Alsdorf - Stricken verbindet Generationen im St.-Josef-Heim

Stricken verbindet Generationen im St.-Josef-Heim

Von: pia
Letzte Aktualisierung:
11904794.jpg
Manche Senioren können sich gar nicht mehr von den Stricknadeln trennen: Ihre bunten Lappen verschönern das Altenheim. Foto: Pia Sonntag

Alsdorf. Handarbeiten sind nicht nur was für Frauen – Edmund Kroll hat sich überwunden und für ein Projekt angefangen zu stricken, auch wenn er dem Ganzen zuerst skeptisch gegenüber stand.

Der 85-jährige Bewohner des St.-Josef-Haus in Busch ließ sich von seinen ehemaligen Schulkameradinnen – ebenfalls Bewohnerinnen – dazu überreden. Bereut hat er seine Teilnahme nicht. „Ich hatte wirklich Spaß dabei“, gibt er zu. Obwohl er der einzige männliche Teilnehmer war.

Bei dem Projekt haben Schülerinnen des Berufskollegs in Alsdorf zusammen mit den Senioren und mit Ute Fernau von der Bleiberger Fabrik in Aachen gehäkelt und gestrickt – fast wie in manchen Städten, wo etwa Straßenlaternen mit bunter Wolle umgarnt werden.

Ziel war es, eine Säule in der Eingangshalle des Seniorenheims „einzustricken“ und den Bewohnern die Möglichkeit zu geben, ihren Wohnraum selbst mitzugestalten. „Für die älteren Leute war es eine tolle Möglichkeit, in einer Gruppe zu nähen und die Kenntnisse wieder aufzufrischen. Die Schüler haben viel von den Senioren gelernt und ein neues Hobby gefunden“, sagt Sabine Heister, Lehrerin am Berufskolleg.

Die Jugendlichen sind zufrieden mit ihrer Arbeit. Ihre gehäkelten Lappen sind zwar nicht so akkurat wie die der Senioren, aber sie haben ja auch keine jahrelange Übung, erklärt Vanessa Schnackers. Die 18-jährige Schülerin ist froh über die neuen Kenntnisse: „Bevor wir mit den Bewohnern gestrickt haben, besuchten wir ein Einführungsseminar bei Ute Fernau. Weitere Kenntnisse haben wir uns dann in der Zusammenarbeit mit den Rentnern angeeignet.“

Neben den Senioren und Schülern haben sich weitere freiwillige Helfer dem Projekt angeschlossen. Die 82-jährige Helga Brauer ist zwar keine Bewohnerin, aber dafür begeistert sie sich seit 60 Jahren für die Handwerkskunst. Als sie von der Aktion gehört hatte, ließ sie sich nicht zweimal bitten, daran teilzunehmen. Sie hat mit Abstand die meisten Lappen angefertigt, so Elke Zillekens vom sozialen Dienst des Altenheims. Es seien sogar noch so viele Lappen übrig, dass die zweite Säule im Eingangsbereich des Altenheims auch noch „eingehäkelt“ werden soll. Die bereits „eingestrickte“ Säule habe bei vielen Besuchern bereits für bewundernde Blicke gesorgt. „Die Säulen sind tote Materialien, die durch Wolle erst lebendig werden. Ein wahrer Hingucker im Seniorenheim“, sagt Zillekens.

Auch in Zukunft möchte Ute Fernau aufgrund der positiven Reaktionen weitere Projekte in Angriff nehmen, wo Senioren mit eingebunden werden. Im Fokus soll das Thema Mode stehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert