Stress durch Kommunikation reduzieren

Von: mabie
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Typische Situationen im Alltag aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Daran tasteten sich auch Maria Dünwald (l.) und Ingeburg Aigner heran. Foto: Markus Bienwald
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Gelungene Veranstaltung: Darüber freuten sich Kursleiterin Swantje-Angelika Küpper (3.v.r.) und Mirjam Küppers (m.) vom Koordinationsbüro „Rund ums Alter“.

Herzogenrath. Es sind diese kleinen Situationen des Alltags, die auch für Senioren manchmal zur echten Geduldsprobe werden können. Da wird beispielsweise in einem öffentlichen Verkehrsmittel kein Platz freigemacht, obwohl die anderen Mitfahrer ja sehen müssten, dass hier ein älterer Mensch im Bus fährt, der besser auf einem Sitz- denn einem Stehplatz aufgehoben ist.

Solche Situationen nennt Swantje-Angelika Küpper gerne „Stresspunkte“, ganz einfache Alltagsmomente, in denen Interessenkonflikte auftreten können. „Wie kann ich ruhig bleiben, meine Interessen vertreten, ohne dass gleich der Ping-Pong hochgeht und die Situation eskaliert?“, fragt sie in die Runde der Senioren. Die haben sich im Seminarraum des Frauenkomm.Gleis 1 am Herzogenrather Bahnhof getroffen, um in kleiner Runde zu erfahren, wie man auch im fortgeschrittenen Lebensalter couragiert mobil bleiben kann.

Dazu lässt Swantje-Angelika Küpper gerne Beispiele aus dem echten Leben der Senioren sprechen, wozu auch die von manchen Menschen aus Gewohnheit unbedachte Äußerung typischer „man“-Sätze gehört.

Um im Bild des Busses zu bleiben, könnte die zugestiegene Seniorin ja sagen: „Man macht den Sitz aber frei“, was wiederum bei jüngeren Menschen oberlehrerhaft ankommen könnte, klärt die Kommunikationstrainerin auf. „Besser ist es, zu sagen: ‚Ich möchte dort sitzen‘, mit direkter Ansprache“, erläutert sie.

Im gut dreistündigen Seminar auf Einladung des Koordinationsbüros „Rund ums Alter“ der Stadt Herzogenrath erklärte sie spielerisch, wie der Blick der Menschen im Alltag einmal von der gewohnten Spur abrücken kann. Dazu machte sie mit den Älteren Rodas Körperübungen, sensibilisierte in Dialogen für die Wortwahl und stärkte durch die so erzielten Erfolge das Selbstbewusstsein.

„Mir geht es hier darum, nicht irgendwelche Theorien abzuarbeiten, sondern individuell mit den Menschen Beispiele aus der Praxis durchzuspielen.“ Das passe natürlich hervorragend in das Umfeld des bei der Stadt Herzogenrath ansässigen Koordinationsbüros „Rund ums Alter“, das sich auch ein für Senioren angenehmes Leben in Roda zum Ziel gesetzt hat.

„Ich fand mich in der Gruppe sehr gut aufgehoben“, meinte beispielsweise Teilnehmerin Ingeburg Aigner dazu. Die sehbehinderte Frau habe durch das professionelle Training vor allem in Sachen Kommunikation dazugewonnen, zog sie im Anschluss ein durchweg positives Resümee.

„Wir sind alle begeistert“, sagte auch eine zufriedene Maria Dünwald, die vor allem davon beeindruckt war, wie die unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen in diesem Seminar gut funktioniert haben. Und schließlich konnte jeder für seinen persönlichen Alltag einige Anregungen mit nehmen.

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