Susanne Lo Cicero-Marenberg hat die „Lizenz zum Gestalten”

Von: Karl Stüber
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Für die Menschen und die Stadt Alsdorf Projekte planen und umsetzen: Die Technische Beigeordnete Susanne Lo Cicero-Marenberg ist voller Tatendrang. Foto: Stüber

Alsdorf. Wie hat es nur Susanne Lo Cicero-Marenberg nach Alsdorf verschlagen? Wieso hat sie hier als Technische Beigeordnete angeheuert? Fakt ist: Im März beschloss der Stadtrat, die auf Stadtplanung spezialisierte Diplom-Ingenieurin der Architektur zu engagieren.

Zugleich folgte der Rat den Vorstellungen von Bürgermeister Alfred Sonders. Sie erhielt das speziell zugeschnittene Dezernat III.

Zur Beantwortung der Frage nach dem Warum reicht keineswegs die Feststellung, dass Lo Cicero-Marenberg entsprechend qualifiziert ist und unter den Bewerbern den besten Eindruck machte. Es gibt da eine ganz persönliche Motivlage.

Die Zwölfjährige mag sicherlich noch nicht gedacht haben, einmal Technische Beigeordnete in Alsdorf zu werden, als sie in Begleitung ihres Vaters mit dem Fotoapparat an der Alsdorfer Kokerei auf Motivsuche ging. Der habe sie zuvor väterlich gewarnt.

Sie wisse ja, wenn man nach Alsdorf fahre, da sei manches anders. Gemeint waren der intensive Bergbau und seine Auswirkungen. „Wenn ich mir überlege, was da alles im Zentrum von Alsdorf gestanden hat. Das war faszinierend”, berichtet sie von ihren Eindrücken damals.

In Aachen geboren, besuchte sie später das Gymnasium Würselen, auch so eine Stadt des ehemaligen Aachener Steinkohlenreviers. Und sie blieb der Region treu, studierte in Aachen und hatte immer wieder während ihrer Ausbildung mit und in Alsdorf zu tun.

So im Jahre 2002 im Zuge des Stadtmarketingprozesses und 2006 in der Alsdorfer Verwaltung, als sie ihren kommunalen Dienstabschnitt absolvierte. Da muten die Stationen in Höxter und Dormagen wie notwendige „Ausreißer” und berufliche Umwege an, um wieder in Alsdorf zu landen - mit der „Lizenz zum Gestalten”.

Das größte Thema

Viel habe sich bereits getan, viele Weichen seien gestellt worden, um den Strukturwandel weiter voranzutreiben, sagt sie. Für Architekten sei Alsdorf sehr spannend. Von dem zu beplanenden und zu bebauenden Raum könne man anderenorts nur träumen: „Da schlägt das Herz als Stadtplaner höher.”

Immer wichtiger werde es, bei den Bauprojekten noch mehr als bisher „auf die Menschen zu schauen und was sie benötigen”, wie etwa bei dem Thema Soziale Stadt. Dies sei auch das „größte Thema meiner Zunft” - und zwar im Rahmen des demographischen Wandels generationenübergreifend Stadtentwicklung voranzutreiben.

Es gehe darum, Menschen wieder verstärkt für das zu interessieren, was in ihrer Stadt vorgeht, sie wieder mehr zu beteiligen und eine aktive Bürgergesellschaft zu fördern. Da seien der Förderverein Stadtmarketing Alsdorf und diese Zeitung mit der Reihe Alsdorfer Stadtgespräch auf einem sehr guten Wege, gibt es unversehens Lob aus ihrem Munde.

Mit dem neuen Zuschnitt des Dezernats, das sie zu verantworten habe, „laufen jetzt wieder alle technischen Fäden zusammen”, um Reibungsverluste zu vermeiden und sich auf die Entwicklung Alsdorfs in all seinen Teilen zu konzentrieren.

Sie sei sehr gut von den Kollegen aufgenommen worden, betont sie. Und gemeinsam mit Bürgermeister Sonders und dem Ersten Beigeordneten Ralf Kahlen seien jetzt „verschiedene Motoren” am Werk.

Mit dem geplanten Kultur- und Bildungszentrum (Schulzentrum) auf dem Annagelände, dem komplexen Vorhaben Soziale Stadt - Mitte und dem Ausbau des Energeticons gebe es zurzeit mehr als reichlich zu tun - und erheblichen Freiraum zur Kreativität.

Wenn eines der drei Projekte anlaufe, so Lo Cicero, setze eine Art Schneeballsystem ein, das unter anderem zur Ansiedlung von neuem Gewerbe führen werde. Stichworte wie Stärkung der Innenstadt und erweitertes Einzelhandelskonzept fallen.

Aber sie spart auch nicht mit Kritik: Die Rede sei stets von der Stärkung der Innenstadt, vom Zusammenrücken, der Förderung von Strukturen, um den Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft begegnen zu können. Da passe die Kürzung der Städtebauförderung nicht rein, appelliert sie an die Bundestagsabgeordneten.

Kommen wir zu den Visionen der neuen Technischen Beigeordneten. Sie will Wohnen, Arbeiten, Kultur, Bildung und Landschaft miteinander sinnvoll verknüpfen. Sie spricht von der projektierten Haldenlandschaft, von Förderkulissen der Europäischen Union.

Umsetzungsorientiertes Arbeiten sei notwendig, das heißt, schon bei der Entwicklung von Ideen müsse die Machbarkeit berücksichtigt werden, um nicht später in einer Sackgasse zu landen. Ein Thema ist der „gewissenhafte Umgang” mit Flächen, das Entwickeln von „sinnvollen Ökoflächen” und und und...

Und vielleicht findet Susanne Lo Cicero-Marenberg auch mal die Zeit dafür, die Bilder aufzuhängen, die sie für ihr Büro vorgesehen hat. Auch das Foto, das sie mit zwölf Jahren aufgenommen hat. Damals an der Kokerei, als sie mit ihrem Vater in Alsdorf unterwegs war.
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