Studium oder Ausbildung? Wege nach dem Abi aufgezeigt

Von: Elena Stiebler
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Quo vadis? Auch die Baesweiler
Quo vadis? Auch die Baesweiler Gymnasiasten benötigen - und bekommen - nicht zuletzt wegen des Abiturs nach acht Jahren viele Informationen über das Leben nach der Schulzeit. Foto: Elena Stiebler

Baesweiler. An diesem Morgen ist es sehr ruhig im Gymnasium Baesweiler. Zwar ist Samstag, aber dennoch sitzen in vielen Klassenräumen Schüler. Doch anders als sonst können sie frei wählen, welche Vorträge sie sich anhören wollen.

Einige lernen etwas über BWL, Jura oder Medizin, andere informieren sich über den Berufsweg zum Goldschmied. Der Berufsorientierungstag des Gymnasiums findet in diesem Jahr nicht wie in den vergangenen gemeinsam mit dem Tag der offenen Tür statt. „Wegen Raumknappheit haben wir die Veranstaltung dieses Jahr ausgelagert. Und das war eine sehr gute Idee, so ist es viel entspannter und die Schüler können sich besser konzentrieren”, sagt Schulleiter Wilhelm Merschen.

Das Angebot richtet sich an die 12. Jahrgangsstufe sowie die sogenannte Q1, die 11. Stufe der G8-Klassen. Diese Jahrgänge machen in der 12. Stufe ihr Abitur und nicht wie bisher in der 13. Deshalb müssen sich die Schüler jetzt noch ein Jahr früher entscheiden, was sie nach dem Abi machen möchten. „Die Berufswahlentscheidung braucht häufig ein Jahr Vorlauf, deshalb geben wir jedem Schüler frühzeitig die Möglichkeit sich zu informieren”, sagt der Schulleiter.

„Jedes Jahr laden wir ehemalige Schüler, Berufstätige und Vertreter von Universitäten ein, Vorträge über ihre Arbeit zu halten”, erklärt Herbert Fresenius, Lehrer des Gymnasiums. Er koordiniert diesen Orientierungstag, den es jetzt seit mehr als zehn Jahren am Baesweiler Gymnasium gibt. „In jedem Jahr haben wir neue Gebiete, über die sich Schüler informieren können. Mittlerweile haben wir ein Netzwerk an Referenten, auf das wir immer zurückgreifen können. Wir haben jetzt schon Angebote für nächstes Jahr”, betont Fresenius. „Der Zweck ist es, dass die Schüler viele Sachen erfahren, die sie noch gar nicht wussten.”

Das Gymnasium hat dazu ein Programm entwickelt. In der 9.Klasse erhalten die Schüler ein Portfolio, in dem sie alle Informationen, die sie in den unterschiedlichen Fächern zum Thema Berufswahl erhalten, gesammelt aufbewahren können (wir berichteten). „Früher landete der eine Teil davon im Ordner Deutsch, der andere bei Politik. Jetzt ist es so, dass die Schüler schneller wiederfinden, was sie als Anreiz brauchen. Wir bieten vermehrt Praktikabesuche an und laden Berufstätige zu Vorträgen an unsere Schule ein”, erklärt Schulleiter Merschen. Zusätzlich gibt es einen Informationstag mit einem Powerpoint-Vortrag zum Thema „Wege nach dem Abitur”, zu dem Eltern und Schüler eingeladen werden.

Im Januar wird es außerdem Einzelberatungen geben, zu denen die Schüler ein Formular ausfüllen werden, mit Dingen, die sie dort konkret besprechen möchten. „Zum Beispiel, welche Möglichkeiten das Studium bietet und wie es auf dem Ausbildungsmarkt in bestimmten Branchen aussieht”, sagt Herbert Fresenius. „Wenn die Doppeljahrgänge Abitur machen, wird ein Auslandstudium für viele attraktiver”, sagt der Lehrer voraus. Wenn in Deutschland im nächsten Jahr viel mehr Abiturienten an die Hochschulen gehen, wird es für viele schwieriger werden, den gewünschten Studiengang zu bekommen.

Deshalb hat das Gymnasium in diesem Jahr zwei ehemalige Schüler, die nun in den Niederlanden an der Universität in Nijmegen studieren, eingeladen. Mit viel Humor berichten die beiden über die Universität, Studiengebühren und Vorlesungen, aber auch über das Leben außerhalb der Hochschule, Sportmöglichkeiten und Mensa-Essen. „Es gibt jetzt nicht nur morgens, sondern auch abends warmes Essen in der Mensa. Das hat man extra für die zehn Prozent Deutschen gemacht.”

Rotarier helfen gerne

„Ich finde diese Veranstaltung sehr gut”, sagt Funda Tilki. Sie besucht jetzt die 13. Jahrgangsstufe und kümmert sich um die Cafeteria. Im vergangenen Jahr hat sie „viele Eindrücke gesammelt, die interessant waren. Ich habe mir Allgemeine Medizin und Bio-Chemie angeschaut. Jetzt weiß ich, dass ich von Medizin lieber die Finger lassen sollte”, lacht sie. „Ich möchte jetzt unbedingt Bio-Chemie studieren.” Auch über die Ausbildung im gehobenen Dienst der Verwaltung bei der Stadt Aachen konnten sich die 12 und die Q1 informieren. Der Referent, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, erörterte die Voraussetzungen. In lockerer Atmosphäre berichtet er, die Schüler hören gespannt zu, stellen Fragen und zeigen offenkundig Interesse. Der Rotary-Club Aachen-Nordkreis unterstützt diese Veranstaltung dieses Jahr zum sechsten Mal. „Seit 2006 berichten wir aus der Praxis heraus über einzelne Berufe und ergänzen das Angebot der Agentur für Arbeit”, verdeutlicht Thomas Basten, Präsident des Rotary-Clubs Aachen-Nordkreis.
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