Streusalz bringt Jeckenzug in Schwung

Von: Stefan Schaum
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Trommeln hält die Finger warm: Diese Musiker trotzten der Kälte problemlos. Die Flötenspieler hatten da gestern mehr Probleme. Foto: Stefan Schaum

Alsdorf. Kneifen angesichts der Kälte? Ach was! Nicht in dieser Stadt. Nicht diese Jecken. Nicht bei solch einem prächtigen Rosenmontagszug. Etliche tausend Zuschauer haben am Montag in Alsdorf einen närrischen Lindwurm erlebt, den der Dauerschnee im Gegensatz zu Zügen anderer Städten nicht hatte schrumpfen lassen.

Im Gegenteil: Noch mehr Gruppen als im vergangenen Jahr zogen durch die Straßen. Die hatte der Bauhof kurz zuvor mit einer dicken Portion Streusalz bedacht.

Wo es in den vergangenen Tagen beizeiten ganz schön glatt war, hieß es: Freie Fahrt für alle jecken Gefährte! Mit letzten Reserven wurden Schnee und Eis weggetaut. So mussten auch die Fußgruppen - satte 23 an der Zahl - nicht fürchten, auf glattem Boden ins Straucheln zu geraten.

Auf eine gute Stunde Vorbeimarschzeit brachte es der Tross, der Kamellefängern somit viele Gelegenheiten bot, ihre Tüten zu füllen. Nicht bloß Prinz David I. und seine Sabrina, die auf dem letzten Gefährt die Bonbons im Akkord unters närrische Volk brachten, zeigten sich spendabel.

Verwöhnt wurden aber nicht bloß die Naschkatzen. Auch für Freunde schicker Kostüme gab es Genüsse. Prächtig-schräge Vögel mit Gewändern aus hunderten bunter Stoffstreifen etwa. So war die Gymnastikgruppe Ost unterwegs, die dafür am Ende den Preis fürs schönste Outfit einheimste. Auf dem zweiten Platz: die satt-gelbe Sonnenblumen der KG Funkengarde, denen der harte Winter offenbar nichts hatte anhaben können.

Die Natur war das große Motto dieses Zuges, wenn man so will: ob wandelnde Blumentöpfe, anmutige Waldfeen oder blökende Schafe - Flora und Fauna standen Pate für so manche Gruppe. Viel Zeitloses, manches Aktuelle: Wie die Gruppe „Die letzten Glühbirnen”, die den Abschied von der guten alten Glühlampe auf die Straße brachten. Eine närrische Erinnerung ans warme Licht.

Mit kalten Fingern hatten indes die Musiker zu kämpfen. Hier und da blieb es still im Zug, denn vor allem die Blasmusikanten hatten Mühe, ihre Instrumente zu bedienen. Zum kräftigen „Alaaf” reichte es allemal - und das schallte vom Straßenrand hundertfach zurück.
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