen beispielsweise Beläge auf den Treppen und Schwellen zum Innenhof. Der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums, Martin Wüller, nahm‘s gelassen und räumte etwaige Stolperfallen wie Leisten kurzerhand auf Seite, während seine Schüler zwischen Flur und Schulhof hin- und herströmten.

Auch der Umzug des Inventars ist eigentlich noch gar nicht erfolgt. „Wir sind im Moment umgeben von Kisten“, sagte Reinhild Behr-Bennemann am Rande der offiziellen Einsegnung. Montag oder Dienstag werde wohl der echte Umzug beginnen. „Jetzt sind nur Einzelstücke hier.“ Etwa alte Pulte, die die Schüler gestalten durften und die Trödelchic in die noch recht klinischen Flure bringen.

Bocks Fazit: „Die Landnahme hat schon mal funktioniert. Das ist schon mal gut.“ Und im offiziellen Teil nach der Einsegnung: „Vor 15 Jahren haben wir den ersten Gedanken formuliert, eine neue Schule zu bauen. Jetzt, mit dem geistlichen und geistigen Hintergrund, kann gar nichts mehr schiefgehen.“ Behr-Bennemann wünschte den Schülern beider Bildungseinrichtungen ein gutes gemeinsames Lernen und Arbeiten.

Im Hintergrund stand auch die Bauherrin, Kathrin Koppe, Geschäftsführerin der GSG Grund- und Stadtentwicklung. Sichtlich zufrieden über den Verlauf und vor allem auch das im Gegensatz zum Vortag hervorragende Wetter konstatierte sie: „Das haben wir uns aber auch verdient.“ Und zwinkert. Wenn man sagen würde, dass sie während der Bau-, Rückbau- und Wiederaufbauperiode phasenweise allen Grund zur Verzweiflung gehabt hätte, läge man sicherlich nicht falsch.

Aber nun steht das Positive im Vordergrund, auch wenn nebenan, in der Kraftzentrale ebenfalls noch einige Arbeiten anstehen. Noch ist der Bau eingerüstet, in der kommenden Woche geht Kathrin Koppe die Backsteinfronten zwecks Abnahme ab.

Zur Erinnerung: Nicht nur der Wasserschaden am Neubau war ein herber Rückschlag, sondern auch bauliche Mängel wie falsche Verfugung der Fassade und Probleme mit den Fundamenten im alten Industriebau.

Aber das war am Donnerstag ein anderes Thema. Gen Ende des Zeremoniells wurde noch der schönste Stuhl gekürt. Das Rennen machte, wie SV-Sprecher Lars Meyer verkündete, das Exemplar der 9b mit riesigen Flügeln. Ob diese den Umzug beschleunigen, das Tragen des Stuhls von Ofden ins Kubiz erleichtern oder eine Fluchtmöglichkeit aus dem künftigen Unterricht sein sollen, liegt im Auge des Betrachters.

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