Studium statt Lehrstelle: Azubis sind Mangelware

Von: vm/at
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Unbesetzte Ausbildungsstellen: Das gilt besonders für Bäcker, Maurer und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, sagt Elmar Brandt, Sprecher der Handwerkskammer Aachen. Foto: Brandt

Aachen. Der 1. August gilt als Stichtag für den Ausbildungsstart. Doch während in einigen Betrieben neue Gesichter aufmerksam den Gesellen und Meistern über die Schulter blicken, bleiben in anderen Branchen die Ausbildungsstellen unbesetzt.

Das gilt besonders für Bäcker, Maurer und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik, sagt Elmar Brandt, Sprecher der Handwerkskammer Aachen. Es seien aber auch „viele andere gängige sowie unbekanntere Berufe von dem Mangel an Auszubildenden betroffen“, erklärt Brandt weiter.

Einen Grund für die vielen unbesetzten Lehrstellen sieht Brandt darin, dass immer mehr Schulabgänger ein Studium einer berufliche Ausbildung vorziehen. „Zum einen legen die Eltern großen Wert darauf, dass ihre Kinder eine akademische Laufbahn einschlagen. Zum anderen schrecken Arbeitszeiten wie im Bäckerhandwerk oder körperliche anspruchsvolle Arbeit auf dem Bau die jungen Menschen ab“, sagt Brandt.

Nicht zuletzt wird die Vergütung während der Ausbildung häufig als zu gering eingeschätzt „Allerdings kann eine qualifizierte Fachkraft im Handwerk später durchaus gut verdienen“, gibt Elmar Brandt zu bedenken. „Wer sich für das Handwerk entscheidet, hat später alle Chancen, so zum Beispiel den Meisterbrief zu erlangen oder auch zu studieren“, fügt er hinzu. Dieser Aspekt ändert allerdings nichts daran, dass die Betriebe immer weniger Bewerbungen erhalten.

Die Handwerkskammer Aachen bemühe sich darum, dass die Arbeit im Handwerk für junge Leute attraktiver wird, denn die gesellschaftlichen Entwicklungen machen auch vor der alltäglichen Arbeit in Handwerksberufen nicht Halt. „Wir versuchen zu vermitteln, dass Digitalisierung und technischer Fortschritt im Handwerk eine große Rolle spielen“, sagt Brandt.

Gleichzeitig arbeiten sogenannte Passgenaue Vermittler und Ausbildungsberater der Handwerkskammer daran, auf Berufsmessen, im Internet und in den sozialen Medien über die verschiedenen Handwerksberufe zu informieren.

Die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob ein Ausbildungsberuf in Frage kommt, sei laut Brandt immer noch ein Praktikum. „So können sich beide Seiten kennenlernen und prüfen, ob die Chemie und Berufsinhalte stimmen“, sagt er. In der neuen Serie „Handwerk sucht Nachwuchs“ stellen wir verschiedene Ausbildungsberufe vor.

Dazu haben wir mit Betrieben aus der Region gesprochen, die noch Auszubildende suchen, darunter ein Umzugsunternehmen und ein Bauunternehmer. Unternehmen, die noch Azubis suchen, können sich bei der Redaktion unter Telefon 02404/551130 melden.

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