SV Hoengen 1916 wieder eigenständig

Von: mas
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Vergangenheitsbewältigung: (v.l.) Karl-Heinz Dahmen, Jörg Kollednigg und der Mariadorfer Herthaner Willi Dreßen schließen in Kürze mit dem Kapitel SV Union Mariadorf-Hoengen ab. Foto: Sigi Malinowski

Alsdorf. Die neue Richtung ist die alte. Und dass dieser Weg der richtige sein wird, darüber sind die Vereinsvertreter mehr denn je überzeugt. Vor zwei Jahren hatte man sich zu einem Zusammenschluss mit dem Verein Hertha Mariadorf hinreißen lassen, der den Namen SV Union Mariadorf-Hoengen trug, und der vor dem Aus steht.

Zur neuen Saison 2015/2016 taucht daher der SV Hoengen 1916 e.V. wieder eigenständig auf der Fußballlandkarte auf, was in der Mitgliederversammlung im März beschlossen wurde.

Nur eine „Seifenblase“

„Der SV Union Mariadorf-Hoengen war leider nur eine Seifenblase“, blickt Karl Heinz Dahmen als Manager und Abteilungsleiter Fußball zerknittert zurück. Im Rückblick sagt der Verein in Person von Dahmen und Geschäftsführer Jörg Kollednigg klar und deutlich: „Wir fühlen uns missbraucht.“.Das erläutert Geschäftsführer Jörg Kollednigg auch im Detail.

Nach damaligen Angaben des Hertha-Geschäftsführers Oliver U. (Name geändert) und des damaligen Trainers Hermann Y. (ebenfalls geändert) wäre Hertha Mariadorf „nicht mehr in der Lage gewesen , die in der Kreisliga A spielende Mannschaft weiter zu finanzieren“. Dies resultierte auch aus dem Umstand, dass sich der Hauptsponsor – ein ortsansässiger Lottomillionär – aus dem Kreis der Förderer zurückgezogen hatte, hieß es.

Diese Aussagen entsprachen nach Überprüfung nicht im geringsten der Wahrheit, sagt Dahmen, denn Hertha Mariadorf konnte später nachweisen, dass mehrere Tausend Euro Aufwandsentschädigungen an das damalige Trainergespann geflossen waren. Aufgrund der damaligen Aussagen drängte die neue Hertha-Generation Ende 2012 intensiv darauf, mit dem SV Hoengen einen Zusammenschluss einzugehen.

Dieser Beschluss erfolgte mit Wirkung zum 10. Juni 2013. Auflage des damaligen Geschäftsführers sowie des Trainers war es, dass die Erste Mannschaft Herthas inklusive Trainerstab – der im Jahr 2011 komplett vom damaligen Bezirksligisten VfR Linden-Neusen nach Mariadorf wechselte – für den Fusionsverein „wohl weiter bestehen müsse und die Erste Mannschaft um den erfolgreichen Trainer Paul Steckemetz weichen sollte“, erinnert sich Dahmen wehmütig.

Der neue Verein sollte – entgegen des vorgesehenen Namens SV Hertha Mariadorf/Hoengen – nun nach Auflage einer Marketinggesellschaft, die von Oliver U. ins Spiel gebracht wurde, aufgrund einer Förderzusage SV Union Mariadorf-Hoengen heißen.

Ging es nur ums liebe Geld?

Im Nachhinein wurde dem Vorstand vom Co-Trainer Oliver U. und von Trainer Hermann Y. mitgeteilt, dass die in der Kreisliga A spielende Mannschaft aus der Saison 2012/13 „noch mehrere tausend Euro bekommen muss“. Der Verein Union sei Rechtsnachfolger der Hertha „und hat demzufolge auch diese Forderungen zu begleichen“. Seinerzeit war der Vorstand darüber schockiert.

„Wir hatten mit der Vorsaison Herthas überhaupt nichts zu tun, also hatten wir in dieser Hinsicht auch eine völlig andere Rechtsauffassung“, bekräftigt der Manager. Kurze Zeit später, nachdem diese Dinge auf den Tisch kamen, trat die Erste Mannschaft der Union nach Aufforderung des damaligen Trainergespanns in Kornelimünster bereits nicht mehr an und stellte sich auch danach nicht mehr in den Dienst des Vereins.

Kollednigg: „Viele Spieler haben den Verein in den Wintermonaten ablösefrei verlassen. Dies taten sie auch, weil sie mit rechtswidrigen Freigabebescheinigungen von Oliver U. ausgestattet wurden.“ Manager Dahmen findet ganz harte Worte angesichts dieser Vorgänge. „Hier war man eindeutig nur am Geld des Vereins interessiert und nicht an einer sportlichen Zusammenarbeit.“ Die Vereinsführung hat dazu rechtliche und strafrechtliche Verfahren eingeleitet.

Hertha nicht zerstören

Was den Hoengener Fußballfreunden richtig ans Herz geht, drückt Kollednigg aus. „Der Verein steigt nach Informationen des Ersten Vorsitzenden des Fußballkreises Aachen, Raphael Lamm nun auch noch unerwartet in die Kreisliga C ab. Obwohl man seit Monaten immer nur von zwei Absteigern je Gruppe gesprochen hatte und dies auch so entsprechend publiziert wurde. Dazu Dahmen: „Hierzu fehlen einem die Worte“.

In den Sternen stehe, ob und wie lange an der Platzanlage Blumenrather Straße „noch der Ball rollen“ könne, da die Stadt beabsichtigt nach Aussage von Dahmen Förderungen massiv zurückfahren will. Derzeit arbeiten die Klubs an Lösungen, um die Pflege von Traditionen aufrecht zu erhalten, bekräftigt Karl Heinz Dahmen.

Und er schiebt eine Klarstellung nach: „Ich dementiere deutlichst, was böse Zungen behaupten. Wir sollen nur daran interessiert sein, Hertha zu zerstören. Das liegt uns ganz fern, es müsse nur geregelt werden, was zu regeln ist.“ Unsere Zeitung ist bemüht, auch die andere Seite hierzu zu hören.

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