Supermarkt an die Osttangente verlegen

Von: Beatrix Oprée
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Den Kohlscheider Markt zu einem echten Platz machen: Jasmin Schulze (l.) und Ferdinande Drux-Kehlenbach haben die bisherige Situation genau unter die Lupe genommen und warten mit interessanten Umgestaltungs-Alternativen auf. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Wie soll Kohlscheid im Jahr 2020 aussehen? Vielleicht so, wie es sich Ferdinande Drux-Kehlenbach und Jasmin Schulze vorstellen. Die Anwohnerinnen der Dürer- respektive Weststraße haben sich sehr gründlich mit dem Ist-Zustand und den bereits vorliegenden Verbesserungsideen auseinandergesetzt und dabei einen ganz neuen Ansatzpunkt zur Attraktivitätssteigerung ihres Wohnumfelds gefunden.

Im Unterschied zu allen anderen Vorschlägen stellen sie sich hinter der VR-Bank nicht etwa den als „Anker“ favorisierten Nahversorger vor, sondern eine begrünte „Plaza“ als ruhigen Treffpunkt zum Verweilen, im Südosten durch eine neue Geschäftszeile mit hochwertigem Wohnen im Obergeschoss begrenzt. Zentrum der „Plaza“ wäre ein „Bürger-Pavillon“, in dem unter anderem die vielfältige Künstlerszene Kohlscheids ein Forum bekommen könnte. Die vorhandene Gastronomie sollte die Möglichkeit haben, sich auf den neuen Platz auszudehnen.

Ausreichend Parkraum schwebt den Ideengeberinnen in einer angrenzenden Tiefgarage respektive einem Parkdeck vor, das über Süd- und Paulusstraße aus zu befahren und über die Weststraße wieder zu verlassen wäre. Den Standort für den dringend notwendigen Nahversorger wünschen sich Drux-Kehlenbach und Schulze zwischen Südstraße und geplanter Osttangente, etwa im Bereich des jetzigen Sportplatzes. „Wichtig sind mehrere Verbindungswege für Fußgänger/Radfahrer zu Südstraße, Markt und Oststraße sowie die ausreichende Schaffung von Parkraum in diesem Bereich“, betonen die Frauen.

Auf Höhe des Seniorenheims, im Viereck zwischen geplanter Markttangente, Oststraße und Langenberg könnten sie sich barrierefreie Wohnbebauung, unter anderem mit gehobenen Senioren-Appartements vorstellen. Besonders wichtig ist den Planerinnen eine starke Begrünung der projektierten Entlastungsstrecke zwischen Süd- und Oststraße, „als Schutzwall für die vorhandene Bebauung“.

Am in den bisherigen Plänen vorgesehenen Ort – hinter der VR-Bank – würde ein Vollversorger sehr starken, aber nur bedarfsorientierten Verkehr anziehen, der nach dem Supermarkt-Einkauf das Zentrum auch direkt wieder verließe. Die gewünschte Belebung der Südstraße durch Passanten und Kunden der dort ansässigen Ladenbesitzer indessen würde so nicht gefördert, davon sind die beiden Kohlscheiderinnen überzeugt.

Punkten könne man jedoch mit der Etablierung eines Bio-Supermarkts an der Weststraße als Angebot im Sinne der Ansiedlung junger Familien in Neubaugebieten wie Dornkaul. Die Sichtverbindung von der „Plaza“ zum Markt soll wie bereits in anderen Plänen vorgeschlagen über eine fußläufige Öffnung zwischen Commerzbank und einer neuen, zurückspringenden Bebauung an der Südstraße erfolgen.

Für den Markt selbst schlagen Ferdinande Drux-Kehlenbach und Jasmin Schulze das Konzept des „Shared Space“ (siehe Box) vor, in dem alle Nutzer gleichberechtigt sind. Ins Auge fallende, künstlerisch gestaltete Sitzmöglichkeiten vor der Pfarrkirche St. Katharina könnten den Platzcharakter wirkungsvoll unterstreichen. Der entsprechend aufgepflasterte Markt wäre über die Südstraße und von der Oststraße aus zu befahren, in Gegenrichtung jedoch abgebunden. Aufpflasterungen sollten auch in der – begrünten – Südstraße „Shared-Space“-Zonen markieren, Parken mit Blick auf vorzuhaltende Stellflächen in der Umgebung nur kurzeitig für Anlieferer möglich sein.

Die Umstrukturierung des Kohlscheider Zentrums ist das Zukunftsprojekt für diesen Stadtteil schlechthin, finden Ferdinande Drux-Kehlenbach und Jasmin Schulze. „Jeder Einwohner hat andere Erwartungen“, wissen sie. In einem Bürgerantrag an Bürgermeister Christoph von den Driesch haben sie ihre Pläne jetzt zur Diskussion gestellt.

Welche Vorstellungen haben Sie, liebe Leser, von der Zukunft Kohlscheids oder der anderen Nordkreisstädte? Schreiben Sie uns: an lokales-alsdorf@zeitungsverlag-aachen.de oder unter www.leser-meinung.de/nordkreis2020.

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